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New Jersey Devils Swiss player Mirco Mueller during the training at the Postfinance Arena in Bern, Switzerland, Sunday, September 30, 2018. The New Jersey Devils will face the SC Bern on Monday, October 1 2018, in a friendly game at the Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

New Jerseys (zweiter) Schweizer Mirco Müller bei der Vorbereitung auf das Spiel von Montag. Bild: KEYSTONE

Mehr als eine Million Umsatz an einem Tag – und doch kein Geschäft für den SCB

Mit dem Spektakelspiel gegen die New Jersey Devils macht der SCB an einem einzigen Tag mehr als eine Million Umsatz. Und verdient doch kein Geld. Die kommerziellen Hintergründe der «Jahrzehnt-Partie» gegen ein NHL-Team.



Der Berner Hockey-Tempel ist mit etwas mehr als 17'000 Plätzen seit Wochen ausverkauft. Aber der SC Bern verdient kein Geld. Das kann eigentlich so wenig sein wie edler Wein ohne die betörende Wirkung des Alkohols. Denn niemand in der Hockeyschweiz ist so geschäftstüchtig wie SCB-Manager und Mitbesitzer Marc «Chole-Marc» Lüthi.

SCB CEO Marc Luethi und COO Rolf Bachmann, von rechts, praesentieren die Bilanz der SCB-Eishockey AG der vergangenen Saison am Mittwoch, 5. September 2018, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Marc Lüthi und Rolf Bachmann. Bild: KEYSTONE

«Dank ausverkaufter Arena schreiben wir knapp eine schwarze Null.»

«Chief Operating Officer» Rolf Bachmann

Und doch ist es so: Für den SCB ist das «Spiel des Jahrzehnts» heute Abend gegen die New Jersey Devils (19.30 Uhr) mit dem Schweizer Superstar Nico Hischier kein «Big Business».

Rolf Bachmann ist beim SCB «Chief Operating Officer». Leichter verständlich: So wie SCB-General Marc Lüthi ein Genie der Vermarktung und Kommunikation, so ist Rolf Bachmann als sein «Stabschef» ein exzellenter Organisator. Ihm obliegt Budgetverantwortung, Aufsicht und Organisation des gesamten SCB-Sportbetriebes und damit auch dieses NHL-Gastspiel. Er sagt: «Dank ausverkaufter Arena schreiben wir knapp eine schwarze Null.»

Wie kann es sein, dass der SCB aus einem «Jahrzehnt-Spiel» mit einem von Rolf Bachmann geschätzten Gesamtumsatz von 1,2 bis 1,5 Millionen Franken kein Geschäft machen kann?

Der Grund ist einfach: Alle europäischen Auftritte der NHL im Herbst 2018 werden von der internationalen Veranstaltungsagentur Live Nation im Auftrag der NHL organisiert. Wenn es denn ein Geschäft ist, dann machen es Live Nation und die NHL.

Live Nation kontrolliert den gesamten Ticketverkauf und auch die Zutritte zu den VIP-Logen. Der SCB konnte deshalb seinen Saisonkartenbesitzern kein Vorkaufsrecht für die Tickets einräumen und den Zutritt zum NHL-Gastspiel nicht garantieren. Der Verkauf lief unabhängig von der SCB-Administration.

Rolf Bachmann sagt, dass für einmal nicht das traditionelle SCB-Publikum das Stadion füllen werde. «Wir nehmen an, dass viele Leute ein Ticket gekauft haben, die normalerweise nicht zu einem SCB-Spiel kommen.»

So beeindruckt waren die NHL-Journis von den «traditionellen» SCB-Fans:

Der SCB ist ganzjähriger Generalmieter des Berner Hockeytempels und so hat sich Live Nation beim SCB für diese Veranstaltung eingemietet und den SCB mit der Durchführung der Partie beauftragt.

Allerdings läuft dieses Spiel exakt nach den Wünschen und Bedürfnissen der NHL und Live Nation. Was Brauch und Recht ist beim SCB interessiert niemanden.

New Jersey Devils Swiss player Nico Hischier during the training at the Postfinance Arena in Bern, Switzerland, Sunday, September 30, 2018. The New Jersey Devils will face the SC Bern on Monday, October 1 2018, in a friendly game at the Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Nico Hischier beim Training in Bern. Bild: KEYSTONE

Das bedeutet, dass das Spiel organisatorisch nach NHL-Vorgaben läuft. Rolf Bachmann musste beispielsweise eine Sängerin für die Hymnen (vor dem Spiel werden die amerikanische und die helvetische Hymne gesungen) organisieren. In der NHL ist es üblich, dass auch am Spieltag nach dem Aufwärmtraining am Vormittag die Kabine für Interviews geöffnet wird. Und so kommt es, dass auch die SCB-Spieler heute nach dem Aufwärmen den Chronistinnen und Chronisten Auskunft geben müssen. Während der laufenden Meisterschaft bei uns völlig undenkbar.

