Schweiz
Zürich

Zentralwäscherei Zürich soll länger bleiben können

Zentralwäscherei Zürich soll länger bleiben können

23.10.2025, 10:5623.10.2025, 14:09

Der Zürcher Stadtrat will den Kulturraum Zentralwäscherei weiter unterstützen. Neu soll der Verein einen jährlichen Beitrag von 150'000 Franken erhalten. 2026 wird es eine Urnenabstimmung geben.

Um den Betrieb auf dem Areal bis Ende 2026 zu erhalten, bewilligte der Stadtrat in eigener Kompetenz einen Zusatzkredit von rund einer Million Franken. Darin ist auch ein Betriebsbeitrag für den Verein Zentralwäscherei erhalten, wie der Stadtrat am Donnerstag mitteilte.

Zentralwäscherei Zentralwaescherei Zürich Zuerich
Der Stadtrat will den Kulturraum Zentralwäscherei weiter unterstützen.Bild: watson

Ein Sprecher von Liegenschaften Stadt Zürich bestätigte gegenüber Keystone-SDA, dass es sich um einen «leistungsorientierten Beitrag in der Höhe von 150'000 Franken» handelt. Bisher erliess die Stadt dem Verein die Mieteinnahmen in der Höhe von 99'000 Franken. Einen Beitrag überwies sie aber nicht.

Der Kulturraum könne mit seinen Einnahmen nicht kostendeckend arbeiten, begründet die Stadt diese Änderung. «Nach dem Auslaufen von Anschubfinanzierungen wird es für den Verein zudem zunehmend schwierig, Drittmittel zu beschaffen», heisst es weiter. Den Betriebsbeitrag brauche es, um das bestehende Angebot aufrecht zu erhalten.

Einen Mieterlass wird es weiterhin geben, aber nur noch in der Höhe von 64'000 Franken. Das sei möglich, weil ein Teil der Herrichtungskosten amortisiert sei. Den Betrag von 150'000 Franken will der Stadtrat auch nach 2026 ausrichten. Darüber wird also auch an der Urne entschieden.

Ärger um Redner

Der Verein Zentralwäscherei sorgte bei den bürgerlichen Parteien immer wieder für rote Köpfe. So fand in den Räumlichkeiten ein Anlass einer linksradikalen Organsation statt, an der ein Vertreter der in Deutschland verbotenen Gruppierung Samidoun sprach. Diese sympathisiert mit der Hamas.

Im Nachgang gab es viel Ärger im Stadtparlament und Gespräche zwischen dem Verein und der Stadt Zürich. Der Verein verpflichtete sich etwa dazu, genaue Abklärungen zu den an den Anlässen beteiligten Personen durchzuführen. Die externen Veranstalter müssen zudem die Richtlinien der Zentralwäscherei unterschreiben.

Parlament will Wohnungen

Bisher bewilligte der Stadtrat 18,43 Millionen Franken. Nun sollen rund 9 Millionen dazukommen. Die Urnenabstimmung betrifft eine Verlängerung des Angebots nach 2026. Dem Stadtrat ist es wichtig, dass die Flächen an nicht gewinnorientierte Einzelpersonen oder Gruppen vermietet werden.

Der Stadtrat überarbeitet das Entwicklungskonzept Josef-Areal bis 2027. Umgesetzt werden dürfte die Umgestaltung nicht vor 2035. Ursprünglich plante der Stadtrat auf dem Areal der Kehrichtverbrennung und der Zentralwäscherei 195 Alterswohnungen, dazu ein Hallenbad, einen Werkhof und einen Park. Das Parlament überwies aber eine Motion, die den Bau von 300 gemeinnützigen Wohnungen vorsieht. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
9 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Puki
23.10.2025 13:12registriert August 2019
Schade dauert das alles wieder so lange. Man könnte fast meinen, es gäbe keine Wohnungskrise. Gleiches auf der anderen Seite der Hardbrücke, bei der ehemaligen Autowaschanlage. Ebenfalls ein Areal, das der Stadt gehört. Macht mal vorwärts
217
Melden
Zum Kommentar
avatar
Jeremy Raphael
23.10.2025 11:02registriert Juli 2024
Ich finde es sehr bedenklich, wenn nicht gar eine Sauerrei, dass der Verein sich immer über die Anforderungen der Stadt hinwegsetzt (Parteilichkeit, Anisemitismus) und dennoch immer weiterverfahren wird als wäre nichts.
2210
Melden
Zum Kommentar
avatar
El Ninio
23.10.2025 13:00registriert Juni 2020
1Mio die man sicher besser investieren könnte in Jugendtreffs die auch was bieten. Ich kenne die genauen Budgets von Dynamo und so nicht. Aber dort wäre das Geld sicher besser aufgehoben als bei diesen Möchtegern Revolutern.
2015
Melden
Zum Kommentar
9
Die Schweizer Einkaufsstrassen sind voll wie nie – warum Händler trotzdem jammern
Die Schweizer Detailhändler rechnen mit einem schlechten Jahr. Doch aktuelle Daten zeigen: Nicht alle Branchen leiden. Für Lebensmittel geben die Menschen etwa mehr Geld aus, während Kleider-Läden darben. Die Gründe.
Der Detailhandel leidet. Läden schliessen, Preise sinken, Flächen bleiben leer. Der Branchenverband Swiss Retail Federation teilte vor kurzem mit, die Umsätze seien 2025 unter jenen des Vorjahres geblieben – laut ersten Auswertungen um bis zu 1,3 Prozent. Eine Trendwende sei nicht in Sicht. Der tiefen Inflation, Reallohnerhöhungen und einem Preiskampf im Detailhandel stünden etwa höhere Prämien für die Krankenkassen gegenüber. Die Haushalte würden «auf die Ausgabenbremse treten». «Es bereitet uns Sorge», wird Direktorin Dagmar Jenni zitiert.
Zur Story