Schweiz
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ZUR THEMATIK DER VON ARMUT BETROFFENEN ALLEINERZIEHENDEN MUETTER UND IHRER KINDER, SCHICKEN WIR IHNEN HEUTE, DONNERSTAG, 12.05.2016, FOLGENDE FINGIERTE UND GESTELLTE BILDSERIE --- [Symbolic Image, Staged Picture, Model Released] A mother is sitting in the stairway and is putting her child the shoes on, the child has a hole in his socks, photographed on March 10, 2016 in Lucerne, Canton of Lucerne. (KEYSTONE/Christof Schuerpf)

[Gestellte Aufnahme, Symbolbild, Model Released] Eine Mutter sitzt im Treppenhaus und zieht ihrem Kind, in dessen Strumpf sich ein Loch befindet, die Schuhe an, fotografiert am 10. Maerz 2016 in Luzern. (KEYSTONE/Christof Schuerpf)

An Armut gewöhnt man sich nicht (gestellte Aufnahme).  Bild: KEYSTONE

Thank you, Captain Obvious: Armut macht unglücklich, beweist eine Studie



Die allgemeine Lebenszufriedenheit ist in der Schweiz gemäss einer Studie hoch. Armut, Arbeitslosigkeit und andere Formen der Ausgrenzung beeinträchtigen allerdings das persönliche Wohlbefinden, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Sozialbericht 2016 hervorgeht.

Die Schweizer Bevölkerung ist zufrieden mit ihrem Leben, positive Gefühle überwiegen und die grosse Mehrheit empfinde ihr Leben als sinnvoll und selbstbestimmt. Dies sind Ergebnisse aus dem Sozialbericht 2016, der vom Schweizer Kompetenzzentrum Sozialwissenschaften (FORS) mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds herausgegeben wird.

Der Bericht hat die subjektive Befindlichkeit der Schweizer Bevölkerung untersucht. Dabei geht es um die Zufriedenheit innerhalb verschiedener Lebensbereiche wie Beruf, Familie und Freizeit sowie den Freuden und Sorgen. Dazu wurden verschiedene nationale und internationale Datenbanken ausgewertet.

Der Bericht zeigt, dass das Wohlbefinden ernsthaft beeinträchtigt wird, wenn Menschen Ausgrenzung erfahren. Dies sei der Fall, wenn sie aus dem Bildungssystem oder dem Arbeitsmarkt herausfielen oder weil die finanzielle Situation in die Armut führe.

An Armut kann man sich nicht gewöhnen

So seien Arbeitslose, im Zusammenhang mit Invalidität Pensionierte und Armutsbetroffene deutlich weniger zufrieden mit ihrem Leben. Das bleibe über die Jahre gleich: An Armut und Ausgrenzung gewöhne man sich nicht, heisst es zum Bericht.

Generell sei die Schweizer Bevölkerung sehr zufrieden mit dem Bildungssystem und auch die Zufriedenheit mit der Arbeit und den Arbeitsbedingungen sei hoch.

Zwar seien Menschen mit einem hohen Einkommen erwartungsgemäss zufriedener mit ihrer finanziellen Situation und machten sich weniger Sorgen. Aber ihre allgemeine Lebenszufriedenheit sei nicht höher als jene von Menschen mit einem etwas geringeren Einkommen.

Une mendiante rom mendie dans le centre de Lausanne, photographiee ce mercredi 5 janvier 2011. (KEYSTONE/Dominic Favre)

Das Wohlbefinden wird ernsthaft beeinträchtigt, wenn Menschen Ausgrenzung erfahren.  Bild: KEYSTONE

Ebenfalls sehr zufrieden hätten sich die Befragten mit dem sozialen Umfeld geäussert. Eine wichtige Rolle spiele in diesem Zusammenhang die Kleinfamilie.

