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Referee Aleksei Kulbakov of Belarus reacts during an UEFA Champions League Group stage Group A matchday 1 soccer match between Switzerland's FC Basel 1893 and Bulgaria's PFC Ludogorets Razgrad in the St. Jakob-Park stadium in Basel, Switzerland, on Tuesday, September 13, 2016. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Schiedsrichter und Spieler sind gleichermassen gefordert. Bild: KEYSTONE

Neue Regeln werden nicht wie gewünscht eingehalten – nun hat das IFAB interveniert



Auf diese Saison hin hat das International Football Association Board (IFAB) mehrere Anpassungen an zentralen Fussball-Regeln beschlossen. Neu ausgelegt wurde vor allem die Handspiel-Regel, daneben gab es unter anderem Änderungen beim Verhalten des Torhüters auf der Linie während eines Penaltys und beim Verlassen des Feldes nach einer Auswechslung.

Seit der Einführung der neuen Regeln am 1. Juni sind mittlerweile eineinhalb Monate vergangen, doch schon früh hat es immer wieder Missverständnisse und Nachlässigkeiten bei der Einhaltung gegeben. Nun, da die meisten der grossen Ligen wieder begonnen haben, hat die IFAB ein neues Rundschreiben veröffentlicht und an alle nationalen und internationalen Verbände geschickt. Mit Klarstellungen und Hinweisen will das regelgebende Gremium den Fussballern und Schiedsrichtern den Schlendrian ein für alle Mal austreiben.

Bei folgenden Regeln sieht das IFAB Nachbesserungsbedarf:

Regel 3 – Auswechslungen

Anweisung:

«Gemäss dem geänderten Auswechselverfahren muss ein Spieler, der ausgewechselt wird, das Spielfeld über die nächste Begrenzungslinie verlassen. Diese Bestimmung ist strikt durchzusetzen, es sei denn, es liegen triftige Sicherheitsgründe vor oder der Schiedsrichter gestattet dem Spieler, das Spielfeld schnell bei der Mittellinie zu verlassen. Tut er dies nicht schnell, sollte er verwarnt werden.»

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Abklatschen mit dem Teamkollegen ist nicht mehr in allen Fällen möglich. bild: ap

Regel 8 – Schiedsrichterball

Klarstellung:

«Ein Schiedsrichterball wird nur gegeben, wenn der Ball den Schiedsrichter berührt und im Spiel bleibt. Wenn der Ball ins Aus geht, wird das Spiel so fortgesetzt, als hätte der Ball den Spieloffiziellen nicht berührt.»

Regel 10 – Elfmeterschiessen

Anweisung:

«Im Juni 2019 haben die FIFA und die CONMEBOL für alle Spiele mit VAR eine Sonderbewilligung erhalten, wonach Torhüter bei einem Vergehen im Elfmeterschiessen nicht mehr verwarnt werden müssen, sondern der entsprechende Elfmeter zu wiederholen ist.

Alle Wettbewerbe, die VAR einsetzen, können nun von dieser Bewilligung Gebrauch machen, wenn sie dies wünschen. Die Bewilligung gilt allerdings nur für Elfmeterschiessen und somit nicht für Strafstösse in der regulären Spielzeit. Verstösst ein Torhüter während eines Elfmeterschiessens allerdings wiederholt gegen die Spielregeln, sollte er vom Schiedsrichter wegen wiederholten Verstossens gegen die Spielregeln oder unsportlichen Betragens verwarnt werden.»

Regel 12 – Karten für Offizielle

Anweisung:

«Schiedsrichter müssen neu Teamoffizielle für die in Regel 12 genannten Vergehen verwarnen oder des Feldes verweisen. Ein Feldverweis ist insbesondere auszusprechen, wenn ein Teamoffizieller das Spielfeld betritt, um einen Spieloffiziellen zur Rede zu stellen (einschliesslich während der Halbzeitpause und nach Spielende).»

FC St. Gallen Trainer Peter Zeidler, links, nach dem Spiel in Diskussion mit Schiedsrichter Lionel Tschudi, rechts, aufgenommen am Samstag, 20. Juli 2019, beim Fussball Super-League Spiel zwischen dem FC St. Gallen gegen den FC Luzern im kybun-park in St. Gallen. (KEYSTONE/Eddy Risch)

FCSG-Trainer Peter Zeidler stellte nach der Startniederlage gegen Luzern Schiedsrichter Tschudi zur Rede. Bild: KEYSTONE

Regel 14 – Strafstoss

Anweisung:

«Eine der wichtigsten Änderungen im Strafstossverfahren sichert den Torhütern mehr Bewegungsfreiheit zu, da sie nicht mehr mit beiden Füssen oder einem Teil beider Füsse auf der Torlinie stehen müssen, wenn ein Strafstoss ausgeführt wird, sondern nur noch mit einem Fuss, wobei dieser die Linie nicht berühren muss, sondern auch in der Luft sein darf.

Nachdem die Torhüter nun mehr Bewegungsfreiheit haben, sind sie mehr denn je verpflichtet, die Spielregeln zu befolgen. Die Spieloffiziellen sollten deshalb dafür sorgen, dass ein Strafstoss wiederholt wird, wenn sich der Torhüter nach vorne bewegt, ehe der Ball im Spiel ist, und den Strafstoss abwehrt.

