Schweiz
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Sicht auf ein Plakat der Schweizerischen Nationalbank SNB mit der neuen 50-er Note, am Dienstag, 12. April 2016, in Bern. (KEYSTONE/ Peter Schneider)

Mit solchen Plakaten bewirbt die Nationalbank die neuen Banknoten – was kostet die Kampagne? Bild: KEYSTONE

Ist das wirklich nötig? Nationalbank schaltet wegen 50er-Nötli Plakate und TV-Spots

Neue 50er-Noten Will die SNB mit der aktuellen Informationsoffensive ihr angekratztes Image aufpolieren?

antonio fumagalli / Aargauer Zeitung



Wer gestern im Zug oder Postauto nicht nur aus dem Fenster schaute, wer nach der Lieblingssendung nicht gleich den Fernseher ausschaltete oder wer auch einfach nur mit offenen Augen durch die Strassen ging, dem ist sie vielleicht schon aufgefallen: Die Informationskampagne der Schweizerischen Nationalbank (SNB). «Das jüngste Schweizer Original» steht da schwarz auf weiss auf den Weltformat-Plakaten.

Gemeint ist die neue 50er-Banknote, die seit gestern Morgen im Umlauf ist (siehe Infobox). Deren Einführung ist am Stammtisch und in den Medien zwar seit Wochen ein Thema, doch für die SNB ist die Informationsoffensive trotzdem notwendig: «Es gibt durchaus Personen, die noch nicht viel über die neue Note wissen. Sie wollen wir mit der Kampagne erreichen», sagt Mediensprecherin Silvia Oppliger. 

Die Nationalbank, die in der Öffentlichkeit normalerweise nur äusserst zurückhaltend auftritt, spricht von der Sicherheit. Man wolle die Bevölkerung mit dem Erscheinungsbild der neuen Noten vertraut machen, indem man sie auf die wichtigsten Merkmale hinweise. «Es geht bei der Kampagne darum, dass sich die Leute mit der neuen Note in kurzer Zeit vertraut machen und deren Echtheit überprüfen können», sagt Oppliger.

Der Auftrag der SNB sei, die Bargeldversorgung zu gewährleisten. Bei Einführung einer neuen Banknotenserie sei es zwingend, die Bevölkerung umfassend zu informieren. Kurz: Bei der Nationalbank hält man das Geld für die Kampagne für gut investiert.

«Einführung ist ein Selbstläufer»

Das sehen freilich nicht alle so: «Ich schaue diese Kampagne sehr kritisch an, schliesslich sind es Steuergelder, die dafür eingesetzt werden», sagt der Luzerner FDP-Nationalrat Albert Vitali. Sinn und Zweck der Aktion erschliesse sich ihm «nicht wirklich».

Finanzkommissions-Kollege Peter Keller (SVP, NW) pflichtet bei: Die Einführung einer neuen Banknote sei ein Selbstläufer, der nicht zusätzlich beworben werden müsse, da früher oder später ohnehin jeder mit ihr in Kontakt komme. «Man hätte die für die Kampagne aufgewendeten Mittel sicherlich sinnvoller einsetzen können», so Keller.

Peter Keller, Nationalrat SVP, singt die Nationalhymne, anlaesslich der Nominationsversammlung der SVP Nidwalden, am Freitag, 27. Maerz 2015, in Hergiswil. Peter Keller soll im Herbst bei den eidgenoessischen Wahlen fuer eine weitere Amtszeit kandidieren. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Hält die Kampagne für unnötig: SVP-Nationalrat Peter Keller.
Bild: KEYSTONE

Wie hoch die Kosten für die Kampagne sind, bleibt im Dunkeln. Die SNB gibt dazu keine Informationen preis und weist einzig darauf hin, dass der Budgetposten in der Jahresrechnung in den «Notenaufwand» einfliesse. Letztes Jahr betrug dieser 86.9 Millionen Franken. Und auch die Allgemeine Plakatgesellschaft (APG) darf aufgrund des Geschäftsgeheimnisses keine Auskunft geben.

