Sport
Fussball

YB angelt sich dank erfolgreichem Frauenteam einen neuen Hauptsponsor

Marcel Bruelhart, YB-Praesident, Mitte, spricht neben Kommunikationschef Albert Staudenmann, links, und Jan De Schepper, CEO von yuh, rechts, waherend an einer Medienkonferenz zur Bekanntgabe des neue ...
YB-Präsident Brülhart (links) mit Jan de Schepper, dem CEO des neuen Hauptsponsors.Bild: keystone

Die Frauen retten die Männer – wie YB dank seines Frauenteams einen Neustart schafft

Während das Männerteam der Young Boys mit einem zwielichtigen Trikotsponsor kämpfte und in Frankreich nicht im Fernsehen zu sehen war, holten die Frauen den Meistertitel und ebneten den Weg für einen Millionendeal.
16.01.2026, 15:1016.01.2026, 17:39
Loïc Etter / CH Media

Normalerweise läuft es im Fussball so: Die Männer spielen in der Champions League, kassieren Millionen und die Frauen bekommen ein bisschen was vom Kuchen ab. Beim BSC Young Boys ist es nun anders – die Männer profitieren von den Frauen.

Seit geraumer Zeit prangt das Logo von Plus500 auf den gelb-schwarzen Trikots der Berner. Es handelt sich dabei um eine Online-Handelsplattform für hochspekulative Finanzprodukte, sogenannte CFDs. Produkte, mit denen Kleinanleger regelmässig hohe Summen verlieren. Die Kritik war laut, YB verteidigte die Partnerschaft trotzdem.

In Frankreich hingegen ist Werbung für solche Produkte verboten. Die französische Finanzmarktaufsicht stuft sie als zu riskant ein. Weil das Logo von Plus500 auf den Trikots war, durften französische Sender die Champions-League-Spiele von YB nicht zeigen. Ein Verpixeln in Echtzeit war nicht möglich.

Angekratztes Image

Hinzu kamen für die Young Boys Skandale mit Chaoten. Ausschreitungen bei Auswärtsspielen, etwa in Birmingham, brachten den Verein Ende 2025 in die Schlagzeilen. Das Ansehen war ramponiert.

Während die Männer mit diesen Imageproblemen kämpften, lieferten die Frauen ab. Im Mai 2025 holten sie im Playoff-Final gegen GC den Meistertitel – der erste seit 2011 – und qualifizierten sich für die UEFA Women's Champions League. Und schliesslich in der Winterpause der Paukenschlag: Nati-Star Ramona Bachmann unterschrieb bei YB. «Das war ein Coup», sagte Rolf Kirchhofer, Technischer Leiter der YB Frauen.

YBs Trainer Gerardo Seoane, links, lacht mit der neuen YB-Spielerin Ramona Bachmann vor einer Medienkonferenz der BSC YB Frauen, im Stadion Wankdorf in Bern, am Mittwoch, 14. Januar 2026. (KEYSTONE/An ...
Ramona Bachmann scherzt mit YB-Männertrainer Gerardo Seoane.Bild: keystone

All dies geschah zu einer Zeit, in der YB einen neuen Hauptsponsor suchte. Und genau hier wurde das Frauenteam zum Türöffner.

Engagement bei den Frauen als Testlauf für den ganzen Klub

Seit dieser Saison ist Yuh Premium-Partner der YB-Frauen. Die Schweizer Finanz-App, eine Tochter von Swissquote, hat jedoch nicht nur den Verein, sondern den gesamten Fussballmarkt beobachtet. «Wir haben uns andere Klubs angeschaut», bestätigt Jan De Schepper, CEO von Yuh und CMO von Swissquote, gegenüber CH Media. «Durch die guten Erfahrungen, die wir mit YB bei den Frauen gemacht haben, war für uns klar, dass wir den Deal mit YB machen möchten.» Das Engagement bei den Frauen war der Testlauf – und er lief gut.

Ab Sommer 2026 wird Yuh Hauptpartner des gesamten Vereins und hat einen Vierjahresvertrag bis 2030 abgeschlossen. Bei nationalen Wettbewerben wird Yuh auf den Trikots zu lesen sein, bei internationalen übernimmt die Muttergesellschaft Swissquote.

De Schepper distanziert sich deutlich von Plus500 und anderen ausländischen Finanzakteuren wie Bitpanda (Sponsor des FC Basel): «Es ist ein Ärgernis, dass Finanzakteure aus dem Ausland, die in der Schweiz nicht reguliert sind, Werbung machen dürfen. Das ist ein Systemfehler.» Swissquote sei hingegen streng von der Finma reguliert und an der Börse gelistet. «Wer in der Schweiz Werbung machen will, soll auch streng überwacht sein.»

Frauen verschafften Glaubwürdigkeit

YB-Präsident Marcel Brülhart ist erleichtert: «Dass sich ein modernes, dynamisches und zukunftsorientiertes Unternehmen in diesem Umfang zu YB bekennt, erfüllt uns mit Stolz.» Es ist ein Befreiungsschlag nach einer Zeit der Kritik.

Spielerinnen, Staff und Fans jubeln mit den Pokal dem Fussballschweizermeisters nach dem Sieg (5-4) nach der Verlaengerung, waehrend des Playoff-Final-Rueckspiels der Women's Super League zwische ...
Die Meisterinnen lassen sich feiern.Bild: keystone

Ohne den Erfolg der Frauen wäre dieser Deal wohl nicht zustande gekommen. Sie haben YB in einer schwierigen Phase Glaubwürdigkeit verschafft und für positive Schlagzeilen gesorgt. Sie haben gezeigt, dass der Verein mehr ist als Chaoten und zwielichtige Sponsoren.

Die Männer können auch von den Frauen profitieren. Das ist Fussballrealität im Jahr 2026.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die besten Bilder der Fussball-EM 2025 in der Schweiz
1 / 94
Die besten Bilder der Fussball-EM 2025 in der Schweiz

Da ist das Ding! Wie 2022 stemmt auch an der EM 2025 England den Siegerpokal in die Höhe.

quelle: keystone / til buergy
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Nico Hischier trifft gegen Seattle doppelt
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
3 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3
Liverpool gewinnt bei Marseille + Barça siegt nach Fehlstart + Bayern im Achtelfinal
Liverpool gewinnt bei der Rückkehr von Mohamed Salah mit 2:0 gegen Olympique Marseille. Der englische Meister war nach einer ausgeglichenen Startphase das klar bessere Team und jubelte nach 23 Minuten ein erstes Mal. Allerdings stand der vermeintliche Torschütze Hugo Ekitiké im Abseits.
Zur Story