Sport
Eishockey

SCRJ Lakers gegen Fribourg-Gottéron – das könnte die Serie entscheiden

Michael Kapla (HCFG) hat Yannick-Lennart Albrecht (SCRJ) im Schwitzkasten waehrend dem Spiel 6 des Playoff Viertelfinals der National League zwischen den SC Rapperswil Jona Lakers und dem HC Fribourg  ...
Keine freundschaftliche Umarmung: Fribourg und Rapperswil-Jona gehen alles andere als zimperlich miteinander um – die vielen Strafen führten bisher aber noch kaum zu Toren.Bild: keystone

Powerplay-Allergie: Diese verrückte Statistik prägt Duell zwischen Rappi und Fribourg

In fast 100 Minuten Powerplay waren die SC Rapperswil-Jona Lakers und Fribourg-Gottéron gemeinsam erst einmal erfolgreich. Dafür fielen in der Viertelfinalserie bereits vier Unterzahltore. Jetzt gehen die beiden Konkurrenten ins entscheidende Spiel 7.
31.03.2026, 09:0431.03.2026, 11:06

Die Schlussphase in Spiel 6 war bezeichnend: Nach dem Aussetzer von Fribourgs Patrik Nemeth, der Jonas Taibel gleich zwei Crosschecks verpasste, spielte Rapperswil-Jona 4:20 Minuten in Überzahl – zwei Minuten davon gar mit zwei Mann mehr als Fribourg-Gottéron. Hätte Malte Strömwall gut anderthalb Minuten vor Schluss nicht noch eine Strafe kassiert, hätte das Powerplay noch länger gedauert.

Doch auch in der kürzeren Zeit hätte der SCRJ eigentlich ein Tor schiessen müssen. Gerade in dieser entscheidenden Phase des Spiels und der Viertelfinalserie, die Rapperswil-Jona zu dem Zeitpunkt noch 3:2 anführte. Wirklich zwingend wurden die Lakers aber nie. Und so blieb es trotz einer sonst guten Leistung bei der 1:3-Niederlage aus Sicht der Gastgeber, die nun am Mittwoch für Spiel 7 erneut nach Fribourg reisen müssen.

Die Highlights des Spiels.Video: YouTube/SC Rapperswil-Jona Lakers

Nun kann diskutiert werden, ob Trainer Johan Lundskog schon früher einen sechsten Feldspieler für Goalie Melvin Nyffeler hätte einwechseln sollen. Olten-Coach und MySports-Experte Christian Wohlwend erklärte während des Spiels, dass er sich gleich entschieden hätte wie sein Trainerkollege. Am Ende bleibt aber die Erkenntnis: Sowohl die Rapperswiler als auch die Fribourger leiden in dieser Serie bisher an einer Powerplay-Allergie.

Über 95 Minuten Powerplay und erst ein Tor

In 47:12 Minuten Überzahl erzielte der SC Rapperswil-Jona in sechs Spielen bisher erst ein Tor. Bei Fribourg ist die Statistik noch beängstigender: Gottéron traf in 48:11 Minuten noch kein einziges Mal im Powerplay. Lakers-Stürmer Yannick-Lennart Albrecht bezeichnete dies als «unerklärlich», Fribourgs Christoph Bertschy empfindet es als «absurd».

Bei den Lakers kommt dies nicht ganz überraschend, trafen sie doch schon in der Regular Season nur in 17,9 Prozent der Überzahlsituationen und hatte Fribourg mit 88 Prozent überstandener Strafen das beste Unterzahlspiel der Liga. Fribourg wäre aufgrund des drittbesten Powerplays (23,7 Prozent) in der Ligaqualifikation gegen das schwache Penalty-Killing der Lakers (77,98 Prozent) aber durchaus mehr zuzutrauen gewesen.

Besonders verrückt: In der Serie fielen bereits vier Shorthander. Sowohl Rapperswil-Jona als auch Fribourg-Gottéron waren in Unterzahl schon zweimal erfolgreich. Am gestrigen Montagabend erzielte Sandro Zangger den einzigen Treffer der Lakers, während Teamkollege Jacob Larsson auf der Strafbank sass. Dass in einer Playoffserie mehr Unterzahl- als Überzahltore fielen, dürfte in der National League noch nicht häufig vorgekommen sein.

