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Arizona Coyotes defenseman Niklas Hjalmarsson (4) celebrates with goaltender Antti Raanta after defeating the Ottawa Senators 5-1 in an NHL hockey game, Tuesday, Oct. 30, 2018, in Glendale, Ariz. Arizona defeated Ottawa 5-1. (AP Photo/Rick Scuteri)

In Arizona gibt es derzeit viel Grund zum Jubeln. Bild: AP/FR157181 AP

Analyse

Die Arizona Coyotes sind momentan das heisseste Team der NHL – echt jetzt!

Die Arizona Coyotes standen in den letzten Jahren für chronische Erfolglosigkeit. Dieses Jahr scheint sich das geändert zu haben.



Manchmal schreibt man als Sportredaktor Sätze, die man selbst so kaum erwartet hätte. So auch diesen: Die Arizona Coyotes sind derzeit das heisseste Team in der NHL. Und das hat nichts damit zu tun, dass in Glendale, dem Spielort der Coyotes, auch im November noch 26 Grad erreicht werden. Nein, das Team aus dem Wüstenstaat hat seine letzten fünf Spiele allesamt gewonnen.

Arizona Coyotes' Jordan Oesterle (82) is congratulated by teammates after scoring a first-period goal against the Tampa Bay Lightning during an NHL hockey game, Saturday, Oct. 27, 2018, in Glendale, Ariz. (AP Photo/Ralph Freso)

Jordan Oesterle lässt sich von seinen Teamkollegen feiern. Bild: AP/FR170363 AP

Und das, obwohl die «Yotes» miserabel in die Saison gestartet sind. In den ersten drei Heimspielen gewannen sie keinen Punkt. Ja nicht einmal ein Treffer ist ihnen gelungen. Viele befürchteten wieder einen ähnlich desaströsen Auftakt wie vor einem Jahr, als Arizona im Oktober von 13 Spielen nur eines gewann und die Saison einmal mehr als eines der schlechtesten Teams der Liga abschloss.

Doch obwohl auch im Sommer fast alles beim Alten geblieben ist, haben die Coyotes dieses Jahr, noch bevor der November begann, den Turnaround geschafft. So hat man unlängst Cup-Anwärter Tampa Bay mit 7:1 bezwungen und diesem Erfolg einen 5:1-Sieg bei den Ottawa Senators folgen lassen. Drei Dinge sind besonders zentral für die Wende.

Mehr Tore

Die Coyotes sind ein junges Team. Und junge Spieler brauchen manchmal ein oder zwei Saisons, bis sie ihr Potential ausschöpfen können. Der grösste Unterschied im Vergleich zu den ersten Saisonspielen in diesem Jahr ist, dass Arizona nun endlich Tore schiesst. Das gelingt, seit Alex Galchenyuk zurück im Team ist. Der Neuzugang von den Montreal Canadiens verpasste den Saisonstart verletzungsbedingt. Es ist aber nicht nur der 24-jährige Amerikaner mit weissrussischen Wurzeln, der den Tritt endlich gefunden hat.

Los Angeles Kings goalie Peter Budaj (31) makes a pad save on a shot by Arizona Coyotes center Alex Galchenyuk (17) during the second period of an NHL preseason hockey game Tuesday, Sept. 18, 2018, in Glendale, Ariz. (AP Photo/Ross D. Franklin)

Neuzugang Alex Galchenyuk bringt Arizona Tore. Bild: AP/AP

Clayton Keller hat mit neun Punkten aus zwölf Spielen in seiner zweiten NHL-Saison mehr Schwung aufgenommen als im ersten Jahr. Derek Stepan und Christian Fischer überzeugen ebenfalls. Und der 24-jährige Neuzugang Vinnie Hinostroza überrascht als sechstbester Skorer des Teams. 

Mehr Spielkontrolle

Im Vergleich zur letzten Saison lassen die Coyotes weniger Schüsse auf das eigene Tor zu und geben selbst mehr Schüsse auf den gegnerischen Kasten ab. Sie haben also, allgemein gesagt, das Spiel besser im Griff. Der Corsi-Prozentsatz ist von 48 Prozent (2017/18 neuntschlechtester Wert der Liga) auf über 51 Prozent (neuntbester Wert der Liga) gestiegen.

Schusskontrolle der Arizona Coyotes:

Bild

Grün: Schussversuche für/60 Minuten (CorsiFor/60)
Rot: Schussversuche gegen/60 Minuten (CorsiAgainst/60)
Blau: CorsiFor%
quelle: corsica.hockey; Bild: watson, infogr.am

Zudem leistet sich Arizona die zweitwenigsten Scheibenverluste der Liga (6,92 pro Spiel) und das Boxplay funktioniert hervorragend. Mit einer Erfolgsquote von 92,1 Prozent ist es das beste Unterzahlspiel der Liga und gleichzeitig auch das gefährlichste: Schon sieben Shorthander haben die «Yotes» erzielt.

