Die WM ist nur noch der zweitteuerste Event in New York
Wegen ihres Vorgehens beim Verkauf der WM-Tickets steht die FIFA in der Kritik. Die Bundesstaaten New York und New Jersey prüfen, ob der Weltfussballverband die Fans getäuscht hat, indem er die Kategorien der Tickets nachträglich angepasst hat. Ausserdem sorgen die Preise für Ärger. Bei gewissen Spielen sind diese vierstellig.
Beim WM-Final im MetLife Stadium in New Jersey nahe New York wurden die teuersten Kategorien gar für knapp 11'000 Dollar (ca. 8600 Franken) verkauft. Später wurden dann auch noch Plätze in der ersten Reihe angeboten, wofür gar knapp 33'000 Dollar (ca. 25'850 Franken) verlangt werden.
Doch im Vergleich zu einem anderen Sport-Event im Big Apple sind das fast noch Schnäppchenpreise. Denn gerade euphorisieren die New York Knicks die ganze Stadt. Das Basketball-Team hat sich erstmals seit 1999 für den Playoff-Final der NBA qualifiziert. Dort trifft es wie vor 27 Jahren auf die San Antonio Spurs, die mit Victor Wembanyama den aktuell womöglich besten Basketballer der Welt in ihren Reihen haben. Letztmals gewannen die Knicks 1973 den Titel.
Und dennoch glauben die Knicks-Fans – mit die verrücktesten im US-Sport – an einen Erfolg. Dies zeigen die Ticketpreise, die gerade bezahlt werden. Für Spiel 6 der Best-of-7-Serie, das in New York stattfindet und das einzige ist, bei dem die Knicks den Titel realistischerweise zu Hause gewinnen könnten, wurden gemäss dem Wiederverkaufshändler «StubHub» zwei Tickets direkt am Spielfeldrand für je 139'902 Dollar (ca. 109'650 Franken) verkauft. Wenn es nicht zum sechsten Spiel kommt, werden die Kosten zurückerstattet.
Schon für Spiel 3, das ebenfalls in New York stattfindet, hätten Tickets für Preise über 30'000 Dollar (ca. 23'500 Franken) den Besitzer gewechselt. Auch in San Antonio sind die günstigsten Preise wenige Tage vor dem Start der Finalserie (Nacht auf Donnerstag) vierstellig, im Vergleich zu den Spielen im Madison Square Garden aber deutlich tiefer. Für ihre Knicks bezahlen die New Yorkerinnen und New Yorker die Preise aber scheinbar lieber als für die Fussball-WM, wo die FIFA nach wie vor auf vielen Tickets sitzen bleibt. (nih)
