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ARCHIV --- ZUR MELDUNG, DASS ARNO DEL CURTO BEIM HC DAVOS BLEIBEN WIRD, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Trainer Arno Del Curto von Davos, beim Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem HC Davos und dem EV Zug, am Samstag, 17. Oktober 2015, in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Dirigiert Arno Del Curto bald einen «Hollywood-Verteidiger»? Bild: KEYSTONE

Ein «Hollywood-Verteidiger» vom «Transfer-Wühltisch» für Arno Del Curto

Fünf Klubs wollten ihn. Nun wechselt der amerikanisch-schweizerische Doppelbürger Lucas Bachofner (19) zum HC Davos. Eine Transfergeschichte der besonderen Art.

03.08.18, 16:55


«Venice Beach» (Los Angeles) gehört zu jenen 100 Orten, die man im Leben, wenn immer möglich, sehen sollte. Und dort, am Strand in Südkalifornien, beginnt eine Transfergeschichte, die uns am Montag nach Davos führt.

Am «Boardwalk» übernimmt der Berner Stefan Bachofner am 23. Dezember 1994 die Kultbeiz «Waterfront Café». Nicht nur Touristen, auch die Amerikaner schätzen europäisches Bier und helvetische Kost von Bratwurst bis Rösti. Hier gehen über die Jahre auch die NHL-Helden ein und aus oder schauen vorbei, wenn sie mal in Los Angeles oder Anaheim spielen: David Aebischer, Martin Gerber, Jonas Hiller, Luca Sbisa, Ralph Krueger.

Vergangenen Januar trainierte Bachofner mit den Junioren des SCB.

Logisch, dass Stefan Bachofners zwei Buben Michael und Lucas auch Hockey spielen. Lucas ist der talentiertere. Er wird im Förderungssystem der Los Angeles Kings ausgebildet und hat zuletzt bei den New Jersey Rockets in der «USPHLPremier» gespielt, dem höchsten Nachwuchsniveau ausserhalb der drei grossen nordamerikanischen Junioren-Ligen (WHL, OHL,QMJHL). Erst als Stürmer, immer öfter aber auch als Verteidiger. Für sein Alter hat er eine ordentliche Postur (185 cm/80 kg). Der zwei Jahre jüngere Michael ist ein Torhüter mit NHL-Postur.

Am 10. Dezember 2017 hat Stefan Bachofner den Pachtvertrag im «Waterfront Café» nach einer Zinserhöhung von 20'000 auf 65'000 Dollar pro Jahr nicht mehr erneuert. Er ist in die Schweiz zurückgekehrt, geniesst nun erst einmal das Leben und plant den Einstieg in die hiesige Gastronomie. An der Zinserhöhung können wir ablesen, dass er wohl gut geschäftet hat.

Mit der Rückkehr in die Schweiz müssen auch seine Buben die Karriere neu justieren. Michael versucht den Einstieg ins helvetische Hockey bei den Junioren in Chur. Lucas hat sich entschieden, Profi zu werden. Funktioniert es, gut. Funktioniert es nicht, auch gut. Das aufgeweckte Bürschchen hat ja auch alle beruflichen Optionen offen.

Nun kommt Rolf Simmen ins Spiel. Der Freund und Agent von Martin Gerber für europäische Transfers war, als «Tinu» in Anaheim spielte, oft bei Stefan Bachofner zu Gast. Er hat sich den Namen von Lucas Bachofner notiert und die Karriere aufmerksam verfolgt, sich immer wieder gemeldet und erkundigt und nun den Wechsel in die Schweiz orchestriert. Frage an den ehemaligen EVZ- und ZSC-Kultgoalie: Ist Lucas Bachofner gut genug für die NLA? «Ja, davon gehe ich aus.»

Stefan Bachofner mit Lucas an einem Playoff-Spiel der Mighty Ducks of Anaheim im Jahr 2004.

