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Formel 1: Sauber mit bescheidenen Zielen – aber rosiger Zukunft

epa11171718 Chinese driver Guanyu Zhou of Kick Sauber steers his car during the pre-season testing for the 2024 Formula One season at the Bahrain International Circuit in Sakhir, Bahrain, 22 February  ...
Der giftgrüne Bolide soll mindestens das achtschnellste Auto der Formel 1 sein.Bild: keystone

Sauber hat bescheidene Ziele für F1-Saison – dafür ist die Zukunft in Hinwil umso rosiger

Das Zürcher Formel-1-Team Sauber hat eine weitere besondere Phase seiner bewegten Geschichte vor sich. Die Ziele für die erste von zwei Saisons zwischen den Partnerschaften mit Alfa Romeo und Audi sind bescheiden.
29.02.2024, 07:56
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Stake F1 Team Kick Sauber. Es tönt kompliziert – und ist auch etwas kompliziert. Betreffend Werbeverbot etwa, mit dem Stake, ein global im Glücksspiel-Bereich online tätiges Unternehmen mit Hauptsitz in Curaçao, in der Schweiz belegt ist, weil für die entsprechenden Angebote keine Bewilligung vorliegt. Gleiches gilt in einigen Ländern, in denen Formel-1-Rennen ausgetragen werden. An jenen Destinationen wird der Rennstall als «Team Kick Sauber» oder ähnlich antreten. Die im vorletzten Dezember gegründete Streaming-Plattform Kick ist mit dem Konzern Stake verbandelt.

Die gegenwärtigen Verhältnisse sind irgendwie passend für die Equipe, die seit ihrem Debüt in der Formel 1 vor 31 Jahren einige Höhen, viele Tiefen und zahlreiche Veränderungen erlebt und auch stürmische, ja dramatische Zeiten überlebt hat, in denen der Fortbestand an einem seidenen Faden gehangen hat.

Kapitel mit Ablaufdatum

Das neueste Kapitel hat auch Positives: Es hat ein Ablaufdatum. Der Name, unter dem der in Hinwil beheimatete Rennstall in dieser Formel-1-Saison firmiert, wird spätestens am Ende des nächsten Jahres wieder von der Bildfläche verschwinden. Dann, wenn die Gesandten von Audi im Zürcher Oberland das Kommando übernehmen. Der Automobil-Hersteller aus Ingolstadt in Oberbayern ist seit Januar vergangenen Jahres Mitbesitzer des Rennstalls und wird seinen Anteil von (nicht bestätigten) 25 Prozent in zwei weiteren Schritten auf 75 Prozent erhöhen.

So sehen die Formel-1-Autos der Saison 2024 aus

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Max Verstappen im Red Bull Racing RB20.
quelle: keystone / darko bandic
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Audi ist in Hinwil die Zukunft. In den zwei Jahren des Übergangs nach dem Ende der sechs Jahre dauernden Liaison mit Alfa Romeo wird vorab im Hintergrund der offizielle Einstieg der Marke mit den vier Ringen spürbar. Die Modernisierung der Infrastruktur läuft ebenso auf Hochtouren wie das Rekrutieren von zusätzlichem Personal. Der Bestand soll von 550 auf rund 900 Mitarbeiter erhöht werden.

Das Programm des Rennwochenendes
Donnerstag, 12.30 Uhr: 1. Freies Training
Donnerstag, 16 Uhr:
2. Freies Training
Freitag, 13.30 Uhr: 3. Freies Training
Freitag, 17 Uhr: Qualifying
Samstag, 16 Uhr: Rennen​

Die Gegenwart hält für das Team das Plansoll bereit, die rückläufige Tendenz zu stoppen, die nach der vergangenen Saison auf Platz 9 in der Wertung der Konstrukteure geendet hat. Die Zielsetzung hört sich bescheiden an. Zumindest die Steigerung um einen Rang soll es am Ende der Saison sein. Das neue, in den Farben Grün und Schwarz lackierte Auto, der C44, gilt als besserer Wurf als sein Vorgänger. Eine Steigerung tut vorab im Bereich der Beständigkeit not. Der C43 war zu vielen leistungsmässigen Schwankungen unterworfen und lediglich auf bestimmten Kursen bei bestimmten Bedingungen einigermassen konkurrenzfähig.

Der C44 ist ein Wagen, der Ähnlichkeiten zum letztjährigen Auto des Teams Red Bull aufweist. Um bei der Konstruktion des aktuellen Gefährts auf den (einstigen) Pfad der Weltmeister-Equipe abbiegen zu können, haben die Ingenieure in vieler Hinsicht den Hebel ansetzen und grundsätzliche Änderungen vornehmen müssen. Die Technik-Abteilung in Hinwil steht seit letztem September wieder unter der Leitung von James Key. Der Engländer, zwischen 2010 und 2012 für das Team Sauber in gleicher Funktion tätig, hat den Franzosen Jan Monchaux ersetzt.

Fahrer-Duo mit Ablaufdatum?

Gleich geblieben sind die Fahrer. Valtteri Bottas und Zhou Guanyu nehmen ihre dritte Saison im Sold des Schweizer Rennstalls in Angriff. Der Entscheid der Team-Oberen, weiter auf den Finnen und den Chinesen zu setzen, ist nicht in allen Kreisen auf Verständnis gestossen.

Das Duo wird auf jeden Fall unter besonderer Beobachtung stehen und gewissen Druck zu spüren bekommen. Mit Blick auf das kommende Jahr werden einige Fahrer, nicht nur solche der jüngeren Generation, ohne Anstellung sein. Namen wie Nico Hülkenberg oder Carlos Sainz geistern jetzt schon durch die Hallen an der Basis im Zürcher Oberland. (nih/sda)

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quelle: keystone / mark thompson
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