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Die Scheibe liegt im Davoser Tor. Selbst Cardiff-Spieler Joey Martin kann es kaum glauben. bild: twitter.com/cardiffdevils

Analyse

Die doppelte Blamage in Grossbritannien – wie kommt es zu einer solchen Peinlichkeit?

Nach Meister Bern blamiert sich auch Davos in der Champions Hockey League mit einer Niederlage gegen einen britischen Klub – allerdings unter anderen Vorzeichen. Wie konnte es so weit kommen? Eine Analyse.



Das vergangene Wochenende dürfte als eines der peinlichsten in die Schweizer Eishockeygeschichte eingehen. Dabei beginnt es eigentlich gut: Am frühen Samstagabend fertigt der EV Zug das finnische Team JYP Jväskylä mit 6:3 ab. Endlich haben auch die Zentralschweizer in der Champions Hockey League (CHL) den Tritt gefunden. Wenig später schlagen sich die ZSC Lions gegen den zweifachen Titelhalter Frölunda achtbar, verlieren aber knapp. Nichts wofür man sich schämen muss.

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So verlief die Partie in Nottingham.

Doch in der Zwischenzeit hat die Peinlichkeit parallel zum Spiel in Zürich seinen Lauf genommen. Der Schweizer Meister SC Bern gerät im englischen Nottingham nach einer 2:0-Führung plötzlich noch in Bedrängnis. Weil Jérémie Kamerzin und Yannick Burren im Lauf der Partie verletzt ausfallen, spielt der SCB nur noch mit vier Verteidigern. Das hat Folgen. Nach zwei Dritteln hat Nottingham die Partie ausgeglichen. Im dritten Abschnitt gehen die Hausherren gar in Führung und schaukeln den Sieg über die Zeit.

Hockey-Europa schmunzelt über die Berner Blamage. Auch im Davoser Fanlager ist die Schadenfreude gross. Doch HCD-Anhänger werden bald wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt. Der Schweizer Rekordmeister verliert am Sonntag auswärts bei den Cardiff Devils nach Verlängerung. Es ist das letzte Kapitel eines blamablen Wochenendes.

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Die Highlights der Davoser Niederlage.

Doch wie kann es zu einer solchen Peinlichkeit kommen? Im Vorfeld konnte damit nicht gerechnet werden, schliesslich gewann Davos das Hinspiel gegen Cardiff zuhause mit 10:1. Und auch Bern feierte vor eigenem Anhang einen ungefährdeten 5:2-Sieg gegen Nottingham. Nehmen die Schweizer Klubs die CHL etwa immer noch nicht ernst?

Nein, daran liegt es in diesem Jahr nicht. Bei Davos steht die Champions Hockey League weit oben auf der Prioritätenliste. Trainer Arno Del Curto sieht in ihr einen Wettbewerb, den er noch nie gewonnen hat, aber unbedingt noch gewinnen will. Dass man im Hinspiel gegen Cardiff immer noch intensiv weiterspielte, obwohl man nach 34 Minuten 5:0 führte, ist ein klares Indiz dafür, dass Davos eigentlich konsequent zur Sache gehen will. Und seit beim SCB Kari Jalonen an der Bande steht, wird der europäische Vergleich ebenfalls ernst genommen.

Wenigstens die Fans des HCD waren in Topform.

Viel eher wurden nach den lockeren Heimsiegen die britischen Gegner unterschätzt. Bern trat auswärts gegen ein nach zwei Siegen gegen das tschechische Mountfield euphorisiertes Nottingham an. Die Mutzen trafen auf erstaunlich viel Gegenwehr. Die Schussverteilung zeigt: Nottingham gelang es, die Berner aus dem Slot herauszuhalten.

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grafik: championshockeyleague.com

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Die Schussverteilung zeigt: Bern schoss mehr als Nottingham, aber aus ungefährlicheren Positionen. grafik: championshockeyleague.com

Dazu kommt, dass dem SCB aufgrund der verletzten Spieler etwas die Luft ausging. Dennoch erzeugten die Berner in der Schlussphase nochmals viel Druck. Der späte Ausgleichstreffer hätte genau so gut fallen können wie der Empty-Netter der Panthers.

Die Niederlage des HCD in Cardiff lässt sich dagegen ausschliesslich an der eigenen Leistung festmachen. Die Bündner machten den Eindruck, als wären sie gar nie richtig in Wales angekommen. Sie krochen förmlich übers Eis, reihten Fehlpass an Fehlpass, waren im Abschluss absolut harmlos und in der Defensive unglaublich fehlerhaft.

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Die Schussverteilung zeigt, wie unterlegen Davos war. grafik: championshockeyleague.com

Es war keine typische Niederlage gegen einen krassen Aussenseiter. Die Devils standen nicht unter Dauerdruck und sie kamen nicht dank einer aussergewöhnlichen Torhüterleistung und einem Lucky-Punch zum Sieg. Nein, der britische Vertreter war von A bis Z die bessere Mannschaft, was vor allem an der fehlenden Davoser Gegenwehr lag. Cardiff hatte deutlich mehr Schüsse zu verzeichnen und gewann rund zwei Drittel aller Bullys. Oder anders formuliert: Mit einer Leistung wie am Sonntag in Cardiff hätte Davos auch in der Swiss League (ehemals NLB) Mühe.