Heirat und Geburt sind kurze Freuden

Menschen in einer Partnerbeziehung seien tendenziell zufriedener, erlebten mehr Freuden und seien weniger traurig als Menschen ohne Partnerschaft. Lebensereignisse wie heiraten oder die Geburt des ersten Kindes erhöhten das subjektive Wohlbefinden zwar bereits im Vorfeld des Ereignisses, der Effekt flache aber nach dem Ereignis bald wieder ab.

Ramona Signer mit ihrer drei Tage alten Tochter Jasmin im Spital und Pflegeheim in Appenzell, am Montag, 20. Januar 2012. Die Geburtenabteilung im Spital Appenzell wird noch in diesem Jahr geschlossen. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Die Geburt eines Kindes erhöht das subjektive Wohlbefinden. Der Effekt flacht aber bald wieder ab.  Bild: KEYSTONE

Das Wohlbefinden von Verheirateten sei höher als das von Geschiedenen oder Verwitweten. Das weitaus tiefste Wohlbefinden hätten aber getrennte Menschen. Übergangsphasen schienen das Wohlbefinden am stärksten zu beeinträchtigen.

Im Laufe des Lebens ändere sich die Zufriedenheit mit verschiedenen Lebensbereichen: So nehme die Zufriedenheit mit der Gesundheit mit dem Alter ab und jene mit der finanziellen Situation nehme zu.

Zufrieden mit ihrer freien Zeit seien alte und junge Menschen. Weniger zufrieden seien Menschen mittleren Alters, da oft neben Beruf und Familie nicht viel freie Zeit bleibe.

Politischer Einfluss macht nicht glücklich

Politische Beteiligung mache nicht glücklich im eigentlichen Sinn, heisst es weiter. Aber sie scheine doch das Gefühl zu stärken, zusammen mit anderen etwas aktiv und bewusst bewegen zu können und dadurch das Wohlbefinden zu erhöhen.

Allerdings beurteilten Schweizerinnen und Schweizer ihren eigenen politischen Einfluss als eher gering. Insbesondere Menschen mit tiefer Bildung seien der Ansicht, keinen Einfluss auf das Handeln der Regierung zu haben. Dazu komme, dass Menschen mit tiefer Bildung auch stärker verunsichert seien durch sozialen Wandel.

Vertrauen in Institutionen

Die Schweizer Bevölkerung vertraue ihren politischen Institutionen. Dem Parlament werde dabei stärker vertraut als den Parteien und den einzelnen Politikerinnen und Politikern.

Dem Gerichtssystem werde von der Bevölkerung noch etwas mehr Vertrauen entgegengebracht als dem Parlament, aber weniger als der Polizei. Dass die Polizei das höchste Vertrauen aller staatlichen Institutionen geniesse, zeige sich auch in anderen Ländern, die der Sozialbericht betrachtet habe. (sda)

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 04.10.2016 23:43
    Highlight Highlight "Wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat."

    (Bibel)
  • Spooky 04.10.2016 23:42
    Highlight Highlight "Die Hölle ist, wenn man kein Geld hat."

    (Ulrich Bräker - "Der arme Mann im Tockenburg")
  • Spooky 04.10.2016 22:29
    Highlight Highlight "Reiche kommen in den Himmel, Arme in die Hölle"

    (Spooky)
  • Spooky 04.10.2016 22:16
    Highlight Highlight Um einen durchschnittlichen Schweizer Bürger ruhig zu stellen, genügen die Grundbedürfnisse Nahrung, Kleidung, Wohnung, ein Fernseher, ein Auto, eine Frau und zwei Kinder.

