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Über eine Million Päckli pro Tag: So wollen die Post und Co. künftig den Ansturm stemmen

Schweizerinnen und Schweizer haben während der Coronakrise im grossen Stil online eingekauft. Davon profitieren nicht nur die Onlinehändler, sondern auch der Paketversand. Die Logistikbranche rechnet mit weiterem Wachstum und investiert in den Ausbau der Verteilkapazitäten.

Claire Kostmann / AWP



Mit Corona hat sich das Konsumverhalten rund um den Globus stark verändert. Auch in der Schweiz erlebte der Onlinehandel im vergangenen Jahr einen Boom. Und das hat auch die Nachfrage nach Paketlieferdiensten, etwa von der Post oder von Versandfirmen wie DPD, DHL oder UPS, befeuert.

Leila Meyer, Paketbotin der Post, liefert Pakete aus, am Mittwoch, 9. Dezember 2020, in Egerkingen. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Leila Meyer, Paketbotin der Post, liefert am 9. Dezember 2020 in Egerkingen Pakete aus. Bild: keystone

Mit Schwung ins Jahr 2021

Den Schwung haben die Logistiker ins Jahr 2021 mitgenommen. «Seit Jahresbeginn hat DPD in der Schweiz gemessen an den Paketlieferungen zweistellige Wachstumsraten verzeichnet», sagte Tilmann Schultze, Geschäftsleiter der Tochter der französischen La Poste-Gruppe, im Gespräch mit AWP. Dabei hätten vor allem die Lieferungen in die Städte stark zugenommen.

Im vergangenen Jahr wuchs bei DPD Schweiz das Geschäftsvolumen laut Schultze um 35 Prozent, wobei an Spitzentagen bis zu 160'000 Pakete ausgeliefert worden seien. Das sei ein ausserordentlich starkes Wachstum für eine Branche, in der vor der Krise noch Wachstumsraten im Bereich von 5 bis 6 Prozent als zufriedenstellend gegolten hätten.

Gut laufen die Geschäfte auch im Paketversand der Schweizerischen Post. Derzeit liefere die Post pro Tag zwischen 750'000 und 900'000 Pakete aus, dies verglichen mit einem Tagesdurchschnitt von 650'000 Paketen vor der Krise, erklärte eine Sprecherin des «Gelben Riesen». In den Monaten Januar bis April seien die Lieferungen zum Vorjahr um beinahe ein Fünftel angestiegen.

Investitionen in Standorte

Um das erwartete Wachstum stemmen zu können, investiert DPD Schweiz ins Verteilnetz. In Bern soll im nächsten Jahr ein neuer, moderner Standort den bisherigen ersetzen. Insgesamt fertigen die 1100 DPD-Mitarbeitenden und Fahrer vom Hauptsitz im zürcherischen Buchs und elf weiteren Depots in der Schweiz und im grenznahen Ausland Express- und Paketdienstleistungen ab.

Auch die Schweizerische Post denkt grösser und baut auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik im bernischen Utzenstorf ein neues Sortierzentrum, das mit rund 90 Mitarbeitenden Ende 2023 den Betrieb aufnehmen soll. Es soll an das Logistikzentrum des Onlinehändlers Digitec Galaxus der Migros angebunden werden, dessen Bau unmittelbar nebenan geplant ist.

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Weitere regionale Standorte für den Postversand will die Post im nächsten Jahr in bestehenden Gebäuden im aargauischen Buchs in Pratteln und in Rümlang eröffnen.

Versand mit Elektrofahrzeugen

Auch kleinere Logistikfirmen wollen ein Stück am grossen Kuchen ergattern. So etwa die zur St.Galler Quickmail-Gruppe gehörende Quickpac, die Pakete klimaschonend mit Elektrofahrzeugen ausliefert. Im Jahr 2020 kletterte die Zahl der von Quickpac beförderten Pakete auf 1.9 Millionen von zuvor 1.5 Millionen.

Quickmail-Chef Bernard Germanier will das Wachstum im Paketversand gar noch beschleunigen, wie er im Gespräch erklärte. Das Ziel sei es, die Zahl der Paketlieferungen im Jahr 2021 zu verdoppeln. Dabei sei nach dem 2020 eröffneten Paketzentrum in Dietikon weitere Standorte mit Blick nach Osten, in die Innerschweiz und in die Region Bern geplant, sagte Germanier. (sda/awp)

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