50 bis 1000 Franken pro Woche

Bleibt also nur eine vage Annäherung: Wie man auf der Online-Buchungsplattform der APG nachlesen kann, variieren die Preise für ein Plakat der klassischen Grösse enorm. An sehr guter Lage, etwa am Zürcher Hauptbahnhof, sind pro Woche über 1000 Franken pro Plakat fällig. An einem peripheren Standort sind es für die gleiche Grösse nicht mal 50 Franken. Rollende Plakate mit besserer Ausleuchtung sind teurer als die herkömmlichen Klebeversionen.

Ein Fernsehspot von 30 Sekunden – die SNB-Werbung dauert ungefähr so lange – kommt bei SRF derweil durchschnittlich auf rund 3000 Franken pro 30 Sekunden zu stehen. Zur Primetime steigt der Preis aber auf 25'000 Franken für die gleiche Dauer.

Versteckte Kamera: So reagieren Menschen in den Läden auf die neuen Scheine

abspielen

Video: watson.ch

Bei der APG gibt es zudem einen Rabatt von 25 Prozent für politische Werbung. Gemäss Richtlinien braucht es dafür aber einen «erkennbaren Hinweis auf eine zur Wahl stehende Partei, einen Kandidaten oder Liste oder eine konkrete Abstimmungsvorlage» – was bei der aktuellen SNB-Kampagne nicht der Fall ist.

Entscheidend für eine Kostenschätzung ist natürlich, wie viele Plakate und TV-Spots die Nationalbank in Auftrag gegeben hat. Doch auch dazu gibt es keine Auskunft. SNB-Sprecherin Oppliger sagt allerdings, die Kampagne sei «breit gefächert und umfassend».

Geht es auch ums Image der SNB?

Die Nationalbank hat turbulente Zeiten hinter sich, insbesondere die Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar 2015 hat ihr trotz der viel zitierten Unabhängigkeit viel Kritik eingebracht. Will man bei der SNB demnach gleich zwei Fliegen mit einem Schlag treffen und hat bei der aktuellen Informationskampagne gleich auch noch eine Imagepolitur im Hinterkopf? Die Nationalbank verneint – um das eigene Image gehe es keinesfalls.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Chaose 13.04.2016 10:40
    Highlight Highlight Euer eigenes Video beweist: dieser Artikel (aus der AZ) ist nicht nötig ;-)
  • pun 13.04.2016 10:38
    Highlight Highlight Hauptsache die Staatsabbauer von rechts können mal wieder schimpfen und von Steuergelderverschwendung palavern...
    Natürlich ist diese Kampagne sinnvoll und auch wenn sie eine Million kostet immernoch günstiger als die Verzögerung im Druck, die von Orell Füssli eine - huch - private Firma verursacht hat.
  • Louie König 13.04.2016 09:45
    Highlight Highlight Zuerst dachte ich mir "So ein Schwachsinn, wieso muss eine Werbung gemacht werden, für etwas, das früher oder später eh jeder in den Händen hält?" Wenn ich es aber recht bedenke, ist euer Video von gestern wirklich der beste Beweis dafür, dass eine Werbung doch nicht so verkehrt ist. Ob in diesem Ausmass, darüber lässt sich streiten.
  • shoerli 13.04.2016 09:42
    Highlight Highlight Fragen, ob Werbung für die neue Grüne nötig ist und im gleichen Artikel ein Video verlinken, in dem ein ziemlich grosser Teil der Verkäufer den Fünfziger nicht erkennt - ja, ist es wohl.
  • 7immi 13.04.2016 09:21
    Highlight Highlight ist ja nicht schlecht, wenn die leute informiert werden über die neue note. so kann man betrug vorbeugen.
    und seit wann ist ihr image angekratzt?
  • Chroneburger 13.04.2016 09:21
    Highlight Highlight Vom Grafischen und Optischen her gefällt mir die Werbung, nötig ist sie meiner Meinung nach dennoch nicht.
  • Süffu 13.04.2016 09:15
    Highlight Highlight Die, die auf eine Blüte (hihihi) reinfallen, werden das wohl auch, obwohl sie ein Plakat gesehen haben. Das einzig Wahre wäre ein Müsterli gewesen :-)
  • Nick Name 13.04.2016 09:06
    Highlight Highlight Unnötig, wie viele PR.
    1. ist es kein "Produkt", das verkauft werden muss. Früher oder später werden es ohnehin 100%ig alle verwenden, die Geld in die Hand nehmen.
    2. ist wegen 1. das Argument "vertraut werden" einfach nur Quark.
    3. brauchts auch um die "Sicherheitsmerkmale kennenzulernen" ganz sicher keine Plakate und TV-Spots. Hallo? Wer kennt schon alle Sicherheitsmerkmale der noch aktuellen "alten" Noten? Warum soll die neue besonders gefährdet sein, wenn sie doch viel sicherer sein sollte?...
    4. berichten die Medien auf allen Kanälen. Plus Flyer in Banken und Post würde vollauf reichen.
    • Nick Name 13.04.2016 09:27
      Highlight Highlight Anhang: Ergo ist es eine reine Imagekampagne, es bitzeli getarnt als Info.
    • DailyGuy 13.04.2016 11:26
      Highlight Highlight Weil 10000 Flyer nicht auch Unsummen an Geld vernichten würden.