Fünf Klubs waren interessiert: der SCB, Biel, Langnau, Davos und Kloten. In Kloten hätte er gleich einen Profivertrag unterschreiben können. Nun hat er sich trotzdem für Davos entschieden. «Beim HCD sind die beruflichen, schulischen und sportlichen Perspektiven ideal» sagt Rolf Simmen. «Lucas kann bei den Elite-Junioren, beim Farmteam (Ticino Rockets – die Red.) und in der NLA eingesetzt werden.»

Eigentlich ist ja Stefan Bachofner leidenschaftlicher SCB-Fan. Regelmässig ist er über all die Jahre für die SCB-Playoffs angereist. Er hätte also seinen Sohn gerne im SCB-Dress gesehen. Aber man hat ihm dringend von einem Wechsel nach Bern abgeraten: Unter Kari Jalonen haben junge Spieler nullkommanull Chancen auf einen NLA-Einsatz.

Nun weilt Bachofner wieder in der Schweiz. Hier am Zugersee.

Item, am Montag wird Lucas Bachofner in Davos zur Regelung aller Formalitäten erwartet. Er bekommt vorerst einen Nachwuchsvertrag (Elite-Junioren).

Wir können also hier von einer «Rolex vom Transferwühltisch» reden und die Herkunft (Los Angeles) rechtfertigt die Bezeichnung «Hollywood-Verteidiger». Arno Del Curto braucht Verteidiger. Die Chancen, im Laufe dieser Saison nach einer Angewöhnungsphase in die NLA zu kommen sind in Davos am grössten.

Und was sagt Arno Del Curto? Er ist in diesen hektischen Tagen zu Beginn der Saisonvorbereitung grantig und weigert sich, einen Kommentar abzugeben.

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Eingestein 03.08.2018 19:21
    Highlight Arno und Hollywood das passt, Er ist der beste Bandenschauspieler. Muss man neidlos anerkennen.
    29 7 Melden
  • Goon 03.08.2018 18:48
    Highlight Hab mir jetzt mehr versprochen nach diesem Titel......
    45 10 Melden
    • Dreibünden 03.08.2018 22:18
      Highlight Jep, mehr Wühltisch als Rolex🤔
      27 1 Melden
    • Hayek1902 04.08.2018 04:23
      Highlight Potentielle rolex vielleicht,aber das sind viele andere auch. Habe zuerst geglaubt, da kommt der nächste Hischier
      14 1 Melden
  • Max Pauer 03.08.2018 18:22
    Highlight Endlich wieder ein knackiges Eismeistergschichtli. Erstaunlich zwar, dass nie was von Langnau steht. Aber egal, nach dem harten, von dürren Fussballerfloskeln geprägten Sommer, endlich währschafti Choscht.

    In acht Monaten hasse ich mich für diesen Kommentar.
    134 5 Melden
    • RedWing19 03.08.2018 18:30
      Highlight Doch doch, genau lesen: Langnau ist unter jenen Clubs erwähnt, die ihm ein Angebot unterbreitet haben😉
      48 3 Melden
    • andre63 03.08.2018 19:49
      Highlight 🤣
      11 2 Melden
    • salamandre 03.08.2018 20:11
      Highlight stimmt nicht ganz, Langnau hat sich auch interessiert😉
      11 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • dizzy 03.08.2018 18:04
    Highlight unter kari 0 eiszeit?was ist dann bitte mit yannik burren?🧐
    4 50 Melden
    • c_meier 03.08.2018 18:45
      Highlight vielleicht schon Eiszeit aber wohl eher nicht in wichtigen Spielen (Playoff) und nicht als Spieler mit Verantwortung in vorderen Linien...

