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Eine Toiletten-Rechnung für Ambri – und warum nicht eine noble Geste?

Ambri`s team and fans after the game between Switzerland's HC Ambri-Piotta and the Czech HC Republic's Dynamo Pardubice, at the 95th Spengler Cup ice hockey tournament in Davos, Switzerland, ...
Zwei Ambri-Fans sorgten im Stadion in Zürich für Unmut.Bild: keystone
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Eine Toiletten-Rechnung für Ambri– und warum nicht eine noble Geste?

Ambris schwarze Schafe haben im November die Toiletten im Zürcher Hockey-Tempel stark beschädigt. Ein sportliches Eigentor und zugleich eine Chance für Ambris grossen Vorsitzenden Filippo Lombardi.
30.12.2023, 21:1031.12.2023, 12:33
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Die zwei identifizierten Missetäter, die bereits beim Derby am 29. September in Lugano in der Toilette gewütet haben, sind inzwischen von Lugano mit einem Stadionverbot belegt worden. Ein weiteres Stadionverbot folgt nun von den ZSC Lions, für die Sachbeschädigungen im Rahmen des Spiels vom 25. November. Drei Jahre lang dürfen die zwei schwarzen Schafe kein Stadion mehr betreten.

Bei Ambri obliegt die Regelung und Aufarbeitung der ganzen «Toiletten-Affäre» ausgerechnet Sportchef Paolo Duca. Nach der Entlassung von Manager John Mischkulnig übernimmt er interimistisch alle Liga-Geschäfte.

Ambris schwarze Schafe haben also ein sportliches Eigentor geschossen: Sie bürden ihrem ohnehin stark beschäftigten Sportchef viel zusätzliche Arbeit auf. Bei Ambri geht es in dieser Sache ja auch noch um eine heikle interne Aufarbeitung. Die ZSC-Überwachungs-Videobilder zeigen nämlich, wie zwei Sicherheitsleute den zwei Missetätern anerkennend auf die Schulter klopfen. Diese Sicherheitsleute begleiten jeweils die Fans und sollten für Ruhe, Ordnung und Anstand sorgen. Ambri hat also neben schwarzen Schafen auch noch schwarze Hirten. Die ZSC Lions und die Liga erwarten in dieser «Hirtenfrage» eine Antwort. Sollte Paolo Duca in den nächsten Wochen ein Transfergeschäft verschlafen oder Missstimmungen in der Kabine nicht rechtzeitig erkennen, so tragen Ambris schwarze Schafe dafür die volle Verantwortung.

ZSC-Manager Peter Zahner wird Ambri in den nächsten Tagen die Rechnung für die Toiletten-Reparatur in der Höhe von etwas mehr als 7000 Franken zukommen lassen.

Ambri muss diese Rechnung nicht bezahlen. Die Klubs sind in solchen Fällen nicht haftbar. Ein entsprechender Antrag der gegenseitigen Verrechnung ist im letzten Sommer bei der Liga-Versammlung abgelehnt worden. In der Vergangenheit sind solche Angelegenheiten von den Klubbossen jeweils gütlich im Sinne von Gentlemen geregelt worden. So wie alle Missstimmungen nach einem Spiel durch den traditionellen «Handshake» vergeben und vergessen sind, so pflegen die Klubgeneräle untereinander Lösungen zu finden.

Das ist eine grosse Chance für Ambris Obmann Filippo Lombardi. Der charismatische ehemalige Präsident des Ständerates hat Talent für grosse, dramatische Auftritte. Warum nicht vor Ambris nächstem Gastspiel im Zürcher Hockey-Tempel am 4. Februar im Mittelkreis ZSC-Manager Peter Zahner demonstrativ sieben Tausendernoten bar auf die Hand zahlen (der Stadionsprecher und das Publikum zählen mit), dann als noble Geste einen achten Tausender für die Juniorenkasse drauflegen und schliesslich als Versöhnungsgeschenk dem ZSC-Manager zu den Klängen von «La Montanara» eine WC-Brille in den blau-weissen Farben Ambris um den Hals legen?

Um künftig WC- und andere Beschädigungen zu verhindern, erwägen die ZSC Lions bei Risikospielen die Erfassung der Identität der Gästefans. Damit keine schwarzen Schafe mehr den Weg ins Stadion finden.

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27 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Pumpido
30.12.2023 21:53registriert Mai 2017
Und wieso genau erhalten diese 'Fans' nicht die Rechnung zugestellt?
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emptynetter
31.12.2023 00:34registriert April 2014
Und wieso soll diese interne Aufarbeitung mit dem eigenen Sicherheitsmann heikel sein? Wenn das bewiesen ist, dass er nicht eingeschritten ist, dann weg mit ihm, ganz einfach. Das geht ja gar nicht, mit diesen pseudo-Sicherheitsleuten.
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Clark Kent
30.12.2023 23:32registriert Januar 2014
Zu viel Alkohol am Spengler Cup tut nicht gut. Auch Chronikern nicht.
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