      Zum Punkt 3: Doch. Gerade bei der Einführung ist es wichtig, dass man weiss wie die Sicherheitsmerkmale aussehen. Den gerade dort könnte man ohne grossen Aufwand den Verkäufern eine halbwegs gut gefälschte Note andrehen. Und wenn Sie sich die Werbung anschauen: da werden etwa nur die Hälfte der 15 Sicherheitsfunktionen vorgestellt. Also längstens nicht alle.

      Zum Ergo: Sie macht Werbung über eine Note. Wie soll sie sich da zu einem besseren Image verhelfen? Da muss ich wohl in einer der Strategie Lektionen geschlafen haben.
    • Nick Name 13.04.2016 12:05
      Highlight Highlight @DailyGuy: Excusez, aber einige 10'000 Flyer kosten gleich viel wie TV-Spots? Aha? Ausserdem: u.a. Tramhänger mit Flyern drin wurden auch produziert.
      Und auf welchen Erfahrungen begründet der zweite Abschnitt? Um Personal zu schulen, das mit Bargeld zu tun hat, sind breitest gestreute öffentliche Plakat- und TV-Kampagnen definitiv nicht der effizienteste Weg. Ausserdem: Produzieren Sie doch nur schon mal "eine halbwegs gut gefälschte Note". Einfach so hurtig.
      Und zum letzten Satz: Ja.
  • flyingdutch18 13.04.2016 09:00
    Highlight Highlight Eine dumme Charmeoffensive, weil sie es sich nach der Aufhebung des Mindestkurses mit der Schweiz verdorben haben.
    • Gantii 13.04.2016 10:14
      Highlight Highlight lol?
  • DailyGuy 13.04.2016 08:42
    Highlight Highlight Ich finde vor allem die Fernsehwerbung gut. Gerade bei der Einführung einer neuen Note ist die Gefahr von Fälschern gross (die Sicherheitsmerkmale und Design sind noch nicht so bekannt usw.). Darum macht der Werbespot, welcher sich auf die Sicherheitsmerkmale des neuen Scheines beziehen, durchaus Sinn. So weiss jeder, auf was das er achten muss, wenn er eine neue Note in der Hand hält.
  • Papst Benedikt 13.04.2016 08:40
    Highlight Highlight Geld haben Sie ja xD
  • Triumvir 13.04.2016 08:39
    Highlight Highlight Doch die Kampagne ist nötig, nicht zuletzt um einige SVP-Heinis aufzuklären inkl. ihrem Finanzminister, der bekanntlich keine Medien konsumiert ;-P
  • SaveAs_DELETE 13.04.2016 08:31
    Highlight Highlight Schade hat die SNB Werbung gemacht. Jetzt weiss jeder wie die neue Note ausschaut. Da kann ich mit meinen selbstgebastelten Noten wohl keinen Erfolg verbuchen...
  • Don Quijote 13.04.2016 08:26
    Highlight Highlight Ich glaube genau aufgrund der Reaktionen aus dem Video braucht es irgendwie diese Werbung, besonders jene mit den Sicherheitsmerkmalen. Denn gerade jetzt wäre es doch die einfachste Zeit, Blüten in Umlauf zu bringen...

