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Oct 24, 2016; Montreal, Quebec, CAN; Montreal Canadiens players celebrate their win against Philadelphia Flyers after the third period at Bell Centre. Mandatory Credit: Jean-Yves Ahern-USA TODAY Sports

Letzte Saison zunächst stark, dann weit an den Playoffs vorbei, nun in der NHL an der Spitze: Die Montreal Canadiens. Bild: X02835

Die Kanadier plötzlich ganz oben: In der NHL muss man sterben, um wieder zu leben

Die kanadischen NHL-Teams haben in der vergangenen Saison allesamt die Playoffs verpasst. Daher erstaunt momentan der Blick auf die Tabelle: Ganz zuvorderst stehen zwei Mannschaften aus dem Mutterland des Eishockeys.

Donat Roduner
Donat Roduner



Die Saison 2015/16 ist als sehr düsteres Kapitel in die Geschichte des kanadischen Eishockey eingegangen. Sämtliche sieben Teams aus dem Mutterland der Sportart verpassten die Qualifikation für die Playoffs – zum ersten Mal seit 1970, als Kanada noch nur mit drei Teams vertreten war.

Offensichtlich hat man diesen Tiefschlag im Sommer weggesteckt – oder wie ist folgende, leicht zynische Passage des kanadischen Hockey-Journalisten Michael Traikos in der «National Post» zu erklären?

«Was ist erstaunlicher nach drei Wochen: Dass die Edmonton Oilers in der NHL am meisten Siege auf dem Konto haben oder dass die Vancouver Canucks keinen Grund hatten, um Headcoach Willie Desjardins zu feuern?»

@michael_traikos

Klar ist es noch früh in der Saison, doch der erste Trend ist eindeutig: Die Kanadier sind zurück! Montreal und Edmonton liegen an der Tabellenspitze und auch die anderen Vertreter aus dem «Great White North» spielen ansprechend auf. Mit einer Ausnahme: Die Calgary Flames können die Erwartungen bislang nicht erfüllen.

Edmonton Oilers' Adam Larsson (6) attempts to knock down the puck in front of goaltender Cam Talbot (33) as Winnipeg Jets' Kyle Connor (81) attacks and Oilers' Mark Letestu (55) defends during second period NHL Heritage Classic action in Winnipeg, Manitoba, Sunday, Oct. 23, 2016. (John Woods/The Canadian Press via AP)

Potz Holzöpfel und Zipfelchappe! Die Edmonton Oilers mischen auch vorne mit. Bild: AP/The Canadian Press

Es scheint sich die NHL-Weisheit zu bewahrheiten, dass ein Team erst richtig schlecht sein muss, bevor es wieder richtig gut werden kann. Und das hat seine Gründe: Zum einen kommen die schwächsten Teams in der Draft-Lotterie zuerst zum Zug und erhalten dadurch Zugriff auf die vielversprechendsten Talente (was nicht zwingend von Erfolg gekrönt sein muss, wie das Beispiel Edmonton zeigt).

Zum anderen erlaubt es der sportliche Misserfolg, drastische Massnahmen zu ergreifen. «Burn-it-to-the-ground»-Wiederaufbau nennt das der kanadische Schreiber Sean McIndoe. Will ein NHL-Team wieder leben, muss es erst richtig sterben.

So sieht das bei den kanadischen Teams jeweils aus:

Bemerkung: Für die Positionen wird hier ausnahmsweise die NHL-Gesamttabelle beigezogen.

Montreal Canadiens

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Letzte Saison: 22.

Zum Leidwesen von Sven Andrighetto, der im Farmteam spielen muss, läuft es den Canadiens wie geschmiert. Als einziges Team haben sie bisher in jedem Spiel gepunktet und zuletzt vier Siege in Serie gefeiert. Zwei Erfolgsfaktoren sind auszumachen: Die vergangene Saison erlaubte es den Verantwortlichen in Montreal, den äusserst populären Star-Verteidiger P.K. Subban (27) nach Nashville zu tauschen, ohne dass darum übermässiger Klamauk entstanden wäre.

