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McDonald's-Filiale am Basler Barfüsserplatz.  bild: google street view

Sorgenkind von McDonald’s Schweiz: Weshalb Basler Filialen am schlechtesten laufen

In Basel-Stadt verzeichnet die Kette anhaltende Umsatzrückgänge – der Wirteverband ist besorgt.

Rahel Koerfgen / bz Basel



Zu Basel hat McDonald’s eine besondere Beziehung, eine von historischer Bedeutung. Denn am Basler Barfüsserplatz eröffnete 1979 das erste Deutschschweizer Restaurant der Fastfood-Kette. Die Filiale startete mit solch fulminantem Erfolg, dass kurze Zeit später überall in der Deutschschweiz weitere Ableger wie Pilze aus dem Boden schossen.

Tempi passati. Heute gehört Basel zu den grossen Sorgenkindern von McDonald’s Schweiz. Der Rückgang des Gesamtumsatzes der 165 Schweizer Filialen im Jahr 2015 ist insbesondere auf das schlechte Geschäft der rund 40 Restaurants in Grenznähe zurückzuführen, hauptsächlich in der Region Südtessin und Basel-Stadt.

Und auch im vergangenen Jahr habe der Grossteil der sechs Filialen in Basel Rückgänge verzeichnen müssen, entgegen dem Trend in der übrigen Schweiz. Dies berichten ein Geschäftsleitungsmitglied und ein Franchisenehmer aus der Region – unabhängig voneinander. Deborah Murith, Sprecherin von McDonald’s Schweiz, sagt, man mache allgemein keine Aussagen zu einzelnen Restaurants. Aber: «In den Filialen direkt an den Grenzen spüren wir den starken Frankenkurs und den damit steigenden Einkaufstourismus.»

Weniger Gäste am Marktplatz

Anzeichen dafür, dass sich die Umsatzzahlen der Basler McDonald’s-Restaurants im laufenden Jahr mit dem aktuell erstarkenden Euro wieder verbessern, gibt es nicht. Insbesondere das Lokal am Marktplatz, das sich im ersten Stock über dem «McCafé» befindet, verzeichnet laut Insidern einen anhaltenden Gästerückgang.

Hier leidet das Geschäft unter anderem auch, weil auf dem Marktplatz direkt vor der Tür zur Mittagszeit immer mehr sogenannte mobile Foodtrucks ein Menu zur Mittagszeit anbieten – auch hausgemachte, frische Burger sind darunter.

Dass McDonald’s nun wie in den USA beabsichtigt, Restaurants in Basel zu schliessen, danach sieht es allerdings nicht aus. Murith sagt, man prüfe regelmässig die Standorte. «Wir planen aber keinen Wegzug vom Marktplatz.» Basel sei für McDonald’s eine «wichtige, lieb gewonnene Stadt», weil sie anziehend sei und ein grosses Einzugsgebiet habe.

Genau hier scheint das Problem zu liegen: Maurus Ebneter vom Basler Wirteverband ist überzeugt, dass die Verlängerung des 8er-Trams nach Weil am Rhein sowie eine «gewerbefeindliche Verkehrspolitik» mit schuld daran sind, dass McDonald’s Schweiz in Basel schlechte Zahlen schreibt. Diese Entwicklung bereite dem Wirteverband Sorgen, sagt Ebneter:«Denn der Schnellverpfleger ist ein aussagekräftiger Frequenzmesser. Wenn es ihm nicht läuft, ist das für die ganze Branche alarmierend.»

Vorausgesetzt, die Informationen der erneuten Umsatzrückgänge im 2016 würden stimmen, «ist das in der Tat beunruhigend. Wenngleich nicht überraschend. Wir haben ähnliche Rückmeldungen von zahlreichen anderen Betrieben erhalten.»

Für Ebneter stellt dies eine paradoxe Situation dar: Der Basler Wirtschaft gehe es ja hervorragend. «Dass die Gastronomie trotzdem leidet, sollte dem Kanton zu denken geben. Er trägt eine gewisse Mitverantwortung.»

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