Starke Torhüter

Zu der verbesserten Spielkontrolle kommt, dass Arizona derzeit auf sehr starke Torhüter zählen kann. Stammtorhüter Antti Raanta macht dort weiter, wo er letzte Saison aufgehört hat. Mit 92,9 Prozent Fangquote und 2,1 Gegentoren pro Spiel gehört er zu den besten Keepern der Liga. Auch in der Advanced-Stats-Sparte «Goals Saved Above Average» (GSAA) spielt Raanta an der NHL-Spitze mit. Dank dem 29-jährigen Finnen haben die Coyotes bereits fünf Tore weniger erhalten, als sie mit einem durchschnittlichen Torhüter erhalten hätten.

«Goals Saved Above Average»

«Goals Saved Above Average» – also gehaltene Tore über dem Durchschnitt – ist eine Statistik, die aufzeigen soll, ob ein Torhüter besser oder schlechter als der Ligadurchschnitt agiert. Dabei setzt man die durchschnittliche Fangquote der Liga ins Verhältnis mit den Schüssen, die auf das Tor des jeweiligen Torhüters geflogen sind. Damit kriegt man die Anzahl Tore, die ein durchschnittlicher Torhüter bei dieser Anzahl Schüsse kassieren würde. Dann vergleicht man die tatsächliche Anzahl erhaltener Tore mit dem Durchschnitt und sieht, ob der Torhüter darüber oder darunter liegt. 

Goalie-Statistik der Arizona Coyotes:

Bild

quelle: hockey-reference.com; Bild: watson, infogr.am

Doch es ist nicht nur Raanta, der hervorragend spielt. Auch der Backup-Torhüter Darcy Kuemper hat bislang sehr gute Leistungen gezeigt. Der 28-Jährige stand bislang in drei Partien auf dem Eis und kam in diesen auf noch bessere Zahlen als Raanta. 

Derzeit hat Arizona noch drei Punkte Rückstand auf den letzten Playoff-Platz in der Western Conference, der momentan von San Jose besetzt wird. Die Coyotes haben aber auch noch zwei Spiele weniger auf dem Konto als die Kalifornier. Wenn sie weiterhin so spielen wie in der zweiten Oktoberhälfte, ist die erste Playoff-Qualifikation seit 2012 aber durchaus in Reichweite. 

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    Alle Leser-Kommentare
  • goschi 06.11.2018 09:39
    Highlight Highlight "Dank dem 29-jährigen Finnen haben die Coyotes bereits fünf Tore weniger erhalten, als sie mit einem durchschnittlichen Torhüter erhalten hätten."

    Korrekt wäre die Aussage "als sie statistisch mit einem..."
    Aber so ist das leider geradezu eine Falschaussage

    Statistik ist spannend, aber Statistik muss auch immer in den richtigen Kontext gesetzt werden UND Statistik sagt eben nur etwas über statistische (also damit auch relative) Werte aus und lässt eben keinen direkten Schluss darauf zu, wie es in einem anderen Fall wäre, nur was sein könnte.
  • Couleur 05.11.2018 19:02
    Highlight Highlight In der ersten Vorlesung zur Statistik lernt man, dass die Stichprobe genug gross sein muss, was mit 5 Siegen in Serie oder 12 Runden nicht gegeben ist. Dazu sind das Aussagen zur Vergangenheit. Sicher ein in gewisser Massen gegebener Prädiktor für die Zukunft, aber da spielen so viele andere Faktoren rein, die in diesen Statistiken nicht abgebildet werden. Ich halte die Verteufelung wie die Glorifizierung dieser Stats für falsch. Findet einen gesunden Mittelweg. Schliesslich ist ein Spiel von Menschen und nicht Robotern.
    • Adrian Buergler 05.11.2018 23:06
      Highlight Highlight @Couleur: Nun, im Sport beruhen die meisten Prädikatoren für die Zukunft auf der Vergangenheit. Ist nicht restlos ideal, aber in die Zukunft schauen kann nun mal niemand.

      Bezüglich Samplesize: Natürlich ist ein Monat nicht ausreichend, um bei allen Statistiken exakt zu sein. Aber man darf deswegen die Oktoberresultate nicht einfach abwinken und sagen "ist noch zu früh". Letztes Jahr haben 11 von 16 Teams, die nach Oktober auf einem Playoffplatz lagen auch tatsächlich die Playoffs erreicht.
  • eye love two hockey 05.11.2018 18:45
    Highlight Highlight Wird es irgendwann auch wieder NHL-Analysen geben, die nicht nur auf Advanced Stats basieren, Adrian?
    • Adrian Buergler 05.11.2018 23:24
      Highlight Highlight Was stellst du dir denn vor?

