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Ernteausfall wegen Regen: Jetzt hilft nur noch Spritzen oder eine Versicherung (die nicht jeder hat)



Nasse Jahre sind schlimmer für die Landwirtschaft als trockene, weiss jeder Landwirt. «Auf einer Skala von 1 bis 10 würde ich die Lage als 7, also ziemlich ernst einschätzen», sagt Hans Rüssli vom Schweizer Bauernverband. Gegenüber watson führt er aus, wie sehr einzelne landwirtschaftliche Produkte unter dem Dauerregen leiden.

Erdbeeren:

«Geschätzte 3000 Tonnen oder 30 Prozent der Schweizer Erdbeerernte sind verloren. In den Regionen Aargau und Baselland haben wir lokal Totalausfälle, weil die Felder überschwemmt sind. In den übrigen Gebieten tritt erhöhte Fäulnis und ein Teilausfall auf.»

Kartoffeln:

«Im Berner Seeland und in Freiburg, wo Einzelne auf einen trockenen Moment gewartet haben, ist es für Kartoffeln nun zu spät und die Felder werden mit anderen Pflanzen wie Mais angesät. In anderen Regionen muss gegen die drohende Kraut- und Knollenfäule gespritzt werden, was zu mehr Aufwand und zusätzlichen Kosten führt.»

Blick auf eine ueberflutete Strasse, aufgenommen am Mittwoch, 8. Juni 2016, in Dottikon. Durch den starken Regen und Unwetter kam es zu Ueberschwemmungen in verschiedenen Regionen der Schweiz. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Ein Getreidefeld nahe einer überfluteten Strasse im aargauischen Dottikon (08.06.2016).
Bild: KEYSTONE

Getreide:

«Beim Getreide sind vor allem Sorten betroffen, die nicht gegen Pilz resistent sind. Beim Dinkel gibt es vereinzelt Felder mit Totalausfall. Mit Spritzen kann hier Schlimmeres vermieden werden, wenn es noch nicht zu spät ist.»

Obst:

«Für eine Einschätzung der Obstkulturen ist es noch zu früh, diesen hat der Regen bislang nicht geschadet. Bei den Kirschen hingegen brauchen wir jetzt dringend besseres Wetter, denn die Ernte hat im Wallis und der Westschweiz bereits begonnen. Sollte es weiter regnen, würden viele Kirschen platzen.»

HANDOUT - Erdrutsch in einem Rebberg in Luechigen, SG, nachdem der heftige Regen in Teilen der Schweiz am Samstag, 4. Juni 2016 zu Ueberschwemmungen und Erdrutschen gefuehrt hat. Im Kanton St. Gallen kam es beim Dorf Luechingen zum Abrutschen von zwei Haengen. Mehrere Keller und Garagen wurden ueberflutet. Personen kamen keine zu Schaden. Ein Teil eines Rebbergs sei kurz nach 17 Uhr auf einer Breite von rund 15 Metern abgerutscht, teilte die Kantonspolizei St. Gallen mit. (POLIZEI ST. GALLEN) *** NO SALES, DARF NUR MIT VOLLSTAENDIGER QUELLENANGABE VERWENDET WERDEN ***

Erdrutsch in einem Rebberg im st.gallischen Lüchingen (04.06.2016). Bild: POLIZEI SG

Weinreben:

«Bei den Reben hatten wir bereits Verluste durch den Spätfrost Ende April, jetzt steigt die Gefahr von Pilzkrankheiten und damit auch der Spritzaufwand. Für ein Fazit ist es aber noch zu früh.»

Ernteschäden sind versicherbar

Die Landwirte können zwei Dinge tun, um sich gegen Elementarschäden wie Dauerregen abzusichern: Sie können ihre Kulturen mit einer Folie schützen, was gerade bei Erdbeeren immer häufiger getan wird. Nachteil sind der beträchtliche Zusatzaufwand sowie die Bewilligungspflicht. Auch bei Kirschbäumen finden solche Schutzfolien Verbreitung.

Eine andere Möglichkeit ist, seine Felder gegen Elementarschäden zu versichern. Dies ist bei Produkten mit hohen Margen – zum Beispiel Erdbeeren – eine sinnvolle Investition. Bei der Schweizer Hagelversicherung, die auch Regen, Schnee, Trockenheit usw. abdeckt, laufen derzeit die Drähte heiss: 

«Infolge Hagels sowie des nassen Wetters wurden uns bis heute rund 30 Hektaren Erdbeeren, was rund 450 Tonnen entspricht, als geschädigt gemeldet.»

Pascal Forrer, Direktor Schweizer Hagel Versicherung

Weitere Schadenmeldungen beträfen Acker- und Gemüsekulturen sowie Reben, Grasland und Tabak.

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