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Champions League, 6. Runde
E: Ajax – Bayern 3:3 (0:1)
E: Benfica – AEK Athen 1:0 (0:0)
F: Donezk – Lyon 1:1 (1:0)
F: ManCity – Hoffenheim 2:1 (1:1)
G: Real Madrid – ZSKA Moskau 0:3 (0:2)
G: Pilsen – Roma 2:1 (0:0)
H: Young Boys – Juventus 2:1 (1:0)
H: Valencia – ManUnited 2:1 (1:0)
Nein, es war nicht der Abend von Cristiano Ronaldo.
Nein, es war nicht der Abend von Cristiano Ronaldo.Bild: KEYSTONE

«Das ist unglaublich!» YB feiert gegen Juve dank Hoarau-Doppelpack den ersten CL-Sieg

Erster Sieg in der Champions League, drei Punkte, eine Prämie von drei Millionen Franken und viel Ansehen in Europas Fussballgemeinde: Die Young Boys beendeten ihren ersten Herbst in der Königsklasse mit einem 2:1 gegen Juventus Turin und einer tadellosen Leistung.
13.12.2018, 00:03

Die Young Boys haben an dem bitterkalten und dennoch denkwürdigen Abend im Stade de Suisse 19 Klubs der Serie A vorgemacht, dass es möglich ist, die mit Cristiano Ronaldo massiv aufgetakelte Alte Dame in die Knie zu zwingen. Tatsächlich hat Juventus in den ersten 15 Runden der Meisterschaft erst zwei Punkte (durch ein Unentschieden) liegenlassen. In Bern aber musste sich Juve einer an diesem Abend besseren Mannschaft beugen.

Beide Berner Tore erzielte der Goalgetter Guillaume Hoarau; das erste auf Penalty, das zweite nach einem magistralen Steilpass von Nicolas Moumi Ngamaleu. Es waren Hoaraus Tore Nummern 100 und 101 für YB.

Hoarau trifft per Penalty zum 1:0 für YB.Video: streamja
Hoarau schliesst einen Konter mustergültig zum 2:0.Video: streamja

Der Argentinier Paulo Dybala kam erst nach 72 Minuten auf den Platz. Er hatte beim 3:0 in Turin alle Tore erzielt, und diesmal benötigte er nur acht Minuten für das 1:2-Anschlusstor. In der Nachspielzeit erzielte der Argentinier gar noch den 2:2-Ausgliech – doch er zählte nicht. Cristiano Ronaldo stand klar im Abseits.

Der 1:2-Anschlusstreffer von Dybala.Video: streamja
Der Abseitstreffer von Dybala in der Nachspielzeit.Video: streamja

Die Stimmen zum Spiel:

Marco Wölfli (YB-Goalie):

«Was wir heute erlebt haben, obwohl uns einige erfahrene Spieler gefehlt haben, ist unglaublich. Ich bin jetzt 36 Jahre alt, umso mehr freue ich mich über jeden Einsatz, besonders über einen gegen Juventus Turin. Das Jahr 2018 ist für mich kein schlechtes Jahr.»
bild: screenshot srf

Guillaume Hoarau (YB-Stürmer):

«Das 100. Tor für YB ist natürlich ein toller Moment, ein schönes Weihnachtsgeschenk. Wie immer habe ich auch heute von unserem starken Kollektiv profitiert. Ich bin sehr glücklich, dass wir diese Kampagne mit einem positiven Ergebnis abschliessen konnten.»
bild: screenshot srf

Gerardo Seone (YB-Trainer):

«Die Mannschaft hat in der bisherigen Champions-League-Kampagne viel gelernt. Wir waren kompakt, effizient und hatten heute auch das nötige Quäntchen Glück. Die starke Defensive war heute sicherlich die Basis. In der Meisterschaft müssen wir uns Chancen kreieren, offensiv spielen. Den Switch zu schaffen, ist nicht immer ganz einfach. Heute ist uns das gut gelungen.»
bild: screenshot srf

Danach liessen sich die Berner einkesseln. Sie benötigten in der letzten Viertelstunde, um die Führung über die Zeit zu bringen. Dafür jedoch hatten Berner vor und nach dem 2:0 sehr gute Szenen – nicht nur bei einem Kopfball von Christian Fassnacht aus bester Position.

Hoarau hat im Dress von YB auch schon auf auf souveränere Art Tore erzielt als das hundertste. Er verwertete den Foulpenalty nach einer halben Stunde über den rechten Pfosten. Juves polnischer Nationalgoalie Wojciech Szczesny war zudem mit den Fingerspitzen am Ball.