Der Organisationsaufwand rund ums Spiel ist viel grösser. Auch während der Trainings muss das Sicherheitspersonal präsent sein.

Dafür sind die Sicherheitsmassnahmen während des Spiels geringer als üblich: Es ist ja kein «Risikospiel», bei dem Auseinandersetzungen zwischen den Fangruppierungen befürchtet werden müssen. Wie bei allen SCB-Partien ist die Berner Sicherheitsfirma Bronco Security für den Sicherheitsdienst zuständig.

Alles in allem umfasst der Tross dieses «NHL-Wanderzirkus» (Spieler, Trainer, NHL-Personal, Vertreter von Live Nation) rund 100 Personen. Um Transport und Unterkunft hat sich Live Nation gekümmert. Die Spieler logieren im Hotel Bellevue Palace, dem besten Haus am Platz mit Zimmerpreisen von 400 Franken an aufwärts.

New Jersey Devils players listen to their head coach John Hynes, not pictured, during the training at the Postfinance Arena in Bern, Switzerland, Sunday, September 30, 2018. The New Jersey Devils will face the SC Bern on Monday, October 1 2018, in a friendly game at the Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Die Devils haben nicht nur ihre Spieler in die Schweiz mitgebracht. Bild: KEYSTONE

Live Nation kassiert die gesamten Matcheinnahmen, beteiligt den SCB aber als Entschädigung für die Organisation an diesen Einnahmen. Der SCB darf das gesamte Catering übernehmen (Verkauf von Essen und Getränken), beteiligt Live Nation dafür im Gegenzug am Erlös.

«Wir sind kein grosses Risiko eingegangen», sagt Rolf Bachmann. «Es braucht ein ausverkauftes Stadion, damit wir auf eine schwarze Null kommen. Aber wir konnten ja davon ausgehen, dass die Arena bei diesem Spiel ausverkauft sein wird.»

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ralck 01.10.2018 14:48
    Highlight Highlight Logisch verläuft alles nach Wunsch der NHL, logisch kassiert nur Live Nation bzw. die NHL – die Leute kommen ja auch wegen den Devils und nicht wegen den Bärchen. :-)
    • MARC AUREL 01.10.2018 15:31
      Highlight Highlight Und nur die Bärchen wären wirklich in Frage gekommen als die Möchtegerns aus Zürich...😎
  • Tikkanen 01.10.2018 14:45
    Highlight Highlight ...schwarze Null reicht aus, die Vorfreude auf das heutige Duell der Titanen ist riesig. Immerhin empfangen wir heute in Europas Hockeyhauptstadt statusgerecht ein gestandenes NHL Team mit Stars wie Hall und Nico😊 derweil in Hipsterville ein kommendes Gechraue zwischen irgendwelchen zweitklassigen KHL-Russki‘s als Highlight in der Mehrzweckhalle verkauft wird🤔
    Wie sang Bligg „ Mänhätten oder nöd“🐻🍺
    • magnet1c 01.10.2018 15:26
      Highlight Highlight Ein Duell unter Titanen, welches unter Umständen ebenfalls 8:1 endet?
    • TheWall_31 01.10.2018 15:33
      Highlight Highlight Das einzige, was ihr in eurer Pseudohauptstadt aktuell habt, ist das Halbfinal-Out der Saison 17/18. :-)

      "Mänhätten ebe nöd"
    • Hades69 01.10.2018 15:35
      Highlight Highlight Hockeyhauptstadt? Voll veryoungboyst...
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Nun ist es offiziell: Langenthal kann nicht in die höchste Liga aufsteigen

Liga-Direktor Denis Vaucher bestätigt, was bisher krampfhaft geheim gehalten worden ist: Wird der SC Langenthal Meister, kann er nicht aufsteigen und die Rapperswil-Jona Lakers bzw. Davos sind gerettet.

Auf die Frage, ob der SC Langenthal in seinem Kultstadion «Schoren» in der NL spielen dürfte, sagt Liga-Direktor Denis Vaucher klipp und klar: «Nein, der Schoren erfüllt die Anforderungen an ein Stadion in der höchsten Liga nicht und kann auch mit infrastrukturellen Anpassungen in der Sommerpause 2019 nicht National-League-tauglich gemacht werden.»

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