Ludovic Magnin hat dem FC Luzern offenbar eine Absage erteilt
Von Ludovic Magnin gibt es keine Reaktion gegenüber der Luzerner Zeitung auf einen Bericht vom Montag beim Onlineportal nau.ch. Dort steht: Er wird nicht Trainer beim FC Luzern. Magnin schreibt nur: «Ich äussere mich nie über Gerüchte und Zeitungsartikel.» Doch aus einer sicheren Quelle ist zu vernehmen, dass der 47-jährige Waadtländer und sein Berater sich tatsächlich zurückgezogen haben. Also kann davon ausgegangen werden, dass Magnin den Innerschweizern Anfang dieser Woche eine Absage erteilt hat.
Besonders für FCL-Sportchef Remo Meyer ist ein Rückzug seines langjährigen Kumpels eine unangenehme Angelegenheit. Schon vor viereinhalb Jahren gehörte Magnin zu den finalen Kandidaten für die Nachfolge von Fabio Celestini und Interimscoach Sandro Chieffo. Damals war mit Alex Frei noch ein anderer ehemaliger Fussballerkollege von Meyer im Rennen, aber statt der beiden Schweizer Ex-Nationalspieler gewann überraschend der Liechtensteiner Mario Frick den Dreikampf um den Cheftrainerposten auf der Allmend.
Renggli viel beliebter als der emotionale Romand
Am 27. März gaben die Luzerner bekannt, dass Fricks auslaufender Vertrag nicht verlängert wird und ab Sommer ein anderer Coach die Mannschaft vorbereitet und in der kommenden Saison führt. Seither ist ein Monat vergangen. Dazu kommt, dass ab sofort nicht mehr mit Kronfavorit Magnin zu rechnen ist. Wie konnte es dazu kommen?
Verschiedene Gründe mussten dazu geführt haben, dass Magnin nicht mehr will. Ein Negativkriterium ist sicher die ablehnende Haltung eines beträchtlichen Teils der FCL-Fans gegenüber eines Engagements des Westschweizers. Viele Anhänger vertreten die Meinung, dass Ludovic Magnin als Romand ähnlich wie vor ein paar Jahren Fabio Celestini nicht zur Klub-DNA passen würde. Dieselben und weitere störten sich daran, dass sich Magnin wie ein Vulkan an der Seitenlinie aufführt und mit seiner emotionalen Art schon recht bald die Mannschaft verlieren könnte.
Unglücklich aus Sicht der FCL-Führung kommt hinzu, dass mit Michel Renggli ein langjähriger Ausbildner längst seine Ambitionen kundgetan hat, die Nachfolge von Mario Frick anzutreten. Vor drei Jahren holte der ehemalige Captain mit der ältesten Luzerner Nachwuchsmannschaft den Schweizer Meistertitel in der drittklassigen Promotion League. Als erstes und bisher einziges Juniorenteam überhaupt. Die U21 des Klubs trainiert Renggli schon seit 2022. Er besitzt die Uefa-Pro-Lizenz, um in der Super League zu coachen.
Aus dem Verein stösst sein Interesse am Cheftrainerposten jedoch auf wenig Resonanz. Sollte Renggli als Nachfolger von Frick dennoch zum Handkuss kommen, wäre das aus aktueller Sicht eine aussergewöhnliche Kehrtwende der Entscheidungsträger.
Wie zu hören ist, soll der Partei von Magnin aufgestossen sein, dass die FCL-Verantwortlichen mit dem Ex-Trainer von Basel, Lausanne, des FC Zürich und von Altach nicht vorwärtsmachten. Der Waadtländer hatte übrigens nach seiner Freistellung beim FCB Ende Januar mit der Bebbi-Klubleitung eine Vereinbarung getroffen: Er erhielt eine Abfindung und ist seither frei für eine neue Aufgabe. Darum wird es Magnin leicht fallen, einen Klub zu finden. Optionen gibt es für ihn mehrere. Angefangen bei Ex-Arbeitgeber Lausanne.
Vor der Unterschrift beim FCL steht derzeit niemand
Anders sieht es, Stand jetzt, beim FC Luzern aus: Unterschriftsreif ist noch niemand, der auf der Kandidatenliste steht. Selbstverständlich bleibt Renggli Aspirant, weitere interne Kandidaten sind die wenig aussichtsreichen Claudio Lustenberger und Jörg «Udo» Portmann, die beide auf dem Weg sind, die Uefa-Pro-Lizenz zu erlangen. Auswärtige Anwärter sind Marc Schneider vom FC Vaduz und der zuletzt bei YB angestellte Giorgio Contini. Ebenfalls Chancen auf den FCL-Trainerjob hat Federico Valente. Der Italiener spielt gegenwärtig mit Calcio Lecco aus der Lombardei um den Aufstieg in die Serie B.
Der FCL lässt sich Zeit, den neuen Übungsleiter zu finden. Bis spätestens Ende Mai will Sportchef Meyer den Nachfolger von Frick präsentieren. Aus dem Klub ist zu hören, dass auch der FC Bayern lange brauchte, um Erfolgscoach Vincent Kompany zu finden. (aargauerzeitung.ch)