Sandro Zangger (SCRJ), links, schiebt zum 2:1 ein gegen Torhueter Reto Berra (HCFG) waehrend dem Spiel 6 des Playoff Viertelfinals der National League zwischen den SC Rapperswil Jona Lakers und dem HC ...
In Unterzahl sorgte Sandro Zangger für den Anschlusstreffer.Bild: keystone

«Typisch» für Rapperswil-Jona

Wer auch immer die Belle am morgigen Mittwoch verliert, muss sich also an der eigenen Nase nehmen, wie auch SCRJ-Stürmer Zangger weiss. «Es war ein bisschen typisch: Wir haben zu viele Strafen genommen und konnten die vielen Überzahlsituationen nicht nutzen», sagte der 31-Jährige nach der Niederlage gegen Fribourg bei MySports. Vor dem entscheidenden Spiel 7 gab sich Zangger kämpferisch: «Wir freuen uns auf die Belle, wir haben nichts zu verlieren, wir geben alles und kämpfen bis zur letzten Minute.»

Auf der Gegenseite klang es bei Christoph Bertschy ähnlich: «Wir haben eine enge Serie erwartet und jetzt sind wir dort, wo wir es uns erhofft haben: Wir spielen zu Hause und haben alles in unseren Händen.» Der 31-jährige Stürmer, der nach seinem Faustschlag gegen SCRJ-Goalie Nyffeler in Spiel 5 mit einem Pfeifkonzert im Rapperswiler Lido begrüsst wurde, bilanzierte: «Gefallen hat mir heute der Sieg.»

Mauro Dufner (SCRJ), links, und Christoph Bertschy (HCFG), rechts, kaempfen um den Puck, im funften Playoff-Viertelfinalspiel der National League zwischen dem HC Fribourg Gotteron und SC Rapperswil-Jo ...
Christoph Bertschy wurde in Rapperswil-Jona ausgepfiffen.Bild: keystone

Bertschy gab zu, dass es einige Sachen gebe, die Fribourg verbessern könne, wollte aber so kurz nach dem Spiel nicht detailliert darauf eingehen. Klar ist: Das schwache Powerplay könnte in beide Richtungen zum Knackpunkt werden.

Verletzungen – und eine Sperre?

Genau zu beobachten sein wird auch die Personalsituation beider Teams. Bei Fribourg fehlten auch am Montagabend in Marcus Sörensen, Attilio Biasca, Sandro Schmid und Andrea Glauser vier wichtige Leistungsträger. Nun kommt mit Patrik Nemeth ein weiterer Ausfall hinzu, wie die National League am Dienstagmorgen mitteilte. Gegen den schwedischen Verteidiger wurde nach seiner hässlichen Aktion gegen den künftigen Fribourger Jonas Taibel ein Verfahren eröffnet und eine vorsorgliche Sperre für ein Spiel verhängt.

Bei Rapperswil-Jona fiel in Spiel 6 Topskorer Tyler Moy aus. Der Stürmer verletzte sich wohl beim letzten Bully am Samstagabend. Wie schwer die Knieverletzung ist und ob er am Mittwoch schon wieder mittun kann, ist derzeit offen. Nach der harmlosen Offensivleistung im letzten Heimspiel der Viertelfinals wäre eine Rückkehr des 30-Jährigen ein grosser Boost für die SCRJ Lakers.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die Strafenkönige in der NLA seit 2001
1 / 29
Die Strafenkönige in der NLA seit 2001
Todd Elik war während seiner Zeit in der Schweiz nicht nur für seine Tore bekannt, er machte auch mit vielen Strafen und seinem Mittelfinger auf sich aufmerksam. In dieser Diashow der Strafenkönige hält er mit 193 Minuten während der Regular Season (Saison 2002/03) den Bestwert. Er kommt allerdings weniger oft vor als Rolf Ziegler, Shawn Heins oder Timo Helbling. ... Mehr lesen
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Grand Prix mal anders: Bürostuhl-Rennen in Kyōto
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
19 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
19
Hier schlägt Fribourgs Bertschy SCRJ-Goalie Nyffeler die Faust ins Gesicht
Die Rapperswil-Jona Lakers gehen in der Viertelfinalserie gegen den Qualifikationszweiten Fribourg-Gottéron wieder in Führung. Sie gewinnen auswärts 2:1 und führen nun mit 3:2 Siegen. Nach dem Spiel wurde es einmal mehr hitzig.
Im ersten Spiel der Viertelfinalserie sorgten Fribourg-Gottéron und Rapperswil-Jona mit insgesamt 218 Strafminuten für einen neuen Playoff-Rekord. Daran kamen die beiden Teams seither nicht heran – gehässig ging es teilweise trotzdem zu und her. Immer wieder gerieten die Fribourger und die Lakers aneinander, so auch in Spiel 5, das der SCRJ knapp 2:1 gewann, womit er in der Serie wieder in Führung liegt.
Zur Story