FILE - In this Oct. 1, 2016, file photo, Nashville Predators defenseman P.K. Subban warms up before an NHL hockey preseason game against the Tampa Bay Lightning, in Nashville, Tenn. His new teammates with the Nashville Predators believe the defenseman will fit in perfectly in Music City, a town built on entertainment and a nontraditional hockey market filled with enthusiastic fans who love a great show. (AP Photo/Mark Humphrey, File)

Neu bei Nashville: P.K. Subban. Bild: Mark Humphrey/AP/KEYSTONE

Montreal Canadiens Shea Weber (6) skates during the first period of an NHL hockey game against the Buffalo Sabres, Thursday, Oct. 13, 2016, in Buffalo, New York. (AP Photo/Jeffrey T. Barnes)

Dafür in Montreal: Shea Weber. Bild: AP/FR 171450 AP

Dafür hat man den erfahreneren Shea Weber (31) in den Norden geholt. Roman Josis bisheriger Defensivpartner hat bei seinem neuen Arbeitgeber eingeschlagen: Nicht nur hat er die Abwehr stabilisiert, sondern er zeigte sich mit sieben Punkten aus sechs Spielen auch offensiv äusserst produktiv.

Noch wichtiger ist aber, dass Stargoalie Carey Price, der letzte Saison lange verletzt war, mit Al Montoya neu einen äusserst kompetenten Ersatz neben sich weiss. Die beiden belegen unter den Torhütern mit mindestens drei Spielen aktuell die Plätze 1 und 3, was die Fangquote anbelangt. Ein starkes Indiz dafür, dass der Erfolg Montreals längerfristiger sein könnte.

Edmonton Oilers

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Letzte Saison: 29.

Der chronische Misserfolg der Edmonton Oilers wird auch begünstigt durch ihr schlechtes Händchen im Draft – die diesjährige Nummer 4, Jesse Puljujärvi, hat übrigens auch noch keine Stricke zerrissen (4 Spiele/1 Tor). Immerhin haben die Oilers aber mit der Vergangenheit aufgeräumt und zwei «faule Pflaumen» aus der Vergangenheit abgeschoben: Taylor Hall (1. Pick 2010) und Nail Jakupow (1. Pick 2012).

Stark am aktuellen Erfolg beteiligt ist dafür der Top-Pick des letzten Jahres: Der 19-jährige Captain (!) Connor McDavid befindet sich in Topform und hat bereits neun Punkte auf dem Konto. Aber auch der Rest der Oilers-Offensive kann sich sehen lassen und kompensiert aktuell die defensiven Schwächen zur Genüge.

Oct 23, 2016; Winnipeg, Manitoba, CAN; Edmonton Oilers center Connor McDavid (97) during the first period against Winnipeg Jets at the 2016 Heritage Classic ice hockey game at Investors Group Field. Mandatory Credit: Bruce Fedyck-USA TODAY Sports

Connor McDavid hat erst eine NHL-Saison in den Knochen, ist bei den Oilers aber bereits der Leader. Bild: X02835

Und dass Klub-Legende Wayne Gretzky seit neustem fix in der Chefetage tätig ist, bringt die Erfolgswelle definitiv auch nicht zum Verebben.

Vancouver Canucks

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Letzte Saison: 28.

Trainer Willie Desjardins scheint in Vancouver in der Vorbereitung Mentaltraining gemacht zu haben. Eine grosse Schwäche der Canucks in der letzten Saison, einen Rückstand nach zwei Dritteln praktisch nie aufholen zu können, ist plötzlich eine Stärke: In dieser Saison haben sie schon dreimal ein Spiel nach der zweiten Drittelspause noch drehen können.

Vancouver Canucks' Philip Larsen, of Denmark; and Daniel Sedin, Henrik Sedin and Loui Eriksson, all of Sweden, celebrate Daniel Sedin's goal against the Calgary Flames during the second period of an NHL hockey preseason game, Thursday, Oct. 6, 2016, in Vancouver, British Columbia. (Darryl Dyck/The Canadian Press via AP)

Die Sedin-Zwillinge Daniel (2.v.l.) und Henrik (3.v.l.) scheinen es mit 36 Jahren noch einmal wissen zu wollen.  Bild: AP/The Canadian Press

Auffallend stark sind im Team der beiden Schweizer Sven Bärtschi und Luca Sbisa der neue Verteidiger Erik Gudbranson und der junge Bo Horvat. Die aktuelle Erfolgsquote des 21-jährigen Kanadiers (3 Tore mit 8 Schüssen, also 37,5 Prozent) lässt die Nachhaltigkeit allerdings etwas infrage stellen.

Ottawa Senators

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Letzte Saison: 19.