      Hier basiert ja auch nicht alles auf Advanced Stats. Punkt 1 ist sogar komplett frei von Advanced Stats ;-)

      Oder in dieser Story zu Matthews kamen eigentlich auch keine Advanced Stats vor: https://www.watson.ch/!318656369
    • eye love two hockey 06.11.2018 08:06
      Highlight Highlight Ich kann die Frage auch anders formulieren: Hast du dir diese Saison schon ein ganzes Spiel von den Coyotes angeschaut?

      MMn erzählen Advanced Stats immer nur die halbe Wahrheit (Wenn überhaupt). Zudem kann sich diese heutzutags jeder im Internet selber zusammentragen.

      Viel wissenswärter wäre es doch, einige Worte zur Spielweise (oder meinetwegen auch Taktik) des Teams zu lesen. Dafür muss man sich aber eben aich ein Spiel anschauen..

      btw: Auch wenn Raanta einen guten GSAA-Wert hat, ist er immer noch nur ein durchschnittlicher Torhüter! Deshalb ist die Formulierung dort nicht ganz richtig!
    • Adrian Buergler 06.11.2018 11:00
      Highlight Highlight Tja, das mit dem Spiele schauen ist aufgrund der Zeitverschiebung halt nicht immer einfach. Ich schaue so viele NHL-Spiele, wie es mir möglich ist. Ansonsten schaue ich mir die Condensed Replays oder andere Formen der Zusammenfassung (Video, Texte, Stats etc.) an.

      So weiss ich, dass die Coyotes nicht nur gute Stats haben, sondern auch ziemlich gut spielen (Heute Nacht gegen Philly mal ausgenommen).

      Und nein: Seit Raanta bei Arizona ist, ist er mehr als ein durchschnittlicher Torhüter.
    Weitere Antworten anzeigen
  • goldmandli 05.11.2018 17:25
    Highlight Highlight Alles schön und gut, aber warum haben sie ihren Namen von phoenix zu Arizona geändert? Geht einfach nicht so schön von den Lippen.
  • zellweger_fussballgott 05.11.2018 16:39
    Highlight Highlight Herrlich wie "wenig" es braucht um von einem schlechten Team plötzlich "heissestes" Team zu sein... Wobei ja einige Teams etwas stärker aufspielen als zu Beginn der Saison prognostiziert. Wird spannend sein, welche Teams ihre Leistungen bestätigen können und welche Teams, die bisher eher unter den Erwartungen waren, sich rehabilitieren. Die Western Conference ist einfach verdammt stark und vor allem breit in der Qualität der Teams (im Gegensatz zur Eastern, wo es einige wirklich schwache Teams gibt).
    • DINIMAMIISCHNDUDE 05.11.2018 17:08
      Highlight Highlight Also die western ist ganz bestimmt nicht viel besser. Die Central Division ist die stärkste, dannach kommen beide aus dem Osten. Die Pacific allerdings klar die schwächste. Das schlechteste Team momentan kommt auch aus dem Westen (LA)
  • Rock'n'Rohrbi 05.11.2018 16:35
    Highlight Highlight Mag sein und Arizon spielt heiss auf.... für mich hingegen ist die Tabelle momentan sehr heiss und erfreulich. Sechs der sieben kanadischen Teams stehen aktuell auf einem Playoff Platz. Wünsche mir dass das auch so im April ist und möglichst viele um Lord Stanleys hardware spielen können. 🇨🇦🏒🥅
  • Ove8 05.11.2018 16:24
    Highlight Highlight Hört doch endlich auf nach 12 Runden mit solchen Statistiken der Schlaumeier zu Spielen.
    Sehen wie nach 40 runden wie es aussieht.
    Es sind gerade einmal knapp 14% der Runden gespielt.
    Das wäre etwa so wen man in der Schweiz nach 7 Runden eine Analyse macht.
    Nicht persönlich nehmen:-)
  • Züzi31 05.11.2018 16:24
    Highlight Highlight Hinostroza ist doch kein rookie mehr? Er hat in den letzten zwei Saisons 49 resp 50 Spiele für die Blackhawks absolviert und dabei 39 Scorepunkte gesammelt.
    • Adrian Buergler 05.11.2018 16:44
      Highlight Highlight @Züzi31: Du hast Recht! Irgendwie habe ich die Spiele für Chicago übersehen.
    • zellweger_fussballgott 05.11.2018 16:44
      Highlight Highlight Exakt.
      To be considered a rookie, a player must not have played in more than 25 NHL games in any preceding seasons, nor in six or more NHL games in each of any two preceding seasons. Any player at least 26 years of age (by September 15th of that season) is not considered a rookie

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