Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Lukas Stoop im Sommertraining beim HC Davos, aufgenommen am Donnerstag, 18. Juni 2020, in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Lukas Stoop schuftet sich im HCD-Kraftraum ab. Bild: keystone

Der HCD im Sommertraining: «Wir sollten zuerst etwas Abstand gewinnen»

Noch ist aufgrund des Coronavirus nicht klar, wann die neue Saison in der National League beginnt. Nichtsdestotrotz ist die Vorbereitung in vollem Gange. Ein Augenschein beim HC Davos.



Der Davoser Captain Andres Ambühl macht während fünf Sekunden eine isometrische Kniebeuge mit einer Gewichtsscheibe in der Hand, ehe explosive Sprünge folgen. Nebenan führt Marc Wieser Liegestützen mit einer Gewichtsweste sowie zwei Hantelscheiben auf dem Rücken aus. Die beiden gehören der ersten Gruppe an, die an diesem Morgen im Kraftraum schwitzt.

Weitere folgen, für die Goalies ist Koordination und Jonglieren angesagt. Überhaupt hat jeder Spieler ein eigenes Programm – angepasst an die Defizite. Je nachdem ist der Fokus mehr auf die Ausdauer, die Kraft oder die Schnelligkeit gerichtet. Ausserdem macht es keinen Sinn, dass die älteren Spieler gleich trainieren wie die jüngeren.

Marc Wieser im Sommertraining beim HC Davos, aufgenommen am Donnerstag, 18. Juni 2020, in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Marc Wieser gibt vollen Einsatz. Bild: keystone

Ob die Programme die gewünschte Wirkung zeigen, wird alle vier Wochen mit Tests überprüft. So kann schnell reagiert werden und die Athletiktrainer erhalten wichtige Feedbacks. Im Sommer sind deren drei bei den Bündnern engagiert. «Schliesslich ist der Körper unser Kapital», betont Cheftrainer Christian Wohlwend die Wichtigkeit des Off-Ice-Trainings.

Wer die HCD-Doku noch nicht gesehen hat:

abspielen

Das Projekt Davos – Aufbruch und Stillstand. Video: YouTube/MySports

Negative Auswirkungen auf das Sommertraining wegen des Coronavirus sieht er nicht. «Der einzige Unterschied waren die kleinen Gruppen am Anfang. Nach den Lockerungen nahmen wir den Normalbetrieb wieder auf.» Zudem werde zu Beginn der Vorbereitung an der Grundlagenausdauer gearbeitet und dafür hätten sie in Davos naturbedingt optimale Voraussetzungen.

Noch fehlt das Ziel vor Augen

Routinier Félicien Du Bois fand es jedenfalls «nicht so schlimm», dass zuerst nicht wie gewohnt trainiert werden konnte. Auch die individuellen Einheiten bereiteten ihm keine Mühe: «Mit der Erfahrung lernt man, was der Körper braucht, und wir sehen uns ja sonst das ganze Jahr extrem viel. Aber klar ist es schön, wieder mit den Jungs zusammen zu sein.» Mehr Mühe bereitete dem 36-jährigen Verteidiger die Ungewissheit. Nach dem Bundesratsentscheid von Freitag, sieht es jedoch danach aus, als könnte die Saison wie geplant am 15. September starten.

Felicien Du Bois im Sommertraining beim HC Davos, aufgenommen am Donnerstag, 18. Juni 2020, in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Routinier Du Bois geht es etwas ruhiger an. Bild: keystone

Auf die Planung hatte die Unsicherheit ohnehin keine Auswirkungen. «Der Aufbau ist so oder so auf Mitte September ausgerichtet», erklärt Chef-Athletiktrainer Steven Lingenhag. «Diesen ziehen wir durch, bis etwas anderes bekannt wird.» Ohnehin gelte es schon vorher bereit zu sein, «damit wir qualitativ gute Eistrainings hinbekommen». Zwar steht in Davos bereits Eis zur Verfügung, dennoch verzichtet Wohlwend vorerst auf Mannschaftstrainings. Die Spieler haben allerdings auf freiwilliger Basis die Möglichkeit, dort zu üben.