Wenn der Strafstoss das Tor verfehlt oder der Ball von den Torpfosten und/oder der Querlatte zurückspringt, folgt der Schiedsrichter in der Regel der ‹Intention der Spielregeln› und lässt den Strafstoss nicht wiederholen, es sei denn, der Schütze wurde von der Vorwärtsbewegung des Torhüters klar gestört. Diese Regelung gilt auch für Spiele mit VAR, wo diese bei Strafstössen auf Vergehen der Torhüter und/oder Schützen achten müssen.»

Wie «Collinas Erben» auf Twitter berichten, betrifft diese Anweisung vor allem die Premier League, die Bundesliga und die UEFA, die angekündigt hatten, die neue Fuss-Regel für die Torhüter nicht so streng zu handhaben wie bei der Frauen-WM in Frankreich.

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Der verschossene Penalty von Tammy Abraham im Super Cup gegen Liverpool hätte zwingend wiederholt werden müssen. bild: screenshot ard

Allgemein – VAR-Protokoll

Klarstellung:

«Der Grundsatz, wonach die ursprünglich auf dem Spielfeld getroffene Entscheidung abgesehen von klaren und offensichtlichen Fehlentscheidungen bestehen bleibt, gilt für alle überprüfbaren Entscheidungen, sodass eine Entscheidung nur geändert wird, wenn sie klar falsch ist.

Bei objektiven Entscheidungen muss der VAR den Schiedsrichter informieren, wenn die TV-Bilder einen klaren Beweis liefern. Fehlt ein klarer Beweis, weil etwa die Kameraposition oder der Kamerawinkel ungünstig ist oder der genaue Moment der Ballabgabe kaum zu bestimmen ist, greift der VAR nicht ein.

Gemäss dem VAR-Protokoll dürfen die Schiedsrichter keinen Vorfall überprüfen, bei dem die ursprüngliche Entscheidung auf dem Spielfeld keine klare und offensichtliche Fehlentscheidung war. Schiedsrichter dürfen keine Videoüberprüfung vornehmen, um sich eine Situation nochmals anzuschauen oder eine nicht eindeutig falsche Entscheidung zu bestätigen oder zu ‹verkaufen›.»

Hier kontrolliert zusammen mit dem Video Assistant Referee, VAR, Schiedsrichter Lionel Tschudi die umstrittene Penaltyszene zuungunsten des FC St. Gallen, aufgenommen am Samstag, 20. Juli 2019, beim Fussball Super-League Spiel zwischen dem FC St. Gallen gegen den FC Luzern im kybun-park in St. Gallen. (KEYSTONE/Eddy Risch)

Der VAR hat auf höchster Stufe fast überall Einzug gehalten. Bild: KEYSTONE

(pre)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Staedy 23.08.2019 08:09
    Highlight Highlight Die 6 Sekunden-Regel für den Goali wäre ja auch ein Thema. Die wird nie kontrolliert. 10 Sekunden sind die Regel, oft auch 15 Sekunden. Wie wenn Nadal im Tor stehen würde und den Ball prallt, am Höslein zupft, den Ball prallt usw.
  • mrgoku 22.08.2019 22:40
    Highlight Highlight würde man die regeln 1 zu 1 einhalten ohne wenn und aber würde wohl kein spiel 90min dauern da alle spieler wegen reklamieren oder fouls vom.platz gestellt werden...
  • Team Insomnia 22.08.2019 22:02
    Highlight Highlight Wenn der Torwart noch so gerade 0,05s vor Schussabgabe des Elfmeters 1m nach vorne hoppst, ist es dann ein Zehnmeter🤔?
  • SwissHitman 22.08.2019 15:07
    Highlight Highlight Regel 8 stimmt doch so nicht?
    • PeterSilie 22.08.2019 18:12
      Highlight Highlight Doch, dann gibts einfach Einwurf für die gegnerische Manschaft.
      So jedenfalls verstehe ich diese Regel.
  • anonymer analphabet 22.08.2019 14:07
    Highlight Highlight Regel 3 – Auswechslungen: Wenn ein mit Gelb verwarnter Spieler sich nicht an die Regel hält, bekommt er beim Auswechseln Gelb-Rot mit auf den Weg... keine Ahnung ob das einen Sinn ergibt..?
    • Leon1 22.08.2019 14:46
      Highlight Highlight Natürlich macht das als Strafe Sinn. Der Spieler geht zwar sowieso raus, aber der Neue darf wegen der roten Karte nicht rein. Der Ausgewechselte bekommt danach so einen Anschiss vom Trainer, dass er das nicht so schnell wieder macht.

      Ziel erreicht.
    • Anded 22.08.2019 14:49
      Highlight Highlight Wie oben beschrieben, kann auch der Trainer nach Spielende noch gelb-rot kassieren, wenn er den Schiedsrichter bedrängt. Auch hier ist die Strafe dann die Sperre im nächsten Spiel.
    • *sharky* 22.08.2019 15:13
      Highlight Highlight Beim 11er:

      "da sie nicht mehr mit beiden Füssen oder einem Teil beider Füsse auf der Torlinie stehen müssen, wenn ein Strafstoss ausgeführt wird, sondern nur noch mit einem Fuss, wobei dieser die Linie nicht berühren muss, sondern auch in der Luft sein darf."

      Das mit der Luft wusste ich nicht, macht diese Regelung für mich zum 1. mal einigermassen sinnvoll und nachvollziehbar.
      In der CH mit den wenigen Kameras und ohne Torlinien-Technologie, wahrscheinlich nicht einfach zum überprüfen.

      P.S. Interessant wie das IFAB zusammengesetzt ist... sehr alter Zopf!

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