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Auf geht's zum zweiten Teil «spassige Literaturzusammenfassungen». bild: watson

Teil II: Klassiker der Weltliteratur auf wenige Sätze gekürzt: Welche 15 Bücher verbergen sich hier?

Grosse Literatur, grossartig nacherzählt: Jetzt zeigt sich, ob du die Klassiker nicht nur gelesen, sondern auch begriffen hast.

anna rothenfluh, lukas linder



Wenn Schweine aufrecht gehen und dabei Pferde, Hühner, Esel, Ziegen und Schafe gleichermassen unterdrücken, dann ist das Kommunismus.

Die Lösung:

Es ist die Geschichte von einer Frau und ihrem unheilvollen Buchabo. Sie lehrt uns, dass ein Mann aus Eifersucht niemals eine Fussoperation vornehmen sollte. Und dass Frauen entweder nicht lesen oder nicht heiraten sollten. Stimmt. Tod und Liebe liegen bekanntlich nahe beisammen. Vor allem in der Provinz.

Die Lösung:

Howgh.

Die Lösung:

Bild: EPA DPA

Ein Softporno aus dem 18. Jahrhundert. Liebhaber mit sehr grossem Gemächt kann sich nicht für eine Frau entscheiden, da er findet, alle Frauen müssten in den Genuss seines Naturspektakels kommen. Darum geht er erst zum Theater, danach geht er wandern. Der Autor ist ein Sonntagskind der Literatur – und darum sind auch alle seine Figuren Sonntagskinder, die das Leben systematisch abwandern, als wäre es auf dem Reissbrett erdacht worden. Das Schlimmste, was uns passieren kann, ist, dass wir uns als Protagonisten in einem Bildungsroman wiederfinden.

Die Lösung:

In Russland verstecken sich davongelaufene Nasen gerne in fremden Konfi-Broten. Das passiert dort zuweilen, aber nur einer hat davon berichtet. Besagter Frühstücker, dem diese sonderbare Erfahrung zuteil wurde, schmiss die Nase dann auch in hohem Bogen in den Fluss. Gegessen werden die nämlich nicht. Auch nicht in Russland.

Die Lösung:

Es ist die Geschichte einer Frau, wie sie nur ein Mann erfinden kann. Ehefrau und Mutter, die den heimischen Herd für einen geölten Schnurrbart verlässt. Der Preis der Liebe ist immer der Tod – oder die Einsamkeit. In diesem Fall ist der Heldin das Geratter der Eisenbahn lieber als das Geschnatter der Leute. Heute ein Fall für die Kesb, damals ein Fall für ganz grosse Literatur. Sic transit gloria mundi.

Die Lösung:

Es ist das Buch, das auf dem Nachttisch von Roger Federer liegt. Dies schon seit 1997. Nach einem Grand-Slam-Erfolg pflegt er eine Seite darin zu lesen, die ihm dann ausgesprochen gut gefällt. Er hat keine Ahnung, worum es in dem Buch geht. «Parfüm», sagt er, wenn seine Frau um eine Analyse bittet.

Die Lösung:

Jeder Narzisst sollte mindestens ein Selbstbildnis besitzen – und zwar in gemalter Form – so wie der Protagonist dieser Geschichte. Andernfalls endet er an einem Weiher, wo er bis zu seinem Tode sein Spiegelbild angeifert. Dieser Held hier weiss das zu verhindern: Er sperrt sein Porträt auf den Estrich und versucht ungefähr hundert Jahre lang seine schier unstillbaren Gelüste nach Frauen, Alkohol und Drogen zu stillen – ohne auch nur eine einzige Falte davonzutragen. 

Die Lösung:

Andere suchen nach einem Parkplatz. Aber auch wenn er nicht nach der «Zeit» sucht, wie dieser junge Neurastheniker mit Schlafproblemen gerne vollmundig verkündet, macht er einen ziemlich spleenigen Eindruck. Heute Morgen hat er zum Beispiel stundenlang den Weissdorn umarmt. Andere umarmen immerhin ein Pferd.

Die Lösung:

Der eigentliche Held dieses Buches ist ein versaut sprechender Papagei. Ohne ihn würde auf 400 Seiten wenig bis nichts passieren. Er treibt seinen Besitzer von der Leiter direkt in den Tod. Eine Schlüsselszene. Und sie verrät uns: Für die Liebe lohnt es sich zu warten, solange du am Altersheim vorbeikommst. Schaffst du es, kannst du mit der Papageienmanns-Witwe auf's Kreuzfahrtschiff, das solange auf dem Río Magdalena hin und her tuckert, bis ihr beide dahin seid.  

Die Lösung:

Ein junger Adliger fährt mit dem Schiff nach Irland, um eine Braut für seinen König zu finden. Doch dann gefällt sie ihm selber derart gut, dass er sie mit Caipi abfüllt, den er einfallsreich Liebestrank nennt. Es ist die Geschichte von zwei Menschen, die für immer und ewig aneinander gebunden sind (blöder Bausparvertrag) und darum den armen König hintergehen – bis er den Braten riecht. Der Schluss ist so traurig wie der Name des Protagonisten. 

Die Lösung:

Noch immer hat er nicht den längst überfälligen Nobelpreis erhalten. Und keines seiner Werke verlangte dringlich danach als diese poetische Milieustudie einer Gruppe soziophober Paranoiker, die mit dem Flugzeug versehentlich in eine andere Zeitzone fliegen, wo sie kurzzeitig den Geschmackssinn verlieren, um ihn am Ende wieder zu finden. Dazwischen kommt es zu mystischen Kabinengesprächen über das Irrationale, die den Verfasser als profunden Kenner der Schriften des heiligen Thomas von Aquin ausweisen.

Die Lösung:

Willst du bei einem Menschen deiner Wahl eine ausgeprägte Persönlichkeitsspaltung hervorrufen, dann sperr' ihn monatelang in ein enges Kämmerlein, wo es nichts gibt ausser einer karierten Bettdecke.

«Man sieht nur mit dem Herzen gut.» Eine fadengerade Desinformation, die heute noch von unzähligen Greisen bemüht wird, wenn es darum geht, den Arzt zu überzeugen, dass sie immer noch Auto fahren können. «Wenn man seine Morgentoilette beendet hat, muss man sich ebenso sorgfältig an die Toilette des Planeten machen» ist ein emphatischer Aufruf zum öffentlichen Herumurinieren. Kein anderes Buch hat so viel Schaden verursacht, vom Telefonbuch einmal abgesehen. Es ist das Gift, das in unser BLINDES Herz tröpfelt, jedesmal wenn wir Rosen kaufen und keine finden, die uns gefällt.

Die Lösung:

Sie haben gerade in Danzig Ihr Studium in Schiffsbau mit der Note «Genügend» abgeschlossen? Sie sind ein guter Esser und ein selbstgefälliger Redner von unendlich nervötender Geschwätzigkeit? Dann kommen Sie nach Davos! Hier ist es schön. Vor allem für Ihre Lungen. Die Zeit vergeht im Flug. Nach Davos kommen und bis zum Weltuntergang frühstücken.

Die Lösung:

Hast du die Hälfte der Bücher nicht erkannt? Dann hast du wahrscheinlich auch eine potemkinsche Bibliothek ...

Hier noch ein paar verschandelte Kinderbücher ...

Wenn dein Leben ein Buch wäre: Wie würde es heissen?

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Wenn dein Leben ein Buch wäre: Wie würde es heissen?
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