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Chancenlos gegen PSG: Liverpool-Trainer Arne Slot steht unter Druck

epa12876153 Liverpool manager Arne Slot gestures on the touchline during the UEFA Champions League quarter-finals, 1st leg match between Paris Saint-Germain FC and Liverpool FC in Paris, France, 08 Ap ...
Arne Slots Taktik gegen PSG ging schief.Bild: keystone

0 Torschüsse und missglücktes Experiment – Liverpool-Trainer Slot immer mehr unter Druck

Liverpool ist im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinals gegen PSG chancenlos. Trainer Arne Slot gerät für seine Entscheidungen unter Druck.
09.04.2026, 11:2609.04.2026, 11:26

«Der Trainer hat einen grossen Fehler begangen.» So lautet das vernichtende Fazit von TV-Experte Jamie Carragher, nachdem Liverpool das Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League auswärts bei Paris Saint-Germain mit 0:2 verloren hat. Der Trainer, das ist Arne Slot, der Chef an der Liverpool-Seitenlinie. Und er steht aufgrund seiner taktischen Ausrichtung gegen den französischen Meister nun unter Beschuss.

Slot liess Liverpool gegen PSG nämlich mit einer Fünferkette in der Verteidigung auflaufen, obwohl der Niederländer sonst konsequent auf eine Vier-Mann-Verteidigung setzt. «Du versuchst, Wege zu finden, damit sie ihre Stärken nicht so sehr ausspielen können, aber das ist extrem schwierig gegen dieses Team», erklärte Slot nach dem missglückten Experiment. «Ich dachte, wir könnten versuchen, sie mit hohem und aggressivem Pressing unter Druck zu setzen. Aber jedes Mal, wenn wir das versucht haben, wurden wir auseinandergenommen», sagte Slot, der im November noch eine Systemänderung ausgeschlossen hatte.

Wie schlecht das System mit der Fünferkette gegen PSG funktionierte, zeigt die Statistik. Die Pariser hatten 75 Prozent Ballbesitz und 18:3 Schüsse (6:0 Schüsse aufs Tor) auf ihrer Seite. Das 0:2 ist noch ein gutes Resultat für Liverpool. «Es hätten auch fünf oder sechs Gegentore sein können», analysierte Carragher. Der Unterschied zwischen den beiden Teams sei erschreckend gewesen, fand der frühere englische Nationalspieler, zumal Liverpool im Sommer 450 Millionen Pfund investiert hätte.

Das Problem gegen PSG hat Carragher schnell gefunden: «Auf die Fünferkette zu setzen, war komplett falsch.» Liverpool sei mit dieser Taktik viel anfälliger gewesen, als das mit der gewohnten Viererkette der Fall gewesen wäre. Der Grund? «Sie haben auf dem ganzen Feld das Duell Mann gegen Mann gesucht, und dann mussten die drei Innenverteidiger die ganze Breite des Feldes abdecken», erklärte der TV-Experte von CBS. Virgil van Dijk habe sich mit seinen 35 Jahren in alle Richtungen bewegen müssen und sei dabei völlig überfordert gewesen. «Ich glaube, Virgil wird Arne Slot anflehen, dass dieses System nie mehr gespielt wird», ist sich Carragher sicher.

Carragher ist mit seiner Slot-Kritik nicht allein. Der frühere Liverpool-Verteidiger Stephen Warnock sagte nach dem Spiel gegenüber BBC: «Liverpools System heute war ein Geständnis an PSG. Es schrie: ‹Ihr seid die bessere Mannschaft als wir›.» Nun müsse sich Liverpool im Rückspiel noch mehr öffnen, was PSG in die Karten spiele. Der «Guardian» titelte nach der Partie, dass PSG «Slot und Liverpool wie die Jungs von gestern aussehen» liess.

Für Liverpool-Trainer Arne Slot wird die Luft so immer dünner. In der Premier League liegt sein Team nur auf Rang 5. Mit 21 Punkten Rückstand auf Leader Arsenal ist Liverpool meilenweit davon entfernt, den Titel zu verteidigen. Im FA Cup gab es am Wochenende das Out mit der 0:4-Klatsche gegen Manchester City und auch im Ligacup ist Liverpool ausgeschieden. Und nun droht auch in der Königsklasse das Aus.

«Slot wird nicht wegen einer 0:2-Niederlage bei PSG entlassen. Aber die Niederlagen stapeln sich langsam an und nächste Woche droht im Rückspiel noch grösserer Schaden», sagte Warnock. Es ist tatsächlich fraglich, ob sich der Liverpool-Coach ohne Wende im Rückspiel gegen PSG noch viel länger im Amt halten kann.

Dessen scheint sich auch Slot bewusst zu sein. Zwar betonte er, dass seine Mannschaft auch im Rückspiel nicht aufgeben werde. Er meinte aber auch: «Wir dürfen nicht vergessen, dass wir gegen das beste Team Europas spielen.» Im Rückspiel am nächsten Dienstag müsse alles stimmen, damit die Wende möglich sei. Der Niederländer hofft dabei auch auf die Unterstützung der Fans: «Ich habe in Anfield schon viele spezielle Momente erlebt. Hoffentlich können die Fans wieder für uns da sein.»

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