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85-Jähriger will auf dem Mount Everest einen Rekord aufstellen – er stirbt

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Min Bahadur Sherchan träumte davon, nochmals den Everest zu besteigen. Es gelang nicht.Bild: Niranjan Shrestha/AP/KEYSTONE

85-Jähriger will am Mount Everest einen neuen Rekord aufstellen – er stirbt

Ein 85-Jähriger stirbt beim Versuch, den Everest zu besteigen. Noch nie wollten so viele Menschen auf den höchsten Berg der Welt wie dieses Jahr.
07.05.2017, 04:1407.05.2017, 21:24
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Die Nachricht kommt nur eine Woche nach dem Tod des Schweizer Extrembergsteigers Ueli Steck. Wieder muss die Bergsteiger-Gemeinde Abschied von einem Aushängeschild nehmen. 

Der 85-jährige Nepalese Min Bahadur Sherchan starb am Samstagnachmittag beim Versuch, als ältester Bergsteiger den Everest zu besteigen. Wie die Behörden mitteilten, starb er im Base Camp. 

Noch ist unklar, weshalb es zum Tod des 85-Jährigen kam. Sein Körper wird nun nach Kathmandu zur Autopsie gebracht. Ein offizieller Bergsteiger der Regierung vermutete, dass Sherchan einen Herzinfarkt erlitten haben könnte. 

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Min Bahadur Sherchan während seiner Vorbereitung in Kathmandu. Aufnahme vom 12. April 2017.Bild: Niranjan Shrestha/AP/KEYSTONE

Gemäss seiner GoFundMe-Page wollte Sherchan mit seinem Aufstieg «Weltfrieden und die Erhaltung der Menschheit» promoten. 

80-Jähriger löste ihn ab

Sherchan wollte bei seiner Expedition den Rekord zurückerlangen, den er bereits schon einmal inne hatte. Im Jahr 2008 kletterte er als 76-Jähriger auf den höchsten Berg der Erde und durfte sich in der Folge als ältester Mensch, der je auf dem Everest stand, bezeichnen. 

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Min Bahadur Sherchan bei seiner Ankunft in Kathmandu nachdem er als 76-Jähriger den Everst bestiegen hatte. Aufnahme aus dem Jahr 2008.Bild: Binod Joshi/AP/KEYSTONE

Doch fünf Jahre später wurde der Rekord vom Japaner Yuichiro Miura gebrochen, der die Besteigung als 80-Jähriger geschafft hatte.

«Seit der Rekord gebrochen wurde, wollte er ihn zurück haben», sagt Tsehring Sherpa, der Präsident des nepalesischen Bergsteiger-Verbandes.

Sherchan habe jeden Tag dafür trainiert, er sei täglich 14 bis 15 Kilometer gelaufen. Er sei physisch in Form gewesen, aber sein Alter sei einer Herausforderung gewesen, so Sherpa. «Er wollte Nepal stolz machen. Wir sind sehr traurig.»

Nepal erwartet Rekordzahl an Bergsteigern

Die Behörden in Nepal erwarten in diesem Jahr eine Rekordzahl von Bergsteigern, die den Mount Everest besteigen wollen. Wie das Amt für Tourismus mitteilte, wurden nun Lizenzen an 372 Bergsteiger vergeben, die den Aufstieg auf den höchsten Berg der Welt erlauben.

Hinzu kämen noch rund 400 lokale Bergführer, Köche und Gepäckträger, welche die Bergsteiger beim Aufstieg unterstützen. Insgesamt werden sich demnach 42 Expeditionsteams auf dem Weg zum 8848 Meter hohen Gipfel machen.

Im vergangenen Jahr hatte Nepal Lizenzen für 34 Teams und 289 Bergsteiger vergeben. Eine Lizenz zum Aufstieg auf den Mount Everest kostet in Nepal 11'000 US-Dollar pro Person.

Die ersten Menschen könnten bereits am Wochenende den Aufstieg schaffen. «Diesen Samstag werden die ersten Sherpas sich auf den Weg zum Gipfel machen», sagte Temba Tsheri Sherpa, Organisator einer der Expeditionen. «Sie werden die ersten sein, die den Berg in dieser Saison komplett besteigen.» Das Wetter werde wahrscheinlich an diesem Wochenende oder kommende Woche erstmals in dieser Saison gut genug sein, um den Aufstieg zu wagen. Die Saison am Everest geht in der Regel von April bis Mai.

Verlängerungen aufgrund von Erdbeben

«Wir haben 2017 die grösste Zahl an Lizenzen seit vielen Jahren vergeben», sagte Durga Dutta Dhakal, ein leitender Beamter im Amt für Tourismus. «Ein Grund dafür ist, dass viele Kletterer noch Lizenzen aus dem Jahr 2015 haben. Deren Gültigkeit haben wir verlängert, nachdem wegen des schweren Erdbebens alle Expeditionen abgesagt werden mussten.»

Im Jahr 2015 hatte ein Erdbeben der Stärke 7,8 grosse Teile Nepals und auch das Basislager am Mount Everest verwüstet. 19 Bergsteiger kamen damals ums Leben; zum ersten Mal seit Jahrzehnten stand kein Mensch auf dem Gipfel. Im Jahr zuvor starben 16 Menschen, als eine Lawine den gefährlichen Khumbu-Eisbruch verschüttete. Danach erreichte zwar die Chinesin Wang Jing den Gipfel, jedoch war ihr Aufstieg umstritten. Sie hatte sich in einem Helikopter über den verschütteten Khumbu-Eisbruch fliegen lassen und so den Gipfel erreicht. (cma/sda/dpa)

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