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Coronavirus: Graubünden will Zertifikat auch im ÖV

Graubünden will das Zertifikat auch im ÖV – das sagen die anderen Betroffenen

30.08.2021, 13:5030.08.2021, 14:17
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Die vom Bundesrat vorgeschlagene Ausweitung der Zertifikatspflicht auf Restaurants, Kinos und Veranstaltungen stösst auf viel Zuspruch. Die direkt Betroffenen im Gewerbe und im Kulturbereich sind aber grossenteils skeptisch. Eine Übersicht:

Bundesrat Alain Berset spricht waehrend einer Medienkonferenz ueber die neusten Entscheide des Bundesrates zur Coronavirus-Pandemie, am Mittwoch, 25. August 2021, in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Innenminister Alain Berset stellt die Pläne des Bundesrats am letzten Mittwoch vor. Bis heute hatten die Kantone Zeit für ihre Stellungsnahmen.Bild: keystone

Die Parteien

Auf politischer Ebene stimmen alle Parteien ausser der SVP der Ausweitung der Zertifikatspflicht als Schutz vor einer Überlastung des Gesundheitswesens zu. Das Covid-19-Zertifikat habe sich bewährt, lautet der bereits vor Ablauf der Konsultationsfrist veröffentlichte breite Konsens.

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Die Kantone

Die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) unterstützt den vom Bundesrat vorgeschlagenen Schritt mit grosser Mehrheit. Alle anderen möglichen Massnahmen wären einschneidender und auch «weniger gerecht», weil Geimpfte unter den Massnahmen zu leiden hätten, hielt die Konferenz fest.

Der Kanton Graubünden fordert die Prüfung einer weiter gehenden Ausdehnung. «Zu prüfen ist die Zertifikatspflicht auch für den ÖV, die Arbeitswelt und bei Aufhebung der Maskenpflicht auch für Läden.» Der Kanton schielt mit einem Auge schon auf die Wintersaison und möchte lieber jetzt strengere Massnahmen als in den kühleren Monaten.

Die Wirtschaft

Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse befürwortet die Massnahme genauso wie der Schweizerische Arbeitgeberverband und der Hotelier-Verband Hotelleriesuisse. So lasse sich ein Lockdown abwenden, argumentieren sie.

Abgelehnt wird die Ausweitung der Zertifikatspflicht hingegen vom Schweizerischen Gewerbeverband. Dafür fehle die gesetzliche Grundlage, teilt er mit. Als Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit sei die Massnahme verfassungswidrig. Handfeste Beweise auf einen gesundheitspolitischen Nutzen gebe es nicht. Die Folge seien Ertragsausfälle, Aufwände und Ungleichheiten.

Die Beizer und die Eventveranstalter

Der Gastgewerbeverband Gastrosuisse gab seinen erbitterten Widerstand bereits vor Ablauf der Konsultationsfrist bekannt. Er zeigte er sich alarmiert. Restaurants und Cafés müssten mit massiven Umsatzeinbussen rechnen. Casimir Platzer, Präsident von GastroSuisse, sprach von einer «Spaltung der Gesellschaft». Rund 40 bis 50 Prozent würden vom Besuch einer Bar oder einem Restaurant ausgeschlossen. Das komme «einer Teilschliessung gleich».

Anders positionieren sich die Grossveranstalter. Sie begrüssen am Montag den Vorschlag. Ihre Interessengemeinschaft Perspektive Live Unterhaltung hält aber fest, dass es keine weiteren Zugangsbeschränkungen wie Kontaktdatenerhebung, Maskenpflicht, Abstands- oder Teilnehmerbeschränkungen geben darf.

Die Fitnessbranche

Der Schweizerische Fitness- und Gesundheitscenter Verband geht von einem bis zu 40-prozentigen Umsatzrückgang aus, sollten nur noch Personen mit Zertifikat in seinen Einrichtungen trainieren dürfen. Die Branche habe bereits jetzt stark unter der Covid-19-Pandemie zu leiden, eine weitere Einbusse könnte vielen Unternehmen das Genick brechen.

Die Museen

Die Museen Schweiz halten ebenfalls wenig vom Zertifikat als Eintrittsbedingung. Das Zertifikat sei für grössere Publikumsanlässe geeignet. Für den Alltagsbetrieb verfügten die Museen über bewährte Schutzkonzepte, schreibt der Verband der Museen der Schweiz. (sda/mlu)

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168 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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ch.vogel
30.08.2021 14:36registriert Mai 2014
Ich bin absoluter Impfbefürworter und begrüsse auch die Nutzung der Zertifikate, um die Massnahmen allmählich lockern zu können (keine Maskenpflicht an Orten mit Zertifikatspflicht).

Trotzdem finde ich, dass eine Zertifikatspflicht im ÖV und an anderen Orten, die zwingend besucht werden müssen (Behörden, Schulen, ...) entschieden zu weit geht und im Endeffekt einer absoluten Impfflicht gleichkommt.

Und soll man ohne Zertifikat mit dem ÖV zur Apotheke kommen für den Test?
Dann müsste man sich ja kontinuierlich alle zwei Tage testen lassen (ab Oktober kostenpflichtig).

Nein, das geht zu weit!
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_andreas
30.08.2021 14:21registriert April 2020
Hört endlich auf mit dem Zertifikattraraa..
Ich wollte am Wochenende im Kanton SZ in ein Restaurant. Es wurden weder Kontaktdaten der Gäste aufgenommen noch hatte irgendjemand der angestellten eine Maske an. Das Restaurant war bis obenhin voll mit Personen. Weder abstände noch sonst was. Wir sind direkt wieder gegangen. Bevor igend etwas neues eingeführt wird, sollten unsere Behörden endlich mal Kontrollieren und durchgreifen der bestehenden Regeln! Meint wirklich jemand da würde dann ein Zertifikat geprüft? Das selbe gilt für Kontrollen der Maskenpflich überall, ÖV, einkaufen usw. 🤬
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Lushchicken
30.08.2021 15:15registriert Oktober 2014
Nö, ÖV, Lebensmittelgeschäfte, Ärzte etc. sind nötig für die Grundversorgung. Da kann man den Zugang nicht einfach einschränken.
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