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Bei seiner Vorstellung war die Stimmung noch heiter: Oilers-CEO Bob Nicholson (links) mit GM Peter Chiarelli.
Bei seiner Vorstellung war die Stimmung noch heiter: Oilers-CEO Bob Nicholson (links) mit GM Peter Chiarelli.Bild: AP/CP
Analyse

Die Edmonton Oilers haben ihren GM vielleicht gerade noch rechtzeitig gefeuert

Mit Connor McDavid und Leon Draisaitl hat Edmonton zwei der besten Skorer der ganzen Liga – und trotzdem läuft's den Oilers überhaupt nicht. Nun ziehen die Besitzer die Notbremse: General Manager Peter Chiarelli muss weg. Die Saison ist noch zu retten, ein Umbruch steht dennoch bevor.
23.01.2019, 13:5824.01.2019, 05:51

Für «McJesus» muss es zum Verzweifeln sein. Connor McDavid gilt mit seinen erst 22 Jahren als bester Eishockeyspieler der NHL. Niemand anders als Sidney Crosby adelte ihn als solchen – einer, den viele Beobachter ihrerseits als Weltbesten sehen.

Doch Eishockey ist immer noch ein Teamsport. McDavid und sein deutscher Teamkollege Leon Draisaitl – die aktuellen Nummern 2 und 8 der NHL-Skorerliste – können es nicht alleine richten. Deshalb haben die Oilers letztes Jahr die Playoffs klar verpasst und in dieser Saison droht Edmonton bei der Vergabe des Stanley Cups erneut nur die Zuschauerrolle.

Sie treffen zwar, aber siegen zu selten: Connor McDavid (links) und Leon Draisaitl.
Sie treffen zwar, aber siegen zu selten: Connor McDavid (links) und Leon Draisaitl.Bild: THE CANADIAN PRESS

Noch ein Monat für Trades

Die jüngste 2:3-Heimniederlage gegen die Detroit Red Wings – das schwächste Team der Liga – war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Nach drei Pleiten in Folge wurde Berichten zufolge der umstrittene General Manager Peter Chiarelli entlassen. Er gilt als Hauptschuldiger für die Krise.

Der Zeitpunkt der Trennung scheint günstig zu sein. Erstens sind die Playoffs noch nicht weit weg; der Rückstand auf die Wildcard-Ränge beträgt drei Punkte. Und zweitens steht für Edmonton, auch wegen des All-Star-Games, eine Pause von zehn Tagen an. Erst am 2. Februar geht's weiter. Und drittens bleibt den Verantwortlichen nun noch ein ganzer Monat dafür, das Team etwas umzubauen. Bis am 23. Februar darf getradet werden.

tabelle: nhl

Ein Missverständnis namens Ryan Spooner

Fragwürdige Trades waren es, welche Chiarelli letztlich den Kopf gekostet haben. So kratzten sich Fans und Beobachter am Kopf, als im Sommer 2016 der Nummer-1-Pick Taylor Hall im Tausch für Verteidiger Adam Larsson an New Jersey abgegeben wurde. Letzte Saison wurde der Teamkollege von Nico Hischier bei den Devils zum MVP der Regular Season gewählt.

Derzeit ist Hall verletzt, doch fit ist er wohl für jede Franchise ein Gewinn.
Derzeit ist Hall verletzt, doch fit ist er wohl für jede Franchise ein Gewinn.Bild: AP

Als Sinnbild für Chiarellis Misswirtschaft muss auch Ryan Spooner herhalten. Im Sommer 2017 gab der GM den etablierten Skorer Jordan Eberle ab und holte dafür Ryan Strome von den New York Islanders. Ein gutes Jahr später, Mitte November 2018, musste Strome wieder gehen, Spooner kam für ihn von den New York Rangers. Doch er überzeugte nicht, weshalb er am Montag auf die Waiver-Liste gesetzt wurde. Weil ihn kein anderes Team haben wollte, wurde Spooner gestern … nicht ins Farmteam versetzt, sondern dennoch gegen die Red Wings aufgestellt. «Er spielte so wirkungslos wie immer, seit er da ist», resümierte der kanadische TV-Sender «Sportsnet».

Die Niederlage letzte Nacht.Video: YouTube/NHL Video

Talente im zu kalten Wasser

Ein wenig sensibler Akt war der Trade von Brandon Manning. Ihn holte Chiarelli kurz vor Silvester mit Robin Norell aus Chicago, dafür gab er Drake Caggiula und Jason Garrison ab. Brisant war dieser Spielertausch deshalb, weil Manning damit Mitspieler von Superstar McDavid wurde. Denn als Philadelphia-Verteidiger sorgte er einst mit einem Bandencheck dafür, dass McDavids Schlüsselbein brach und er drei Monate ausfiel. Der Jungstar warf Manning damals Absicht vor und sprach von einem der «stillosesten Dinge, die ich je auf Eis gesehen habe.» Wie es nach dem Trade hiess, habe sich Chiarelli deshalb zuvor bei McDavid erkundigt, ob er damit einverstanden sei.

Die Verletzung McDavids.Video: YouTube/SomeHockeyVideos

Die Liste der Vorwürfe ist lang und einer davon ist auch, dass junge Talente verheizt würden: Der finnische Wunderstürmer Jesse Puljujärvi und der Amerikaner Kailer Yamamoto, beide 20 Jahre alt. Anstatt in einer taumelnden Mannschaft Lücken zu füllen, wäre für ihre Entwicklung eine Rückkehr ins Farmteam in der AHL vielleicht ratsam.

Der nächste Umbruch steht an

Offiziell wird die Entlassung von Peter Chiarelli im Verlaufe des Tages bekanntgegeben. Als Abschiedsgeschenk verlängerte er gestern noch für drei Jahre mit Goalie Mikko Koskinen, was allgemein als riskanter Entscheid interpretiert wurde. Nachdem im November schon der Trainer wechselte (Ken Hitchcock löste Todd McLellan ab), steht der fünffache Stanley-Cup-Sieger vor einem Umbruch. Selbst wenn in dieser Saison noch die Playoffs geschafft werden, ist bereits die Rede von einem «Rebuild 4.0» im nächsten Sommer. Seit die Edmonton Oilers 2006 erst im Final an den Carolina Hurricanes scheiterten, haben sie sich in zwölf Anläufen genau noch ein einziges Mal für die Playoffs qualifizieren können.

Superstar Connor McDavid muss darauf hoffen, dass er endlich genügend taugliche Mitspieler erhält: Sein Vertrag in Edmonton läuft noch bis 2026. Immerhin wird er fürstlich für sein Dasein bei den schlingernden Oilers entschädigt. Sein Jahreslohn von 12,5 Millionen Dollar macht ihn zum bestbezahlten Spieler der NHL.

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Video: watson/Emily Engkent
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