      sollte eigentlich den SCB-Oberen auch etwas zu denken geben wenn fast alle ehemaligen Junioren irgendwann wegwollen trotz Junioren-Meistertiteln...
      45 2 Melden
    • MARC AUREL 05.08.2018 18:12
      Highlight Macht nix.. in Davos kann er reifen und später zum SCB wechseln wenn er gut genug ist!
      2 6 Melden
    • c_meier 05.08.2018 19:15
      Highlight eigentlich ja, aber bisher sind nicht viele zurückgekommen, Vermin und Froidevaux wählten Lausanne statt Bern obwohl es Angebote aus Bern gab...
      4 0 Melden
  • obelix007 03.08.2018 17:58
    Highlight Wer soll nun den AdC verstehen. Noch vor Wochen hat er gesagt, dass er zu viele Verteidiger habe und hat sogar Kindschi abgegeben. Nun hat er wieder Bedarf an Verteidiger. Ein richtiges Fähnchen im Wind, oder ein windiger Hund?
    Jedenfalls läuft es in Davos eben immer so und die anderen schauen in die Röhre.
    Ich weiss nicht ob es die Schulen und Möglichkeiten sind. War es nicht viel eher das Geld?
    20 55 Melden
    • Schreiberling 03.08.2018 18:54
      Highlight Was willst du mit deinem Kommentar genau aussagen?

      Und Davos hat Bedarf an guten Verteidigern. Kindschi ist das nur Bedingt. Ob es Bachofner ist, wird sicj dann zeigen.
      37 5 Melden
  • Sloping 03.08.2018 17:36
    Highlight "Und was sagt Arno Del Curto? Er ist in diesen hektischen Tagen zu Beginn der Saisonvorbereitung grantig und weigert sich, einen Kommentar abzugeben."

    Die Grantigkeit Arnos hängt vielleicht auch davon ab, wer am anderen Endes des Drahtes ist ;-)
    136 7 Melden
  • Pat the Rat (der Echte) 03.08.2018 17:19
    Highlight Ich wusste gar nicht, dass auch der HCD an den Ticino Rockets von HCAP & HCL beteiligt ist...???
    42 5 Melden
    • Al Paka 03.08.2018 19:36
      Highlight Ich meine die haben seit dieser Saison ein Partnerschaftsvertrag mit den Ragetlis.
      Davor waren sie Partner von Thurgau.

      Aber ich glaube nicht, dass sie wirklich beteiligt sind beim Klub selber.

      Bei der Partnerschaft geht es hauptsächlich darum, dass Davos Spieler bei den Rockets spielen könnten und umgekehrt.

      Aber ob es sinnvoll ist, ein Partner zu haben, der bereits das Farmteam zweier anderen Klubs ist, bleibt fraglich.
      26 1 Melden
    • Pat the Rat (der Echte) 04.08.2018 10:13
      Highlight Danke für deine Antwort, Al.

      Dieses Arrangement ist mir wohl entgangen.

      4 0 Melden
    • Al Paka 04.08.2018 12:15
      Highlight Bitte gern geschehen. 😘

      Hätte es auch beinahe überlesen.
      Habe es per Zufall auf Hockeyfans gelesen.

      7 0 Melden
  • goldmandli 03.08.2018 17:15
    Highlight Beim derzeitigen deffensiven Notstand in Davos stehen seine Chancen auf Profi-Hockey nicht schlecht. Sagt mir aber gar nichts der Junge. Keine ahnung, was der kann.
    20 2 Melden
    • Hayek1902 04.08.2018 04:27
      Highlight Ich unterstelle dir mal, weder Sportchef, noch Scout, noch Spielerberater zu sein, von dem her musst du ihn auch nicht kennen. ;)
      9 1 Melden
  • Dynamischer-Muzzi 03.08.2018 17:10
    Highlight "Hollywood" und cTransfer-Wühltisch"
    Herrlich, Kläusu greift gleich von Anfang an wieder voll im seine Wortschatztruhe. Das zeigt mir, dass es bald schon endlich wieder losgeht 🏒🏒🥅🥅⛸️⛸️🏆🏆
    80 4 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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