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Schweiz
Wirtschaft

Das schreiben die Sonntagszeitungen am 6. Februar 2022

Abflauende Corona-Welle, Umweltlobby und Raiffeisen – das sind die Sonntagsnews

06.02.2022, 07:22

Themen rund um das Coronavirus:

Die Welle flaut ab

Gemäss Experten hat die Omikronwelle ihren Höhepunkt erreicht. «Die Welle ist jetzt am Abflauen, das ist unbestritten», sagte etwa der Epidemiologe Andreas Cerny in der «SonntagsZeitung». Ähnlich sieht es Rudolf Hauri, Präsident der Kantonsärzte: «Der Abwärtstrend ist klar und überall feststellbar.» Aus Sicht der Experten können daher Mitte Februar Maskenpflicht und Zertifikat gelockert werden. Cerny warnt jedoch: «Wenn sich die Viren bei einem plötzlichen Wegfall aller Massnahmen extrem schnell verbreiten, könne das trotzdem noch zu einer Überlastung der Spitäler führen.

epa08998578 A medical worker takes nasal swab samples at a test station for Covid-19 coronavirus in Montpellier, France, 09 February 2021. The top French medical authority (Haute autorite de Sante) ha ...
Die Corona-Welle flacht ab.Bild: keystone

Im »SonntagsBlick« erklärte Hauri, dass es keinen zeitlich definierbaren »Ausstieg« aus der Pandemie gebe, wohl aber einen »allmählichen Übergang von der epidemischen in die endemische Form«. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) erwartet derweil, dass »post-pandemisch eine grosse zusätzliche Krankheitslast« bleibt, wie ein Sitzungs-Protokoll vom Freitag zeigt, das dem »SonntagsBlick" vorliegt.

GDK-Chef gesteht Fehler ein

Die Schweiz hat nach der ersten Ansteckungswelle des Corona-Virus nach Ansicht von Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -Direktoren, zu zögerlich gehandelt. Zudem sei der Übergang von der ausserordentlichen Lage in die besondere Lage harzig verlaufen. Das sagte Engelberger im Interview mit dem «SonntagsBlick».

Lukas Engelberger, Praesident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) spricht waehrend einer Medienkonferenz ueber das weitere Vorgehen bei der Bekaempfung des Coro ...
Lukas Engelberger.Bild: keystone

«Wir müssen uns heute eingestehen, dass wir zeitweise zu wenig getan haben», sagte Engelberger. Schon nach der ersten Welle sei erkennbar geworden, wie gefährlich diese Pandemie sei. Überrascht darüber, wie gut die Schweizer Wirtschaft die Pandemie gemeistert hat, zeigte sich Jan-Egbert Sturm, Leiter der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich, im Interview mit dem «SonntagsBlick». Es habe zwar schmerzhafte Einschnitte gegeben, die ganz grossen Umwälzungen seien aber ausgeblieben, die Krise habe die Wirtschaftsordnung nie infrage gestellt.

Ausländer sterben häufiger an Corona als Schweizer

Todesfälle bei Menschen ohne Schweizer Pass waren in der Corona-Pandemie deutlich häufiger als bei Schweizerinnen und Schweizer. Das zeigt gemäss «SonntagsBlick» eine Untersuchung, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Auftrag des Mediendienstes Integration gestützt auf Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) durchgeführt haben. Die Ergebnisse seien «überdeutlich». Bei Schweizer Staatsbürgern in der Altersgruppe zwischen 65 und 74 Jahren lag der Anstieg der Todesfälle demnach im Jahr 2020 im Vergleich zum Jahr 2019 bei 2.2 Prozent, bei gleichaltrigen Menschen ohne Schweizer Pass hingegen bei 20.9 Prozent. Auch in anderen Altersgruppen sei der Anstieg drastisch erhöht gewesen. Grund für die höhere Sterblichkeit dürften demnach soziale und ökonomische Benachteiligungen von Menschen ohne Schweizer Pass sein, etwa beengte Wohnverhältnissen, Jobs ohne Homeoffice-Möglichkeit oder die Abhängigkeit vom öffentlichen Verkehr.