Bern muss sich keine Sorgen machen. Die Mannschaft funktioniert und lässt sich auch durch einen einmaligen Ausrutscher nicht aus dem Tritt bringen. Mit zwei Siegen gegen Mountfield sind auch die Achtelfinals in der Champions Hockey League noch problemlos möglich. Davos dagegen muss reagieren. Derart blutleere Auftritte können sie sich weder in der CHL noch in der National League leisten. Andernfalls steckt der Rekordmeister bald in grossen Schwierigkeiten.

Bern und Davos stiessen auf einigen Gegenwind

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Video: watson/Emily Engkent

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Brucho 04.09.2017 21:33
    Highlight Highlight Und Dino der möchte gern Hockeyexperte vom Blick meint der HCD wird 3. nach der Quali und der ZSC nur 5. Naja vielleicht hat er einfach noch keinen der tollen Matches vom Z in der diesjährigen CHL gesehen oder er mag den Z einfach aus Prinzip nicht oder er hat noch nicht verdaut, dass er in Zürich als Spieler nie erwünscht war.
    • MARC AUREL 05.09.2017 08:46
      Highlight Highlight Brucho mag sein das der Z bis jetzt überzeugt hat aber die Quali dauert sehr lange... niemand kann sagen wer wo genau steht.. aber Davos sehe ich nie so weit vorne! Bern, Lugano und Zürich sehe ich ganz vorne. Dann kommt Zug, Davos und Lausanne...
  • Brummbaer76 04.09.2017 20:36
    Highlight Highlight Es ist peinlich. Aber man sieht das die Engländer auch Hockeyspielen können. Das Problem ist das man sie gnadenlos unterschätzt hat. Genau das darf nie aber auch gar nie tun. Auch wenn es ein Gegner aus einer uns unbekannten Liga ist.
    Nur solche Niederlagen haben auch Vorteile, bringt es den Spieler doch mal wieder vor Augen, das man jeden Gegner ernst nehmen soll. Auch wenn er nicht so bekannte Namen in den Reihen hat.
  • p***ylover 04.09.2017 19:30
    Highlight Highlight Gottéron ist die einzige Schweizer Mannschaft, welche sich in der Champions League konstant stark aufgetreten ist. Bei allen anderen CH Teams fehlt es an Demut und Disziplin... Dieses Jahr wird's wohl nix mit Halbfinals mit CH-Vertretung.
  • sevenmills 04.09.2017 18:51
    Highlight Highlight War ein ähnlicher Auftritt des HCD wie gegen Visp im Cup damals: Gegner unterschätzt und prompt keine Chance... und nicht fähig, die richtige Einstellung im Verlaufe des Spiels doch noch zu finden - wobei es im Fall gegen eine britische Mannschaft nochmals peinlicher ist. Auch Dübendorf kann eine Geschichte davon erzählen. War damals schon der Meinung, dass in diesen Spielen eine grosse Mitschuld beim Trainer lag.
  • NumeIch 04.09.2017 15:51
    Highlight Highlight Wie konnte es soweit kommen? Ganz einfach. Dieser sinnlose Wettbewerb interessiert Keinen, analog zum CH Cup. Nicht einmal die Spieler die daran teilnehmen. Gewonnen oder verloren - Who cares?
    • Hockrates 04.09.2017 16:40
      Highlight Highlight Du hast auf jeden Fall einen Bericht darüber kommentiert.
  • mad_aleister 04.09.2017 13:16
    Highlight Highlight Sinnbildlich für die Leistung ist der Fehler von Dino Wieser welcher 3:3 führt. Er geht "go steche" undsieht dabei aus als würde er denken: "Die Brite chönd eh nöd Hockeyspille. Nimmen de Puck weg, denn gits es Breakaway!" 😁
  • Pax Mauer 04.09.2017 12:50
    Highlight Highlight Als altem 11-Freunde-Leser kommt mir grad Günter Hetzer in Sinn. Der würde jetzt erklären, dass die Sause im Feierzimmer 8 vor dem Spiel nicht so trocken wie die Vorstellung auf dem Eis gewesen sei 😃
  • Lan25d 04.09.2017 12:07
    Highlight Highlight Wo sind denn die HCD-trolle ;)?
    • MARC AUREL 04.09.2017 13:21
      Highlight Highlight 👍 ja wo sind sie....
  • c_meier 04.09.2017 11:47
    Highlight Highlight Naja wenn SCB & HCD mit 16 Kanadiern (wie Cardiff) oder 11 Kanadier+1 Russe+1 Schwede (Nottingham) antreten würden, wäre das Resultat evt. anders...
    Wenn man dies weiss, sehe ich nicht genau wieso man von "blamieren" spricht wenn man gegen ein 2/3-Team Canada verliert.

    Soweit ich gelesen habe dürfen in England höchstens 17 Ausländer engagiert sein pro Team...
    • Adrian Buergler 04.09.2017 12:35
      Highlight Highlight Nur weil das Kanadier sind, sind sie noch lange nicht besser als die Schweizer bei Bern oder Davos. Das Niveau der EIHL ist bescheiden. Teams mit den Anspruch des SCB oder des HCD sollten solche Mannschaften in jedem Fall schlagen können.
    • Scrj1945 04.09.2017 16:31
      Highlight Highlight Seit wann ist die herkunft eine regel für talent? Klar die kanadier und russen wachsen mit dem sport sein sie kleinkinder sind auf und ein engländer nicht. Trotzdem ist nicht jeder kanadier ein crosby
  • AllknowingP 04.09.2017 09:42
    Highlight Highlight UI NEI !
  • MARC AUREL 04.09.2017 09:33
    Highlight Highlight Hey Goon, das haben deine Davoser toll gemacht....😉

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