In Ottawa durfte man im Frühjahr von den kanadischen Teams noch am längsten auf einen Playoff-Platz hoffen. In dieser Saison ist die Zuversicht noch grösser, weil die Offensive nicht allein auf den Schultern von Erik Karlsson ruht. Der Schwede hat zwar bereits wieder sieben Punkte gesammelt, doch auch Kyle Turris (3 Tore) und Bobby Ryan (2 Tore) wirkten an den vier Saisonsiegen mit.

Ottawa Senators defenceman Erik Karlsson moves the puck against the Toronto Maple Leafs during the first period of an NHL preseason hockey game in Saskatoon, Saskatchewan, Tuesday, Oct. 4, 2016. (Liam Richards/The Canadian Press via AP)

Ottawas Captain, Topskorer und Posterboy Erik Karlsson. Bild: AP/The Canadian Press

Calgary Flames

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Letzte Saison: 26.

Trotz immerhin drei Siegen aus sieben Spielen hat man sich bei den Calgary Flames mehr vom Saisonstart erhofft. Unter dem neuen Trainer Glen Gulutzan, dem Nachfolger von Bob Hartley, greifen noch nicht alle Mechanismen. Die Hütte brennt bei den Flames zwar noch nicht lichterloh, doch wollen sie realistische Playoff-Chancen haben, müssen vor allem die Leistungen der Goalies besser werden.

Toronto Maple Leafs

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Letzte Saison: 30.

Die Lage der Toronto Maple Leafs ist dagegen entspannter, als das der Tabellenausschnitt erahnen lässt. Es steht zwar erst ein Sieg zu Buche, doch die Niederlagen kamen, abgesehen vom 3:7 gegen Tampa Bay gestern Dienstag, jeweils nur mit einem Tor Unterschied zustande. An der hohen Pleite symptomatisch das Schussverhältnis: 40:27 für Toronto!

Toronto Maple Leafs head coach Mike Babcock, back, reacts while playing against the Tampa Bay Lightning during the second period of an NHL hockey game, Tuesday, Oct. 25, 2016 2016 in Toronto. (Nathan Denette/The Canadian Press via AP)

Werden aus den knappen Niederlagen Siege, wird die Miene von Torontos Coach Mike Babcock bald besser. Bild: AP/CP

Die Zuversicht, dass es bei den «Leafs» bald regelmässig Siege geben wird, ist an einer Person festzumachen: Nummer-1-Draft Auston Matthews. Der 19-jährige Ex-Zürcher hat sein historisches Vier-Tore-Debüt in dieser Form allerdings (noch) nicht bestätigt, er ist aber dennoch mit zehn Punkten alleiniger NHL-Topskorer. Mit so einer Rookie-Perle lässt sich problemlos nach vorne blicken.

Winnipeg Jets

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Letzte Saison: 25.

Ähnlich sieht es bei den Winnipeg Jets aus, dem «neusten» NHL-Team (2011 aus den Atlanta Thashers hervorgegangen): Die Franchise nimmt Schritt für Schritt und scheint in dieser Saison defensiv einen weiter zu sein. Die Offensive ist dafür eng mit dem Namen Patrik Laine verknüpft. Vom 18-jährigen Finnen, der dem Team schon den Prestige-Sieg gegen Toronto beschert hat, erhofft man sich, dass er noch besser wird, als er es schon ist. Wird er es, sind die Jets bald Playoff-Kandidat.

Winnipeg Jets' Drew Stafford (12) and Patrik Laine (29) during the warmup skate at the NHL Heritage Classic in Winnipeg, Manitoba, Sunday, Oct. 23, 2016. (John Woods/The Canadian Press via AP)

Patrik Laine (r.) die Nummer 2 des Drafts. Bild: AP/The Canadian Press

Eine kanadische NHL-Tradition: «Heritage Classic»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Lindros88 26.10.2016 21:32
    Highlight Highlight Taylor Hall als faule Pflaume zu betiteln ist wirklich eine absolute Frechheit, da kann ich nur zustimmen. Er war mit Sicherheit nicht der Schuldige am regelmässigen Versagen der Oilers!
    Des weiteren sollte noch erwähnt werden, das Erik Karlsson Verteidiger ist.(in der Saison 15/16 5. bester Skorer der gesamten Liga!!)

