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Alles aus: Coach Fischer mit Scherwey, Moser und Bodenmann (von links).
Alles aus: Coach Fischer mit Scherwey, Moser und Bodenmann (von links).Bild: KEYSTONE

Trainer Fischer nach Nati-Versagen bei Olympia: «Das geht auf meine Kappe»

Was für eine bittere Pleite! Für die Schweiz ist ein enttäuschendes Olympia-Turnier schon nach den Achtelfinals vorbei. Sie unterliegt dem Erzrivalen Deutschland mit 1:2 nach Verlängerung.
20.02.2018, 16:1020.02.2018, 17:29

Die Schweizer Eishockey-Nati und Olympische Spiele – das scheint nicht mehr zu passen. Wie vor vier Jahren in Sotschi ist das Schweizer Team in Pyeongchang bereits in den Achtelfinals ausgeschieden: 1:2 nach Verlängerung gegen Erzrivale Deutschland.

Patrick Fischer, Nationaltrainer:

«Ich bin traurig, leer, wir sind extrem enttäuscht. Wir haben uns viel vorgenommen und konnten nicht ein Mal das volle Potenzial abrufen. Das geht auf meine Kappe. Jetzt sind wir draussen und es klingt hart, aber das ist verdient.»

Von einer Medaille hatten die Schweizer und ihr Trainer Patrick Fischer gesprochen. Davon waren die Schweizer nicht erst in den Achtelfinals weit entfernt. Nun wurde das Turnier in Südkorea zu einer der bittersten Niederlagen für das Schweizer Eishockey in der Neuzeit und für Coach Fischer die bitterste Pleite in seiner zweijährigen Karriere als Trainer des Nationalteams.

Nach nur 26 Sekunden der Verlängerung schoss Yannic Seidenberg die Deutschen in den Viertelfinal morgen gegen Schweden, den ersten seit 16 Jahren an Olympischen Spielen. Der Sieg des Erzrivalen war verdient, Deutschland hatte mit Ausnahme des Mitteldrittels mehr vom Spiel. Die Schweizer enttäuschten und fanden gegen den kompakt verteidigenden Gegner kein Rezept.

«Nach einer sehr guten WM hatten wir sehr viel Hoffnung. Aber hier schafften wir es nie, auf Touren zu kommen. Vielleicht war der Medaillendruck zu gross, wer weiss?»
Patrick Fischer, Nationaltrainersrf

Almonds Aussetzer

Bereits der Beginn der Partie war aus Schweizer Sicht miserabel. Nach nur neun (!) Sekunden wurde Cody Almond nach einem Check gegen den Kopf mit einem Restausschluss unter die Dusche geschickt. Die Deutschen nutzten die Fünfminutenstrafe prompt zur frühen Führung durch Leonhard Pföderl. Weniger gut machten es die Schweizer, die in der Folge drei Strafen gegen Deutschland nicht ausnützen konnten.

«Wir haben im ganzen Turnier den Tritt nicht gefunden. Wir können uns nur an der eigenen Nase nehmen.»
Eric Blum, Verteidigersrf

Die Partie wurde zur erwartet umkämpften Angelegenheit. Nach dem missglückten Auftakt kamen die Schweizer – allerdings erst im zweiten Drittel – langsam besser ins Spiel. In der 24. Minute erzielte schliesslich Simon Moser nach einem Abpraller und mit seinem zweiten Treffer an diesem Turnier den zu diesem Zeitpunkt nicht unverdienten Ausgleich.

Im letzten Abschnitt bauten die Schweizer aber wieder ab. 6:12 lautete das Schussverhältnis zu Ungunsten der Schweiz in den letzten 20 Minuten. Und in der Verlängerung versetzten die Deutschen den Schweizern gleich mit dem ersten ernsthaften Angriff den K.o.-Schlag.

«Ich glaube, wir hatten genügend Chancen, vor allem im Powerplay. Es war ein harter Kampf. Wir können es nicht ändern: Sie haben gewonnen, es ist vorbei.»
Tristan Scherwey, Stürmersrf

Vor vier Jahren hatte eine 1:3-Niederlage gegen Lettland das frühzeitige Aus in den Achtelfinals für das Team des damaligen Trainers Sean Simpson bedeutet. Gegen die im Vergleich mit den Letten stärker einzustufenden Deutschen erlitten die Schweizer aber unter Patrick Fischer eine noch bitterere Niederlage. An Olympischen Spielen müssen die Schweizer weiter auf den ersten Sieg gegen den nördlichen Nachbarn seit 1952 (!) warten. Damals gewannen die Schweizer in Oslo 6:3. (ram/sda)

Hillers Rücktritt aus der Nati
Unmittelbar nach der Partie erklärte Goalie Jonas Hiller seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Er brauche mehr Erholungszeit, so der 36-Jährige, der diesen Entscheid schon vor Olympia Trainer Patrick Fischer mitgeteilt hatte. (kza)
Frühes Aus statt eine Medaille: Die Nati schleicht enttäuscht vom Eis.
Frühes Aus statt eine Medaille: Die Nati schleicht enttäuscht vom Eis.Bild: KEYSTONE

Das Telegramm

Schweiz - Deutschland 1:2 (0:1, 1:0, 0:0, 0:1) n.V.
3300 Zuschauer. - SR Hribik/Öhlund (CZE/SWE), McIntyre/Sormunen (USA/FIN).
Tore: 2. Pföderl (Hördler, Hager/Ausschluss Almond) 0:1. 24. Moser (Suter, Ambühl) 1:1. 61. (60:26) Seidenberg 1:2. - Strafen: 2mal 2 Minuten plus 5 Minuten (Almond) plus Spieldauer (Almond) gegen die Schweiz, 6mal 2 Minuten gegen Deutschland.
Schweiz: Hiller; Diaz, Furrer; Blum, Untersander; Geering, Schlumpf; Loeffel; Almond, Schäppi, Ruefenacht; Ambühl, Suter, Moser; Praplan, Haas, Hollenstein; Bodenmann, Corvi, Scherwey; Herzog.
Deutschland: Aus den Birken; Boyle, Ehrhoff; Moritz Müller, Seidenberg; Jonas Müller, Hördler; Krupp; Mauer, Ehliz, Fauser; Goc, Wolf, Noebels; Hager, Schütz, Pföderl; Macek, Kink, Plachta; Kahun.
Bemerkungen: Schweiz ohne Genoni (Ersatztorhüter), Du Bois, Hofmann und Stephan (alle überzählig). - Schüsse: Schweiz 21 (8-7-6-0); Deutschland 25 (5-6-12-2). - Powerplay: Schweiz 0/5; Deutschland 1/3. (sda)

Die Viertelfinals

Diese Partien finden morgen statt:
04.10 Tschechien – USA
08.40 Team OAR – Norwegen
13.10 Kanada – Finnland
13.10 Schweden – Deutschland

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