    "Wir nehmen nur Schweizer Franken!"
    - Mit der Blüte: "Das ist die neue Note..."
    "Ah merci, kannte sie noch nicht."

    Oder so.
  • ast1 13.04.2016 08:23
    Highlight Highlight Euer Reaction-Video zeigt, dass solche Werbung definitiv nötig ist, um die Bekanntheit der Note zu steigern.
  • Digital Swiss 13.04.2016 08:18
    Highlight Highlight Diese Info Kampagne ist notwendig. Viele, auch gut umgesetzte, Projekte scheitern bei der Einführung (Kommunikation, Training, Sensibilisierung, Early Life Support).
  • ramonke 13.04.2016 07:56
    Highlight Highlight watson bitte korrigiert das doch mit den steuern. es ist einfach unwahr das diese kampagne mit steuergelder finanziert wurde und es würde euch gut stehen hier aufzuklären und keine stimmungsmache mit unwahrheiten zu betreiben!
    • bebby 13.04.2016 08:33
      Highlight Highlight Genau, das Problem liegt da bei Hr. Vitali. Das wäre etwa so, wie wenn man jede Swisscom Werbekampagne als Verschleuderung von Steuergeldern bezeichnen würde.
      Nur weil die Kantone daran beteiligt sind, ist es noch lange kein Staatsbetrieb.
  • Fabian Langenegger 13.04.2016 06:57
    Highlight Highlight Aifach nur nunötig. So a schaiss
  • Der Kritiker 13.04.2016 06:49
    Highlight Highlight Die snb ist eine ag. Sie zieht keine steuern ein und deshalb ist die angebrachte motivation zur geäusserten kritik nicht angebracht. Ob eine werbekampagne wirklich sein muss? Nun, als tourismusland schadet es bestimmt nicht, wenn touristen und finanzminister durch plakate von unserer neuen note erfahren, so können sie weiterhin auf zeitunglesen verzichten.
    • Equity 13.04.2016 17:52
      Highlight Highlight Hahah danke!! 😅
  • Duweisches 13.04.2016 06:44
    Highlight Highlight Die SNB-App ist übrigens auch sehr nützlich um die neuen Noten kennenzulernen!
    Einfach vor die Kamera eine neue 50er-Note legen und schon werden die Sicherheitsmerkmale Schritt für Schritt erklärt, so dass man auch als Laie allfällige Fälschungen aufspüren kann...
    • Wooz 13.04.2016 08:15
      Highlight Highlight Darüber sollten die Medien berichten! So könnten auch kleinere Läden sicher sein, dass sie nicht mit Falschgeld bezahlt werden. Danke für den Hinweis.
  • giguu 13.04.2016 06:24
    Highlight Highlight Ich finde diese spots sehr wichtig, zumal unser finanzminister ja der bevölkerung ein super tolles vorbild ist und auf den konsum jeglicher news verzichtet.
  • philosophund 13.04.2016 06:04
    Highlight Highlight Irgendwie muss die SNB ja die alten 50er loswerden.. :-P
  • Piwi 13.04.2016 05:59
    Highlight Highlight Die Plakate braucht's um Ueli Maurer (BrUM) zu informieren, da bis jetzt nur in allen Medien darüber berichtet wurde.
    Auf seine Reaktion (von 'Momol' bis 'Chabis') dürfen wir gespannt sein, wenn er von der Überraschung erfährt.
  • walsi 13.04.2016 05:47
    Highlight Highlight Ich wusste gar nicht, dass die SNB Steuern erhebt. Ich dachte bis heute immer, dass sie ihre gewinne an die Kanton ausbezahlt. Albert Vitali sollte sich vielleicht noch einmal informieren.
  • Zeit_Genosse 13.04.2016 05:37
    Highlight Highlight Diese Geschichte ist gesucht. Ist alles in Butter.

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