Schweiz
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Bank Edmond de Rothschild soll die Schweizer Börse verlassen



ZUR MEDIENKONFERENZ DER SIX ZU 20 JAHREN SEIT DER EINFUEHRUNG DES VOLLELEKTRONISCHEN HANDELS AN DER SCHWEIZER BOERSE STELLEN WIR IHNEN AM DIENSTAG, 8. DEZEMBER 2015, FOLGENDES ASRCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG  -  Der Schriftzug

Bild: KEYSTONE

Die Genfer Bank Edmond de Rothschild (Suisse) zieht sich von der Schweizer Börse zurück. Sie wird vollständig von der Familie Benjamin de Rothschild übernommen, die bereits die grosse Mehrheit an der Bank besitzt. Die Dekotierung ist für Ende des dritten Quartals vorgesehen.

Ziel sei die Vereinfachung der Strukturen, teilte die Bank am Mittwoch in einem Communiqué mit. Damit sende die Familie ein starkes Signal aus, sagte die Generaldirektorin der Schweizer Rothschild-Gruppe, Ariane de Rothschild, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Man wolle die Agilität verbessern und auf die Entwicklung des Private Banking reagieren.

«Die Privatbankiers können es sich heute nicht mehr erlauben, einfach auf die Einlagen der Kunden zu warten», sagte sie. Man wolle einen spartenübergreifenden Ansatz, um den Kunden bei allen ihren Bedürfnissen Angebote machen zu können.

Die Bank Edmond de Rothschild (Suisse) solle die operative Einheit für die Bankaktivitäten der Gruppe werden, die sich zu rund 83 Prozent im Besitz des Ehepaars Ariane und Benjamin de Rothschild befindet. Benjamin ist ein Sohn des Firmengründers Edmond. Damit kommen die Bankaktivitäten (Private Banking, Asset Management und Private Equity) in der Schweiz und Frankreich unter ein Dach.

Dachholding legt Kaufangebot für Bankaktie vor

Konkret legt nun die Dachholding der Edmond de Rothschild-Gruppe ein öffentliches Kaufangebot für die ausstehenden Inhaberaktien der Bank vor. Die Dachholding ist bereits Mehrheitsaktionärin der Bank Edmond de Rothschild (Suisse) und besitzt direkt und indirekt bereits knapp 94 Prozent an dem Geldhaus.

Für jede kotierte Inhaberaktie bietet die Dachholding nun netto 17'945 Franken in bar. Davon wird nach der Generalversammlung die Dividende von 2'445 Franken je Titel abgezogen. Damit hat die Kaufofferte einen Nettowert von 87.7 Millionen Franken für die ausstehenden Inhaberaktien der Bank. Das Angebot gelte voraussichtlich vom 9. Mai bis zum 6. Juni, hiess es weiter.

An der Schweizer Börse machte die Aktie nach dem Kaufangebot bis Mittwochnachmittag einen Kurssprung von 6.7 Prozent auf 17'500 Franken. Am Vortag hatte das Papier noch 16'400 Franken gekostet.

Gewinnsprung dank Immobilienverkäufen

Im vergangenen Jahr hat die Bank einen operativen Bruttogewinn von 120 Millionen Franken erzielt. Das sind 6.5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Reingewinn schoss dank Immobilienverkäufen auf 221.7 Millionen Franken nach oben. Im Vorjahr hatte Edmond de Rothschild (Suisse) unter dem Strich noch 76 Millionen Franken Reingewinn eingefahren.

Der Börsenabsturz gegen Jahresende 2018 ging auch an dem Geldhaus nicht spurlos vorbei. Die verwalteten Vermögen schrumpften um 7 Prozent auf 128 Milliarden Franken.

Neuer Bankchef

Im Zuge der Umstrukturierung kommt es zu einem Chefwechsel bei der Bank: Emmanuel Fiévet verlässt das Geldhaus und wird per sofort durch den Franzosen Vincent Taupin ersetzt. Ariane de Rothschild wird Verwaltungsratspäsidentin von Edmond de Rothschild (Suisse).

Mit der Neugruppierung werde die zweite Wachstumsphase der Bank eingeleitet. Man könne im Private Banking nicht erfolgreich sein ohne Asset Management, sagte Taupin: «Wir haben beides.»

Ariane de Rothschild behält ihre Verantwortung in der Gruppe, die ausserdem noch in den Bereichen Philanthropie, im Weinbau und in der Hotellerie tätig ist. In die Bankgeschäfte wolle sie operativ indes nicht mehr eingreifen, sondern sich auf ihre Rolle als Aktionärin konzentrieren, sagte Ariane de Rothschild im Gespräch.

Europaweite Familie

Die Wurzeln der weitverzweigten Rothschild-Familie sind in Deutschland. Das Bankgeschäft geht auf Mayer Amschel Rothschild zurück, der im 18. Jahrhundert die Dynastie gründete. Die Rothschild-Söhne stiegen laut Wikipedia binnen weniger Jahrzehnte zu den führenden Bankiers Europas auf.

Ein einheitliches Bankhaus gibt es heute nicht mehr. Stattdessen existieren drei Finanzgruppen, die von unterschiedlichen Familienzweigen der Rothschilds kontrolliert werden. Die eine Gruppe ist Edmond de Rothschild in Genf, die anderen Gruppen befinden sich in Frankreich und England. (aeg/sda/awp)

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • FloW96 13.03.2019 18:54
    Highlight Highlight Verschwörungstheorien in 3.... 2...
  • Rogidog 13.03.2019 16:57
    Highlight Highlight Rothschild... ein spannendes Thema und sehr interessant wie sich diese Bank der Banken so unauffällig im Hintergrund halten.. Nimmt man sich die Zeit zu recherchieren wird man nicht schlecht staunen welche Banken schlussendlich den Rothschilds gehören. Und nein harte Fakten, keine Verschwörungstheorien.

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