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Pittsburgh Penguins players pose for photos with the Stanley Cup after Game 6 of the NHL hockey Stanley Cup Finals against the San Jose Sharks in San Jose, Calif., Sunday, June 12, 2016. The Penguins won 3-1 to win the series 4-2. (AP Photo/Marcio Jose Sanchez)

Geschafft! Die Pittsburgh Pengiuins um Captain Sidney Crosby holen sich nach einer zähen Saison den Stanley Cup. Bild: Marcio Jose Sanchez/AP/KEYSTONE

Trainer und Solidarität: «Alle schrieben uns ab» – darum besiegten die Pinguine die Haie trotzdem

Die Pittsburgh Penguins krönen durch den Sieg im NHL-Playoff-Final gegen die San Jose Sharks eine schwierige Saison mit dem Gewinn des Stanley Cups. Weil noch im Dezember gar nichts darauf hingedeutet hat, ist die Erleichterung, die Freude und der Stolz darüber umso grösser.

Donat Roduner
Donat Roduner



Die Saison der «Pens» lässt sich sehr gut zweiteilen – in eine schlechte und eine gute Hälfte. Am Ursprung der zweiten Hälfte steht ein Trainerwechsel: Am 12. Dezember, Pittsburgh ist zu dem Zeitpunkt nicht einmal für die Playoffs qualifiziert, übernimmt Mike Sullivan den Posten des gefeuerten Mike Johnston. 

«Sullivan nahm jeden Spieler in die Verantwortung. Er teilte jedem seine Aufgaben zu, den Jungen wie den Alten», fasst der Final-MVP Sidney Crosby nach dem entscheidenden 3:1-Sieg gegen die San Jose Sharks den Einfluss des neuen Chefs an der Bande in Worte. «Es war nicht einfach, aber wir haben gekämpft. Und im März dann endlich das Momentum aufgenommen.»

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Die Szenen nach der Schlusssirene. streamable

Ehre auch denen, die nicht spielten

Die grosse Solidarität ist bei den Penguins bei der Siegesfeier spürbar, es überwiegt nicht die persönliche Freude, sondern die Freude füreinander. Darum überrascht es nicht, dass Crosby die gewonnene Trophäe als erstes nicht den weiteren Superstars Jewgeni Malkin oder Phil Kessel weitergibt, sondern die Ehre erst Trevor Daley, Pascal Dupuis und Marc-André Fleury zukommen lässt. Die drei konnten verletzungshalber in den Playoffs wenig bis gar nichts zum Titelgewinn beitragen, sind in der Mannschaft aber dennoch geschätzt.

Trevor Daley mit dem Stanley Cup in der Garderobe. Daneben seine seine Teamkollegen Brian Dumoulin (l.) und Jewgeni Malkin (r.).

Gerade für Fleury war die Situation keine einfache. Der 31-jährige Kanadier, eigentlich Stammgoalie, handelte sich Ende März die zweite Gehirnerschütterung der Saison ein und musste seinen Platz dem unerfahrenen Matt Murray abgeben. Der 22-jährige Landsmann nahm seine Chance wahr und machte seine Sache so gut, dass Fleury nach der Genesung in den Playoffs nur ein Spiel lang den Kasten hüten durfte.

Jun 12, 2016; San Jose, CA, USA; Pittsburgh Penguins goalie Marc-Andre Fleury (left) passes teammate Pascal Dupuis (9) the Stanley Cup after defeating the San Jose Sharks in game six of the 2016 Stanley Cup Final at SAP Center at San Jose. Mandatory Credit: Gary A. Vasquez-USA TODAY Sports

Marc-André Fleury gibt den Pokal weiter an Pascal Dupuis.
Bild: X02835

Pittsburgh Penguins goalie Matt Murray raises the Stanley Cup after Game 6 of the NHL hockey Stanley Cup Finals against the San Jose Sharks in San Jose, Calif., Sunday, June 12, 2016. The Penguins won 3-1 to win the series 4-2. (Bruce Bennett/Getty Images via AP, Pool)

Matt Murray war der stabile Rückhalt der Penguins in den Playoffs. Bild: AP/Pool Getty Images

«Flower», wie er im Team genannt wird, gönnte seinem jüngeren Kollegen den Erfolg aber von ganzem Herzen und stand ihm jederzeit zur Seite. «Ich habe ihn immer wieder daran erinnert, locker zu bleiben und die Situation zu geniessen», sagte Fleury. Das ist ihm offenbar gelungen, Murray verlor den Fokus bis zum Schluss nie und war mit einer Fangquote von 92,3 Prozent in den Playoffs überragend.

Aus Nervosität wurde Freude

Sullivan ist erst der sechste Trainer in der NHL, der während der Saison ein Team übernimmt und dann den Stanley Cup gewinnt, die seiner Meinung nach am schwersten zu erringende Trophäe im Sport. «Ich bin sehr dankbar», sagt der 48-jährige nach der Entscheidung erleichtert. «In der zweiten Hälfte der Saison haben wir angefangen ein Team zu werden», lautet seine Begründung für den Erfolg.

Pittsburgh Penguins head coach Mike Sullivan smiles during a news conference after Game 6 of the NHL hockey Stanley Cup Finals between the San Jose Sharks and the Penguins Sunday, June 12, 2016, in San Jose, Calif. The Penguins won 3-1 to win the series 4-2. (AP Photo/Eric Risberg)

Der Meistertrainer: Mike Sullivan.
Bild: Eric Risberg/AP/KEYSTONE

Ähnlich sieht das auch Verteidiger Kris Letang, Torschütze zum 2:1 im entscheidenden Spiel: «Alle haben uns abgeschrieben. Aber wir sind zusammengestanden und haben das so möglich gemacht.» Allen Penguins-Spielern steht bei der Meisterzeremonie der Stolz ins Gesicht geschrieben. Am meisten bei Jewgeni Malkin, der erst vor zwei Wochen zum ersten Mal Vater wurde. «Ich war so nervös, aber jetzt bin ich so glücklich», sagte der 29-jährige Russe, der auf weitere Meistertitel mit den Penguins hofft.

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