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Alessio Bertaggia vs. Jesper Frödén – war es ein Check gegen den Kopf?

From left Patrick Geering (ZSC), Jiri Sekac (HCL) and Jesper Froeden (ZSC), during Game 2 of the National League play-off match between HC Lugano and ZSC Lions at the Corner Arena in Lugano, Monday, M ...
Zwischen Lugano und den ZSC Lions flogen gestern die Fetzen.Bild: keystone

Check gegen den Kopf? Kein juristisches Nachspiel für Lugano-Stürmer Bertaggia

Im 2. Playoff-Spiel packt Alessio Bertaggia einen illegalen Check gegen ZSC-Stürmer Jesper Frödén aus. Doch trifft er ihn auch am Kopf? Ein Schiedsrichter-Experte ist sich nicht sicher.
24.03.2026, 10:2325.03.2026, 08:03

Im ersten Spiel im Playoff-Viertelfinal zwischen den ZSC Lions und dem HC Lugano hielten beide Mannschaften die Emotionen noch im Zaum. Gestern in Spiel 2 war die Lage eine andere: Schon nach wenigen Minuten kam es auf dem Eis in Lugano zu ersten Scharmützeln. So richtig eskalierte es aber einige Minuten vor der zweiten Pause.

Am Ursprung stand Alessio Bertaggia. Der Lugano-Stürmer nahm in der eigenen Zone Anlauf und checkte ZSC-Pendant Jesper Frödén auf illegale Weise. Nicht nur, dass Bertaggia für den Check gegen den Zürcher viel Anlauf nahm (Charging – oder zu Deutsch unerlaubter Körperangriff), er traf Frödén wohl auch am Kopf. In der Kameraeinstellung aus der Ecke stand noch Brian Zanetti im Weg, sodass der Moment des ersten Kontakts nicht genau sichtbar ist. In einer Kameraeinstellung von weiter weg sieht es hingegen schon nach einem Kopftreffer aus.

Die Szene zwischen Bertaggia und Fröden gibt zu reden.Video: extern/MySports / National League

Als Bertaggia bemerkte, was er getan hatte, flüchtete er rasch auf die sich direkt vor ihm befindende Lugano-Spielerbank. Er machte die Rechnung allerdings ohne Juho Lammiko. Der Zürcher Center schnappte sich den Luganesi und zog ihn wieder aufs Eis – eine grössere Keilerei brach aus. Das Strafenresultat der Szene: 2 Minuten gegen Bertaggia wegen unerlaubten Körperangriffs sowie je zwei Minuten gegen Luganos Jiri Sekac und Jesper Frödén wegen übertriebener Härte. Sekac knöpfte sich den an der Rauferei eigentlich unbeteiligten und immer noch leicht benommenen Frödén vor.

Das Strafmass legt nahe, dass die Schiedsrichter Mark Lemelin (Kanada) und Daniel Piechaczek (Deutschland) wohl das Gefühl hatten, dass kein direkter Kopftreffer vorlag. Ansonsten hätten sie auf dem Eis wohl eine grosse Strafe ausgesprochen, um die Szene mindestens noch einmal auf den Bildschirmen anzuschauen.

MySports-Schiedsrichterexperte Tobias Wehrli war sich nicht sicher, ob tatsächlich ein Check gegen den Kopf vorlag. «Man sieht nicht richtig, wo der erste Impact ist», sagt der frühere Spitzenschiri nach seiner Analyse. Er sei darum hin- und hergerissen. Das Foul sei aggressiv und unnötig gewesen, auch wenn er glaube, dass der erste Kontakt nicht gegen den Kopf gegangen sei. Trotzdem sagte Wehrli: «Eine grosse Strafe wäre vertretbar gewesen.»

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Bertaggia droht für die Aktion auf jeden Fall kein juristisches Nachspiel. Die Liga hat kein Verfahren gegen den Lugano-Stürmer eröffnet. (abu)

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