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Sie sind noch immer wahnsinnig gut, Zeichen der Abnützung sind aber zu sehen.
Sie sind noch immer wahnsinnig gut, Zeichen der Abnützung sind aber zu sehen.bild: screenshot Amazon.com

Nach 5 Folgen «Grand Tour» ist es Zeit für ein positives Fazit und ein paar Sorgenfalten 

20.12.2016, 09:4320.12.2016, 12:01

«The Grand Tour» war im Jahre 2016 die sehnsüchtigst erwartete TV-Sendung der Welt. Kein Wunder, war der legitime Vorgänger «Top Gear» mit 350 Millionen Zuschauern doch die TV-Sendung mit den meisten Zuschauern der Welt. Doch was ist nach fünf Folgen «Grand Tour» von der Euphorie geblieben? Einiges! Aber nicht alles.

  • 1. Episode: Sehr gut bis sehr, sehr gut. (IMDB-Note: 9.1)
  • 2. Episode: Ui! Ausrutscher. Zu viel Drehbuch, zu wenig Spontanität (IMDB-Note: 7.0).
  • 3. Episode: Stabile Folge. Eigentlich eine klassische «Top Gear»-Folge. Wieder die Tendenz zu zu viel Drehbuch, trotzdem viele Lacher. (IMDB-Note: 8.5).
  • 4. Episode: Eigentlich eine klassische «Top Gear»-Folge. Erneut zu viel Drehbuch, aber auch viele gelungene Gags (IMDB-Note: 8.3).
  • 5. Episode: Eigentlich eine klassische «Top Gear»-Folge. Zu viel Drehbuch again, aber auch wieder viele gelungene Scherze (IMDB-Note: 8.6).

Wir stellen fest: «The Grand Tour» von Amazon ist der erwartete eigentliche Nachfolger von «Top Gear» der BBC: Die Herausforderungen à la «Kauft euch mit 1000 Euro einen PKW und bastelt daraus einen funktionsfähigen Flugzeugträger» sind geblieben, die Reisen in exotische Länder sind geblieben, die dummen Sprüche sind geblieben, die Sympathiewerte der Moderatoren sind geblieben, die Chemie zwischen den Moderatoren – und das ist der wichtigste Punkt – ist geblieben. «Top Gear»-Fans bekommen genau das, was sie wollen. Und das ist gut so. Well done, chaps.

Hammond und May spielen Schiffeversenken – mit echten Autos.Video: YouTube/The Grand Tour

Ausser den wenigen kosmetischen Anpassungen fällt eine Veränderung bei «The Grand Tour» allerdings besonders stark auf: der deutliche Hang zum Drehbuch.

Und das ist nicht gut so.

Die zweite Episode von «The Grand Tour» war derart verscriptet, dass man sie nur das schlechteste TV-Produkt des Moderatoren-Trios Clarkson, Hammond und May seit Jahren nennen kann. Sogar die unterirdische «Top Gear»-Folge, in der die drei eigene Ambulanzfahrzeuge basteln müssen (S22E03) und die gestellte Kanada-Reise (S22E06) waren lustiger (und deshalb besser).

Gut, kann passieren. Jeder schiesst einmal übers Ziel hinaus. Die Erwartungen sind ja auch nicht gerade tief. Und tatsächlich rehabilitierte sich «The Grand Tour» mit den nächsten drei Folgen.

Die Tendenz aber bleibt: «The Grand Tour» muss sich mit offensichtlich gescriptetem Slapstick zu helfen wissen. 

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Dass man das Subtile dem Offensichtlichen opfert, dafür mag es viele Gründe geben. Zum Beispiel der Wechsel der Hauptzielgruppe (früher GB, jetzt USA). Weil sich der Trend aber bereits in den letzten Staffeln von «Top Gear» abzeichnete, ist etwas anderes zu befürchten: Bei den Jungs ist langsam die Luft ein bisschen raus.

Selbstverständlich ist das Klagen auf hohem Niveau, auf Weltmeisterniveau quasi. Clarkson, May und Hammond liefern auch heute noch allerbeste Unterhaltung und, oh, was habe ich in allen fünf Folgen von «The Grand Tour» gelacht.

Trotzdem kann nicht geleugnet werden, dass das Trio seine besten Zeiten hinter sich hat. Das zeigen auch die IMDB-Wertungen der einzelnen Folgen – und noch fehlt die eigentliche Hammer-Episode (à la Vietnam-Special).

Geniessen wir die drei also noch, solange sie zusammen zu sehen sind – und einigermassen lustig sind. Denn was danach kommt, stimmt nicht gerade fröhlich. Nachfolger sind weit und breit nicht in Sicht: «Top Gear» auf BBC ist nur noch eine Qual und die Generation PewDiePie muss erst noch beweisen, dass sie dazu fähig ist, etwas von demselben Format zu produzieren.

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