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Nach Gewinneinbruch: Zurich streicht in der Schweiz 750 Jobs, weltweit verschwinden 8000 Jobs

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2015 liegt dem Versicherungskonzern Zurich schwer auf. Gewinn und Umsatz gingen drastisch zurück. Der Konzern konkretisiert darum sein bereits angekündigtes Sparprogramm. 8000 Stellen sind betroffen.



Der Versicherungskonzern Zurich hat ein katastrophales Geschäftsjahr hinter sich: Umsatz, Betriebsgewinn und Reingewinn gingen massiv zurück. Grossschäden und Naturkatastrophen belasteten das Ergebnis. Sparen wird nun noch dringender. 8000 Stellen sind betroffen.

Nachdem der Versicherungskonzern Zurich eine Verschärfung des Sparprogramms kommuniziert hatte, ist jetzt klar: 8000 Stellen von den weltweit rund 55'000 werden gestrichen. In der Schweiz fallen insgesamt 750 Stellen dem Rotstift zum Opfer.

>> Wie man einen Abbau von 8000 Stellen versteckt – ein Fallbeispiel

Diese Zahenl nennt Zurich in der Mitteilung vom Donnerstag. Bereits im vergangenen Jahr hatte Zurich angekündigt, bis 2018 über eine Milliarde einsparen zu wollen und hatte einen Stellenabbau in verschiedenen Ländern in Aussicht gestellt. Der Konzern beschäftigt derzeit mehr als 55'000 Mitarbeitende.

ARCHIV -  ZUR MELDUNG, DASS MARIO GRECO NEUER KONZERNCHEF BEIM VERSICHERUNGSKONZERN ZURICH WIRD, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG. - An undated shows Italy's Mario Greco, who will join the board of directors of insurance group Allianz as of 1 May 2005, it was reported on Wednesday, 15 December 2004. Greco, who hails from Naples, will take over the Europe II department from Detlev Bremkamp who retires next year. Currently Greco serves as Chairman of the Board of the Italian Allianz subsidiary RAS.  EPA/Allianz

Mario Greco, der designierte CEO der Zurich, wird sein Amt bereits am 7. März antreten
archivBild: EPA

Der Konzern spricht nun von «8000 Positionen», die vom bereits angekündigten Sparprogramm betroffen seien. Wie viele dieser Stellen gestrichen oder lediglich verlagert werden und ob es dabei zu Kündigungen kommen wird, sagte ein Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur sda nicht.

Dieses Sparprogramm steht insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Geschäfte des Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr weit unter den Erwartungen blieben. Dieses «enttäuschende Ergebnis» sei vor allem auf das Schadensversicherungsgeschäft und Restrukturierungskosten zurückzuführen, liess sich Tom de Swaan, Verwaltungsratspräsident und CEO ad interim, in der Mitteilung zitieren.

Naturkatastrophen und Gross-Schäden

Im Schadensversicherungsgeschäft fiel der Betriebsgewinn in der Berichtswährung Dollar um 71 Prozent, in Lokalwährungen um 70 Prozent auf 864 Millionen Dollar. Grund dafür seien im Wesentlichen die Überschwemmungen in Grossbritannien und in Irland im Dezember gewesen, sowie die Explosionen im Hafengebiet des chinesischen Tianjin im August.

Hingegen stieg der Betriebsgewinn im Lebensgeschäft (Global Life) um 2 Prozent auf 1,30 Milliarden Dollar. In Lokalwährungen wäre sogar ein Plus von 16 Prozent resultiert. Einen um 10 Prozent tieferen Betriebsgewinn von 1,4 Milliarden Dollar weist jedoch der Bereich «Farmers» aus.

Auf Gruppenstufe resultierte ein Betriebsgewinn von 2,9 Milliarden Franken und damit gegenüber dem Vorjahr ein Einbruch um 37 Prozent. Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von 1,8 Milliarden Dollar, der sich im Vergleich zum Vorjahr mit einem Minus von 53 Prozent mehr als halbierte.

Auch der Gesamtumsatz des Konzerns, der sich aus Bruttoprämien, Policengebühren, Anlagen und Managementgebühren der einzelnen Sparten zusammensetzt, ging um 9 Prozent zurück von 74,4 Milliarden Dollar 2014 auf knapp 68 Milliarden Dollar im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Den Rückgang erklärt der Konzern mit gesunkenen Prämien-Einnahmen. Im Nichtleben Geschäft (General Insurance) sanken die Einnahmen um 6 Prozent auf 34 Milliarden Dollar, im Leben-Geschäft (Global Life) waren die Einnahmen um 9 Prozent tiefer und lagen bei 29 Milliarden Dollar. Allerdings waren diese Rückgänge durch den relativ starken Dollar bedingt. Ohne diese Währungseffekte wären die Prämieneinnahmen gestiegen.

Neuer Chef Greco kommt früher

Nach diesem Abschluss besteht beim Versicherungskonzern der Bedarf, nach einem neuen CEO, der aufräumt. Wohl deshalb wird Mario Greco, der designierte Chef, sein Amt bereits am 7. März antreten und nicht wie erwartet Anfang Mai. Bereits am Dienstag war bekannt geworden, dass Greco bei seinem bisherigen Arbeitgeber Generali per sofort abtrat.

Um die Aktionäre weiter bei der Stange zu halten, schlägt die Zurich Versicherung vor, die Dividende bei 17 Franken pro Aktie zu belassen. In Analystenkreisen war erwartet worden, dass diese gesenkt werden könnte. Doch so bleibt die Zürich ihrem Ruf treu, für Investoren vor allem wegen der Dividende interessant zu sein. (sda)

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