    Ich glaube eigentlich nicht das die kanadischen Teams viel erfolgreicher sein werden als letzte Saison. Einzig Montreal und mit etwas Glück noch Vancouver haben meiner bescheidenen Meinung nach Chancen auf die Playoffs.
    0 5 Melden
  • Schneupi 26.10.2016 20:19
    Highlight Highlight Vancouver wird dies nicht überstehen....
    Oilers werden es auch schwer haben, einen hall hätte ich nicht getradet... oder niemals gegen einen larrson;) najo... montreal wird sich halten, da war, letzte saison, viel verletzungspech dabei!
    Gespannt bin ich auf die caps, die haben mit eller und co gut aufgerüstet!
    2 6 Melden
  • Misiko 26.10.2016 19:28
    Highlight Highlight Nun ja, ganz so zapfendüster wie hier beschrieben sieht's bei den Flames nun doch nicht aus. Immerhin wurden nach den Blackhawks heute Nacht auch die bislang überzeugenden Blues' auswärts deutlich bezwungen. Das Team brauchte ein bisschen Anlaufzeit und musste sich zuerst finden. Die Leistung gegen St. Louis war sackstark, und Goalie Brian Elliott scheint sich ebenfall gefangen zu haben. Also, die Saison ist noch lang, das Team eigentlich gut besetzt. Die Flames werden noch für die eine oder andere positive Überraschung sorgen, wetten?
    3 0 Melden
  • DINIMAMIISCHNDUDE 26.10.2016 19:13
    Highlight Highlight Hall als “faule Pflaume“ zubetiteln ist an Frechheit kaum zu überbieten. Sonst gueter Artikel
    26 0 Melden
  • Tikkanen 26.10.2016 19:02
    Highlight Highlight Guter Beitrag, Watson👍 Allerdings Lucic bei den Oilers vergessen😡der wahre Oilers Glücklichmacher😳 Jedoch um Welten besser als die unsäglichen TC "Experten" am Sonntag vor der Heritage.... Das Kinn und Morgan schwadronieren mit dem Telebärn Bubi über NHL😒 Behaupten dass die Jets zuerst nach Atlanta gingen und dann zurückkamen😖 usw. Das Spiel fing später an, die Affen plapperten stundenlang drauflos 🤕😤 Lieber Gott, lass es Kompetenz regnen bevor die nächsten Sonntagsübertragungen am TC anstehen...😣☹️
    16 20 Melden
  • sansibar 26.10.2016 19:02
    Highlight Highlight Schön, dass es aufwärts geht! Und auch schön, dass Laine und Matthews im hockeybegeisterten Kanada statt bei einem 0815-Retortenklub gelandet sind. Gespannt bin ich darauf, wie sich Vancouver auf die Zeit nach dem Sedin-Zwillingen einstellen wird...
    20 0 Melden
  • HabbyHab 26.10.2016 18:41
    Highlight Highlight Zwei Dinge zu den Habs: der Subban-Weber-Trade ohne übermässig Klamauk? Das ist leicht falsch. Es gab in Montreal einen ziemlich grossen Aufschrei.. klar, wirklich Folgen für das Management hatte es nicht, aber für so manche Fans.
    Zum Start: Letzte Saison hatten die Canadiens den besten Saisonstart seit.. irgendwann. Und danach folgte der grosse Absturtz. Es sind Parallelen erkennbar.
    23 1 Melden
    • Pitlane 27.10.2016 00:01
      Highlight Highlight Für mich könnte ein entscheidendes Detail dafür sorgen, dass die Habs diese Saison nicht wieder abstüren: Carey Price verletzt sich nicht. Hoffentlich.
      2 0 Melden
  • Christoph Pauli 26.10.2016 18:41
    Highlight Highlight Die Leistungen von Edmonton und den Canadiens sind erfreulich. Die Saison hat allerdings gerade erst begonnen und es bleibt abzuwarten ob diese Teams ihre gute Frühform halten können. Von den Jets erwarte ich noch eine Steigerung, hingegen würde mich ein Absturz der Canucks nicht verwundern.
    15 0 Melden

Wow, was für eine Schweizer Show! Hischier mit 2 Toren – auch Weber, Josi und Fiala skoren

Trotz zwei Toren von Nico Hischier verlieren die New Jersey Devils das NHL-Heimspiel gegen den Western-Conference-Leader Nashville 3:4 nach Verlängerung.

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Nach Nashvilles neuerlichem …

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