«Wir appellieren an die Selbstverantwortung», so Wohlwend. «Unser Credo ist, die Persönlichkeit zu entwickeln, deshalb müssen die Spieler selber entscheiden, was sie brauchen.» Generell sah er die Coronakrise als Chance für die Leute, «selber zu reflektieren, was gut ist für einen und was nicht». Zudem genoss er die Zeit mit der Familie – er hat zwei Söhne. Das Thema Corona versuchte er, «so gut wie möglich auszublenden. Ein Experte sagte das, der andere jenes. Ich zog mich relativ rasch zurück von deren Meinungen.»

Auch bezüglich der viel diskutierten Zukunft im Schweizer Eishockey gibt er sich gelassen. «Die Meinungen gehen weit auseinander. Ich habe gelernt, dass irgendwann mal ein Entscheid gefällt wird, den es zu respektieren gibt. Wir sind die Ausführenden.» Derweil ist Du Bois «etwas überrascht», dass von einer grossen Revolution geredet werde. «In dieser grossen Krise alles zu hinterfragen, ist eine natürliche Reaktion. Andererseits sollten wir zuerst etwas Abstand gewinnen, das Produkt Schweizer Eishockey war in den letzten Jahren sehr erfolgreich. Ich hoffe sehr, dass nicht alles über den Haufen geworfen wird.»

Angst um die Zukunft des Sports hat Du Bois derzeit nicht. «Aktuell sind wir noch mit einem blauen Auge davongekommen, da ein Grossteil der letzten Saison gespielt werden konnte.» Ihm sei aber bewusst, dass es noch richtig happig werden könne. Allerdings sei alles Spekulation, wie es weitergehe. Also wird weiter geschwitzt. (pre/sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Nico Hischier – ein NHL-Star im Militär

Dinge, die Hockey-Fans niemals sagen würden

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

5
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Jürg Müller - Der Katzenmann 20.06.2020 17:44
    Highlight Highlight AK BARS KAZAN am Spenglercup - wie geil ist das denn! Hoffentlich kommt die #14 (Viktor Tikhonov) mit!
    • Hallo22 21.06.2020 08:05
      Highlight Highlight Sowie Justin Azevedo und Stephan da Costa 😍😍
  • Steve21 20.06.2020 11:14
    Highlight Highlight ich denke man könnte bei den anderen 11 teams vorbeigehen und die meinungen wären +/- gleich. was sollen sie denn auch anderes sagen / tun? bleibt zu hoffen es geht im selben stil vorwärts und grosse (zweite) wellen bleiben aus, dann könnte vielleicht bald schon so etwas wie normalität einkehren.... merke allerdings beim schreiben selbst, dass ich erst dran glaube, wenn ich es selber sehe
    • glointhegreat 20.06.2020 17:54
      Highlight Highlight ....Es chont scho guet
    • Hallo22 21.06.2020 08:09
      Highlight Highlight Ich bin im moment nicht mehr sehr optimistisch. Im Kanton Zug gab es in den letzten Tagen 12 neue Fälle. Eine neue Welle könnte überall und jederzeit entstehen.

Eismeister Zaugg

Warum Ambri den nächsten Dominik Kubalik gefunden hat

Finnlands bester Torschütze wechselt nach Ambri und nicht zu einem «Grossen». Gute Ausländer sind eben nicht nur eine Frage des Geldes. Ambris Sportchef Paolo Duca zeigt, was gute Beziehungen, gutes Scouting, ein guter Trainer und ein guter Ruf ausmachen können.

Julius Nättinen, der beste Torschütze der höchsten finnischen Liga, stürmt nächste Saison nicht für den SC Bern, Lausanne, Lugano, Zug oder die ZSC Lions. Sondern für Ambri. Wie kann das sein?

Der SC Bern ist zwar ein «Grosser» und Titelverteidiger. Aber das Unternehmen steckt in einer Spar- und Erneuerungsphase und hätte ähnlich gute Argumente wie Ambri gehabt. Wer böse ist und Polemik mag, der sagt deshalb: das miserable SCB-Scouting hat den 23-jährigen Finnen wahrscheinlich übersehen …

Artikel lesen
Link zum Artikel