Shaqiri warnt bereits: Der FC Basel droht, das Minimal-Ziel Europacup zu verspielen
Xherdan Shaqiri ist genervt. Im Schweizer Fernsehen fordert er nach dem 1:3 in Thun: «Wir müssen diese Saison abhaken und nächste Saison dann wieder angreifen.» Erst als ihn der Reporter erinnert, dass es in den kommenden fünf Spielen in der laufenden Saison noch um das Erreichen des Europacups geht, stimmt Shaqiri zu und ergänzt: «Um europäisch zu spielen, müssen wir aber die Fehler abstellen und um einiges besser spielen als heute.»
Statt sich mit einem Auswärtssieg im Nachtragsspiel in Thun auf einen Punkt an Lugano und Rang 3 ranzurobben, hat der FCB jetzt nur noch einen Punkt Vorsprung auf das fünftplatzierte Sion. Am kommenden Sonntag kommt das formstärkste Team der Liga (11 Punkte aus den letzten 5 Spielen) nach Basel. «Wir gehen die folgenden fünf Spiele an, um sie zu gewinnen und dann schauen wir, wofür das reicht», sagt Dominik Schmid.
Auch er weiss, dass nur Rang 3 sicher für die Qualifikation zur Conference League berechtigt. Der Vierte spielt in der kommenden nur dann europäisch, wenn St. Gallen unter den Top 3 bleibt und den Cup gewinnt. Die Chancen stehen nach dem 2:0-Sieg in Yverdon im Halbfinal am Sonntag gut. «Wir werden in diesem Wettbewerb St. Gallen die Daumen drücken», sagte Coach Stephan Lichtsteiner bereits vor ein paar Wochen. Möglicherweise auch im Final, wenn die Ostschweizer am 24. Mai auf Challenge Ligist Stade Lausanne Ouchy treffen und der FCB dann immer noch Vierter wäre.
Denn der Europacup ist für den FC Basel aus unterschiedlichen Gründen elementar. Zum einen benötigen die Spieler, welche beim FCB ja strategiebedingt teurer weiterverkauft werden sollen, das Schaufenster. Zudem ist der Klub für Talente attraktiver, wenn er international dabei ist. Und auch die Uefa-Prämien sind nicht zu vernachlässigen. 12,4 Millionen Franken nahm der FCB im Geschäftsjahr 2025 dank der Europa League ein. Und auch eine Liga tiefer in der Conference League konnte Lausanne in dieser Saison mit dem Erreichen der Playoffs rund acht Millionen dazuverdienen. Dazu kommen zusätzliche Matcheinnahmen, Sponsoring- und Merchandise-Erträge.
Auch Shaqiri, dessen Vertrag 2027 ausläuft, würde sicherlich gerne mit Europacupspielen in seine womöglich letzte Saison beim FC Basel gehen. Denn das 0:1 gegen Pilsen soll nicht das letzte internationale Spiel des Ausnahmekönners mit dem FCB gewesen sein. Doch es ist auch möglich, dass zu den 37 Partien vorerst keine weitere mehr dazukommt. Denn von 45 möglichen Punkten gegen Thun, St. Gallen, Lugano, Sion und YB hat der FCB in dieser Saison nur 14 geholt und genau diese fünf Gegner warten in den kommenden Wochen noch auf den FC Basel. (riz/bzbasel)
