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Schweizer Eishockeyanerinnen nach grandioser Wende im WM-Halbfinal

Russia goalie Valeria Merkusheva, right, gets her stick on a shot as Switzerland's Laura Zimmermann looks on during the third period of an IIHF women's hockey championships game in Calgary,  ...
Laura Zimmermann erzielte das entscheidende Tor in der Verlängerung.Bild: keystone

Schweizer Eishockeyanerinnen nach grandioser Wende im WM-Halbfinal

28.08.2021, 21:1428.08.2021, 22:04

Das Schweizer Frauen-Nationalteam steht dank famosem Comeback und einem 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen die unter neutraler Flagge angetretenen Russinnen erstmals seit 2012 in einem WM-Halbfinal. Laura Zimmermann schoss das Team von Trainer Colin Muller in der 6. Minute der Verlängerung ins Glück.

Nach lauter Niederlagen in der Gruppenphase machten die Schweizerinnen in den letzten elf Minuten der regulären Spielzeit dank Toren von Evelina Raselli und Phoebe Staenz ein 0:2 wett. Das 2:2 fiel 136 Sekunden vor dem Schlusspfiff, als die Schweizerinnen ohne Torhüterin in doppelter Überzahl agierten.

Begonnen hatte die Partie für die in der Gruppenphase sieglosen und seit dem verletzungsbedingten Ausfall der Schlüsselspielerin Alina Müller im ersten Duell mit Russland (1:3) gebeutelten Schweizerinnen denkbar schlecht: Nach 78 Sekunden kassierten sie das 0:1, nach achteinhalb Minuten das 0:2.

Mullers früher Goaliewechsel verfehlte seine Wirkung indes nicht: Die nach dem zweiten Gegentor für Andrea Brändli ins Spiel gekommene Saskia Maurer hielt den Kasten in der Folge rein.

In der Schlussphase streiften die Schweizerinnen dann auch ihre Ladehemmungen ab. Nach nur einem Treffer in 289 Minuten waren sie innerhalb von 17 Minuten dreimal erfolgreich. In den ersten beiden Dritteln lautete das Schussverhältnis jeweils 9:4 für Russland, im Schlussdrittel 17:9 für die Schweiz.

Somit spielen die Schweizer Eisgenossinnen wie an den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi nach missglückter Gruppenphase um eine Medaille. In Sotschi hatten sie die Viertelfinals auf dem Weg zu Bronze trotz dreier Niederlagen aus drei Spielen mit einem Punktgewinn gegen Finnland erreicht, nun dank des speziellen Modus sogar mit vier Niederlagen und null Punkten.

Auf wen die Schweizerinnen in ihrem ersten WM-Halbfinal seit 2012 treffen, wurde erst in der Nacht auf Sonntag bekannt. Vor neun Jahren hatten sie mit dem 3. Schlussrang ihr bestes WM-Resultat erreicht.

Team ROC - Schweiz 2:3 (2:0, 0:0, 0:2, 0:1) n.V.
Calgary. - SR Furberg/Welter (SWE/USA), Blair/Todd (CAN). -
Tore: 2. Rodnowa (Ganejewa, Kadirowa) 1:0. 9. Markowa (Korschakowa, Rodnowa) 2:0. 50. Raselli (Rüegg, Rhyner) 2:1. 58. Staenz (Christen/Ausschluss Faljakowa) 2:2. 66. Zimmermann (Leemann) 2:3. -
Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Team ROC, 4mal 2 Minuten gegen die Schweiz.
Schweiz: Brändli (ab 9. Maurer); Christen, Leemann; Vallario, Hauser; Welti, Sigrist; Hofstetter, Forster; Staenz, Marti, Stalder; Rüegg, Rhyner, Raselli; Lutz, Zimmermann, Rüedi; Enzler, Ingold, Quennec
Bemerkungen: Schweiz ohne Müller, Rüegg (beide verletzt) und Spies (überzählig).

(zap/sda)

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8 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Liebu
28.08.2021 21:23registriert Oktober 2020
Gratulation zum Halbfinale ans ganze Team.
Ab jetzt gibts nichts mehr zu verlieren.
Schön zu sehen, wie du, Saskia, deinen Weg gemacht hast , von den Piccolos bis ?
Weiter so. Du bist noch nicht am Ziel.
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8
Viel Zuversicht – aber eine bange Frage: Wie geht es Nino Niederreiter?
Die Schweizer erfüllen die Pflicht gegen Italien (3:0). Aber sie zeigen vor dem Viertelfinal gegen Finnland eine besorgniserregende Schwäche, die etwas mit Nino Niederreiter zu tun hat.
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