Zugs neues Logo – ganz einfach langweilig
Die offizielle Medienmitteilung tönt vielversprechend. «Der EVZ präsentiert seinen neuen Brand ab Saison 2026/27 – ein starkes Zeichen für Herkunft, Identität und Zukunft.»
Das neue Erscheinungsbild sei konsequent in den Klubfarben Blau und Weiss gehalten und rücke damit jene Identität in den Mittelpunkt, die den EVZ seit 1967 präge. In Farben, die für Kontinuität, Wiedererkennung und die starke Verbundenheit mit Stadt und Region Zug stehen. Nach dem zentralen Leitmotiv: «Erinnern, wo wir herkommen, aber trotzdem weiterentwickeln.»
Sogar eine externe Agentur war gemäss offizieller Medienmitteilung an der Entwicklung des Logos beteiligt. Besonders wichtig sei der Dialog mit dem Umfeld gewesen: Die Stimmen der Fans, Mitarbeitenden, Gönner, Sponsoren und Partner – also zentrale Anspruchsgruppen – seien aktiv in den Prozess einbezogen und gezielt gehört worden. Manager Patrick Lengwiler erklärt dazu: «Das Logo ist das Kleid des Klubs. Unser neuer Brand ist dynamisch, kraftvoll – und hat auch Ecken und Kanten.»
Nun denn: Alles Ansichtssache. Aber Hand aufs Herz: Dieses Logo ist ganz einfach langweilig. Furchtbar langweilig und eignet sich eher für eine diskrete Privatbank oder für das seriöse, nach neuesten sportwissenschaftlichen Erkenntnissen geschaffene Hochleistungssportzentrum OYM vor den Toren der Stadt. Der EV Zug ist ein dynamisches Hockeyunternehmen und dazu passt ja auch der Stier. Dieses Klubwappentier steht für all das, was Zug so faszinierend und erfolgreich macht, und steht erst noch in der Linie der Tradition und Heimatverbundenheit: Der Stierenmarkt im September ist Zugs wichtigstes kulturelles Ereignis. Ein traditionsreicher Viehmarkt und ein Volksfest, das seit 1897 zelebriert wird und rockt wie anderorts der Karneval. Ein Treffpunkt zwischen Stadt und Land und ein Stück gelebte Tradition.
Und nun also dieses furchtbar langweilige, mutlose Logo ohne Stier, ohne Ausstrahlung, ohne Dynamik, ohne Fantasie – und damit eigentlich im Gegensatz zu allen Qualitäten dieses Hockey-Unternehmens. Die Aussage von Patrick Lengwiler, das Logo sei dynamisch und kraftvoll und habe auch Ecken und Kanten, ist – sorry l'expression – nachgerade ein Witz.
Kommt dazu: Der Stier wäre unverwechselbar. Kein anderer Klub hat dieses Wappentier und gibt es denn eine Kreatur, die besser zum Hockey passt als ein Stier? Nein, gibt es eigentlich nicht.
Mögen die Hockeygötter dafür sorgen, dass der EV Zug auf und neben dem Eis nie so langweilig, so saft-, mut- und kraftlos werden möge wie sein neues Logo. Hopp EVZ!
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