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Sind das die Zuschauer eines Zweitliga-Spiels im Berner Seeland? Nein, das sind die Fans beim Europa-League-Final in Baku.
Sind das die Zuschauer eines Zweitliga-Spiels im Berner Seeland? Nein, das sind die Fans beim Europa-League-Final in Baku. Bild: EPA/EPA

Leere Tribünen und Fangesang aus Lautsprechern – so mies war die Stimmung beim EL-Final

30.05.2019, 07:3830.05.2019, 07:52

Arsenal gegen Chelsea, ein Londoner Derby im Europa-League-Endspiel. Welch Emotionen auf den Zuschauerrängen, was für ein Fest bei den Fans! Oder etwa nicht?

Fehlanzeige. Dass der Final der Europa League eher einem Hort der Stille anstatt einer Rambazamba-Party gleichen wird, zeichnete sich schon früh ab. Denn: Das Spiel fand im Olympiastadion von Baku statt, am Kaspischen Meer in Aserbeidschan, über 5000 Kilometer von den Heimspielstätten von Chelsea und Arsenal entfernt. Hinzu kam, dass beide Klubs jeweils nur 6000 Zuschauerkarten für ihre Fans bekamen. Und das in einem Stadion, das 69'000 Personen fasst.

Baku fungierte bereits in der Vergangenheit als Austragungsort von Grossanlässen, darunter 2012 des Eurovision Song Contests oder 2015 der Premiere der Europaspiele. Schon diese Anlässe wurden stets von heftiger Kritik begleitet. Denn nicht nur liegt Baku sehr weit weg, auch gibt es viele Berichte über die problematische Menschenrechtslage und die nicht vorhandene Pressefreiheit in Aserbaidschan.

Für viele Fans stellte sich die Frage, ob sie die weite Reise für das Endspiel auf sich nehmen wollen und ob es richtig ist, der Regierung von Aserbaidschan die grösste Fussballbühne nach Europameisterschaft und Champions League auf dem Kontinent bieten darf. Arsenals Henrich Mchitarjan, boykottierte das Spiel gar aufgrund der politischen Spannungen zwischen Aserbaidschan und seinem Heimatland Armenien und reiste nicht einmal mit nach Baku.

Um die schlechte Stimmung im Stadion zu heben oder zumindest den Anschein zu wecken, dass viele Fans mit inbrünstigen Chorgesängen zugegen sind, liess die UEFA vor dem Spiel Lautsprecher anbringen. Das zeigt ein Video einer Journalistin der britischen Zeitung «The Guardian».

Beim Anpfiff war das Olympiastadion von Baku alles andere als voll und die Stimmung während Chelseas grossartigem 4:1-Erfolg ziemlich mies. Kein Wunder, wenn statt Fans vor allem neutrale Zuschauer, Sponsoren, Volunteers und Funktionäre auf den Rängen sitzen.

Noch peinlicher wurde es für die UEFA bei der Pokalübergabe: Als Chelsea den Pott um 1.00 Uhr Ortszeit (!) überreicht bekam, waren kaum mehr Zuschauer da. Vor leeren Rängen absolvierten die «Blues» ihre Ehrenrunde. Und natürlich dröhnte dazu wie immer «We are the champions» von Queen aus den Lautsprechern.

(sar/pre)

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