    Das gilt übrigens auch für alle andern, nicht nur für Schweizer Bürger.
    • wipix 05.10.2016 04:35
      Highlight Highlight ruhig zu stellen heisst?
    • Spooky 05.10.2016 06:54
      Highlight Highlight @wipix
      Na ja, das heisst, einen intelligenten, aufgeweckten Menschen zu einem Gemüse zu verwandeln. Eben so, wie man das in den Spinnwinden macht.
  • wipix 04.10.2016 15:02
    Highlight Highlight Einerseits liegt es in der Natur des Menschen,im Verlaufe seines Lebens sich möglichst komfortabel einzurichten.Als Vorbilder dienen dabei keine Hirngespinste sondern ganz konkret "die Anderen".
    Andererseits sind die Ziele,die ein bequemes Leben kennzeichnen sehr unterschiedlich.Ab dem Zentralen Punkt der reinen Existenzsicherung(Dach über dem Kopf/warmes Essen tägl./Getränke nach Wunsch/wärme & Hygiene) gehen die Wünsche z.T. ins gegensätzliche: z.B.: Für die einen ist die Ruhe in der Abgeschiedenheit das wertvollste, für die anderen der totale Rummel möglichst häufig! Glücklich sind beide!😀
    • wipix 04.10.2016 18:41
      Highlight Highlight @H.L. Mencken
      Wen ich damit meine?
      Die Nachbarn, der Arbeitskollege, der VIP, die Verwandschaft, der Studienkollege, der Vorgesetzte, die Werbe Versprechen, das Model, der Schauspieler...
      Was ich damit meine?
      Alle die was haben, das mir gefallen könnte, das mir mein Leben erleichtert, das aus meiner Sicht Standart wäre, das ich mir schon als Kind gewünscht habe, das Luxus darstellt, das meinen Status verbessert...
      Und was brauchen wir zum Glücklich sein?
      Manche MitMenschen, andere wieder lieber nicht, Manche Geld, andere lieber weniger, Manche Bestätigung, anderen ist es peinlich,
      ...
  • DerTaran 04.10.2016 13:37
    Highlight Highlight Ich ärgere mich etwas über den Titel, er suggeriert, dass die Studie überflüssig ist, weil sie wohl offensichtlich sei.

    1. Finde ich das Resultat nicht offensichtlich. Es gibt ja auch die Legende von Arm aber Glücklich.
    2. Wenn wir ohne zu fragen, immer das Offensichtliche akzeptiert hätten, dann wäre die Erde für uns wohl immer noch eine Scheibe.

    Das angeblich Offensichtliche immer wieder zu hinterfragen, ist Kern der modernen Wissenschaft.
  • SusiBlue 04.10.2016 11:58
    Highlight Highlight Dass Armut nicht glücklich macht ist ja wohl klar... Aber ich frage mich (auf wissenschaftliche Art), ob man sich nicht doch daran gewöhnen kann??

    Und zwar hat es mE mit dem Umfeld zu tun. Wenn ich in der Schweiz arm bin und am Gesellschaftsleben nur noch teilweise oder gar nicht mehr teilnehmen kann, dann, klar, gewöhne ich mich nicht dran.
    Wenn jedoch die ganze Gesellschaft arm ist, fühlt sich dann der eine Arme trotzdem gleichermassen unglücklich?
    Ich glaube, es schmerzt weniger, wenn's den Anderen drum herum auch nicht besser geht.
    • MacB 04.10.2016 13:59
      Highlight Highlight Das glaube ich auch. Schau mal in Afrika, in vielen Ländern haben die armen Menschen grad genug (wenn überhaupt) zu essen aber sind fröhlich und glücklich miteinander. Das ist für mich nur schwer erklärbar aber es zielt ja genau auf deine Theorie.
    • MacB 04.10.2016 14:28
      Highlight Highlight @Hayek: Ein schöner Vergleich mit der S-Klasse :)
    • Der Zahnarzt 04.10.2016 15:08
      Highlight Highlight Das Konzept der relativen Armut ist nur eine Taktik der Neoliberalen um von der ungleichen Verteilung von Vermögen und Einkommen abzulenken.

      @MacB: Fahren Sie doch nach Afrika und fragen sie die fröhlichen Armen ob sie mit jemandem aus Zürich tauschen wollen! - Was glauben Sie, wer schläft am Abend besser ein, der der nicht weiss ob er am nächsten Tag Arbeit und Brot haben wird oder derjenige, der sich am nächsten Tag sich zwischen einem Paar blauer und brauner Schuhe entscheiden muss?
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