Sonstige Themen:

Energieriesen organisieren sich in Klimapolitik

Die Schweizer Wirtschaft hat sich in der Energiedebatte bisher schlecht organisiert, die Dominanz der Linken in der Energie- und Klimapolitik soll gebrochen werden. Das steht gemäss der «NZZ am Sonntag» in einem Dokument, das Mitte Januar bei einem Treffen der Energieriesen BKW und Axpo, der Elektrizitätswerke der Stadt Zürich, des TCS, des Verbands der Maschinenindustrie Swissmem sowie verschiedenen Vertretern aus dem Bereich der erneuerbaren Energien präsentiert wurde. Diese schlechte Organisation habe dazu geführt, dass «organisierte Spezialinteressen», meist links-grün, die Diskussion mit ihren Argumenten dominierten. Die versammelten Akteure wollen das ändern. Sie sind zudem überzeugt, dass mit den geltenden Umweltschutzbestimmungen die Energiewende nicht zu schaffen ist. Die Anliegen der Allianz sollen in den politischen Prozess eingespielt werden. Als erstens soll das Gremium auf den Ständerat Einfluss nehmen.

Neues Verfahren soll Rosenkriege verhindern

In der Pandemie ist die Zahl konfliktreicher Trennungen stark gestiegen. Um über 30 Prozent sind die Anfragen 2021 gemäss der «SonntagsZeitung» bei der unabhängigen Beratungsstelle Kindes- und Erwachsenenschutz (Kescha) gestiegen. Mehr als 1600 Männer und Frauen haben sich ans fünfköpfige Beratungsteam gewandt. Kescha-Gründer Guido Fluri fordert daher eine Änderung im Familienverfahrensrecht. Konkret sieht er vor, dass alle Eltern, die sich trennen, vor dem Gerichtsentscheid oder der Kesb-Verfügung eine Mediation durchlaufen und versuchen, gemeinsam eine Lösung zu suchen. Der Kanton Bern hat sich Fluris Idee angenommen. Im August 2021 hat die Direktion für Inneres und Justiz des Kantons Bern ein Konsultativverfahren eröffnet. Vom neuen Ansatz nicht wirklich begeistert ist aber der Bernische Anwaltsverband (BAV). Dort stört man sich daran, dass der Zugang zum Gericht nur über den Weg des Gesprächs im Zentrum für Familien möglich ist.

1800 Anzeigen in Schweizer Altersheimen

Im Altersheim in Leysin VD sind offenbar die Bewohnerinnen und Bewohner unangemessen behandelt worden. Eine Untersuchung durch eine unabhängige Kommission des Kantons kam im April 2021 zum Schluss, dass schwerwiegende Fehler vorgefallen waren, wie die «SonntagsZeitung» und die Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche» berichten. Der Bericht zeigt gemäss der Zeitung, wie ein Mangel an Fachpersonal zu verstörenden Zuständen führte. Das Beispiel sei nicht repräsentativ für die Branche. Es offenbare aber Missstände auf höherer Ebene. Denn die Behörden hätten keinerlei Sanktionen gegen die damaligen Verantwortlichen ausgesprochen. Die Zeitung berichtet ausserdem, dass von 2010 bis 2020 rund 1800 Anzeigen pro Jahr wegen mutmasslicher Straftaten, bei denen als Tatort «Altersheim» oder «Pflegeheim» angegeben war, eingereicht worden seien. Offen ist, ob sich die Anzeigen gegen Bewohner, Angestellte oder Dritte richteten. Und wie viele von ihnen zu einem Schuldspruch führten.

Zweifel an Unabhängigkeit des Chefkontrolleurs bei Raiffeisen

Die bei der Raiffeisen angewandte Abwicklung der Salärauszahlung an ihren Leiter der internen Revision erscheint gemäss Experten heikel. Dieser Leiter hat gemäss der «NZZ am Sonntag» spätestens ab dem Jahr 2007 einen Teil seines Lohns sowie den gesamten Bonus über das Konto eines externen Anwaltbüros erhalten, über welches die Raiffeisen auch einen Teil ihrer Lohnzahlungen an die Geschäftsleitung abwickelte.

Spezialisten etwa aus Banking und vonseiten des Regulators betonen, dass es sich beim Leiter der internen Revision um eine Person handle, die ihre Aufsichtsfunktion unbeeinflusst erfüllen müsse. Es dürfe nicht einmal der Anschein einer Voreingenommenheit aufkommen. Durch die Konstellation ergebe sich aber ein «sehr ungünstiger Anschein». Es entstehe der Anschein, dass man dem Leiter so ungebührliche finanzielle Anreize gesetzt habe, damit er auch einmal ein Auge zudrücke. (saw/sda)

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12 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Rethinking
06.02.2022 08:02registriert Oktober 2018
„ Energieriesen organisieren sich in Klimapolitik“

Dieser Titel ist total korrekt…

Sie ORGANISIEREN sich, sie SORGEN oder KÜMMERN sich nicht etwa…

Nein sie wollen einfach sicherstellen, dass die Klimapolitik in ihrem Sinne verläuft…

Nicht im Sinne des Planeten…
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