YB tanz im Stade de Suisse.
YB tanz im Stade de Suisse.Bild: KEYSTONE

Ob der früh für den verletzten Juan Cuadrado eingewechselte Verteidiger Alex Sandro den YB-Offensivspieler Moumi Ngamaleu im Strafraum wirklich zu Boden gerissen hatte, war fraglich. Der deutsche Schiedsrichter Tobias Stieler zögerte jedenfalls lange, bis er auf Penalty erkannte. Ein anderer deutscher Schiedsrichter, Deniz Aytekin, hatte im Heimspiel gegen Manchester United (0:3) einen sehr strengen Handspenalty gegen YB gepfiffen. Vielleicht war es diesmal ein (später) Ausgleich.

Immer wieder mit viel Tempo

Trotz des eher glücklichen Führungstors durfte sich die Leistung der Young Boys in der ersten Halbzeit sehen lassen. Es war kein Vergleich zu dem passiven, ängstlichen Spiel, das sie beim 0:3 in Turin abgeliefert hatten. Immerhin ging es in Bern auch für Juventus um etwas. Trainer Massimiliano Allegri hatte vor dem Spiel einen Sieg verlangt. Einen solchen benötigten die Turiner, um den für die Auslosung der Achtelfinals Vorteile bringenden Gruppensieg unabhängig vom Abschneiden von Manchester United in Valencia sicherzustellen. Juventus erspielte sich – einmal durch Cristiano Ronaldo – die etwas besseren Möglichkeiten.

Dafür aber kreierten die Berner die gefährlicheren Situationen, indem sie viele Male mit Tempo gegen den Strafraum preschten. Erstmals in einem Champions-League-Match spielten sie phasenweise so, wie sie in der heimischen Meisterschaft die Gegner vor allem in den zweiten Halbzeiten vor grosse Probleme stellen. Im Unterschied zu den Spielen in der Super League schlugen sie daraus lange Zeit kein Kapital.

Ronaldo trifft kurz vor Schluss per Kopf nur den Pfosten.
Ronaldo trifft kurz vor Schluss per Kopf nur den Pfosten.Bild: KEYSTONE

Die drei gewichtigen Absenzen – Steve von Bergen und Miralem Sulejmani verletzt, Sékou Sanogo gesperrt – wurden hervorragend aufgefangen. Ali Camara respektive Nicolas Moumi Ngamaleu und Michel Aebischer zeigten auf ihren Positionen einen ausgezeichneten Match. Nicht kompensiert wurden Sulejmanis Freistösse und Corner. Nach keinem der zahlreichen Corner wurde es in Juventus' Strafraum gefährlich.

Das Telegramm:

Young Boys - Juventus Turin 2:1 (1:0)
31'120 Zuschauer (ausverkauft). - SR Stieler (GER).
Tore: 30. Hoarau (Foulpenalty) 1:0. 68. Hoarau (Moumi Ngamaleu) 2:0. 80. Dybala 2:1.
Young Boys: Wölfli; Mbabu, Camara, Lauper, Benito; Moumi Ngamaleu (84. Schick), Sow (91. Wüthrich), Aebischer, Garcia; Fassnacht (80. Bertone), Hoarau.
Juventus Turin: Szczesny; Cuadrado (23. Alex Sandro), Rugani, Bonucci, De Sciglio (72. Dybala); Costa, Betancur, Pjanic (65. Can), Bernardeschi; Mandzukic, Ronaldo.
Bemerkungen: Young Boys ohne Sanogo (gesperrt), Sulejmani, Von Bergen, Wüthrich und Lotomba (alle verletzt). Juventus Turin ohne Benatia, Khedira, Barzagli und Spinazzola (alle verletzt). 46. Kopfball von Alex Sandro an die Latte. Verwarnungen: 62. Camara (Foul), 64. Bernardeschi (Foul), 72. Garcia (Foul), 83. Wölfli (Spielverzögerung).

Die Tabelle:

bild: screenshot srf

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28 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Züzi31
12.12.2018 22:59registriert August 2015
Hoarau, der vielleicht beste YB Spieler ever?
2029
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Zum Kommentar
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Shikoba
12.12.2018 23:02registriert Juni 2018
Jaaaaaaaa! Omg meine Nerven haben sehr gelitten, vor allem in der yb Viertelstunde! Hach, ich freue mich :) 💛🖤
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elnino
12.12.2018 23:03registriert Oktober 2014
Yees super gut (auch wenn ich FCZ Fan bin). Sowas stärkt den Schweizer Fussball
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