Thun entgleitet der fünfte Sieg im fünften Spiel spät. Der verblüffende Aufsteiger muss zuhause gegen die Grasshoppers in der 84. Minute den Ausgleich hinnehmen.
Nils Reichmuth brachte die Gastgeber in Thun zu Beginn der zweiten Halbzeit in Führung. Acht Minuten vor Ende der regulären Spielzeit gelang dem eben eingewechselten 17-jährigen Italiener Pantaleo Creti auf Vorlage des ebenfalls von der Bank gekommenen Lee Young-Jun der Ausgleich.
Reichmuth setzte sich in der 50. Minute in einem Laufduell gegen Assane Imourane durch und vollendete sicher. Vor und nach dem Treffer waren Torchancen im Duell zwischen dem ungeschlagenen Aufsteiger und dem nach wie vor sieglosen Barrage-Teilnehmer der Vorsaison dünn gesät. Wobei die Grasshoppers im Bestreben um den Ausgleich die defensive Absicherung zusehends aufgaben und die Thuner so zu einigen Kontern kamen. Unter anderem verpasste Fabio Fehr das 2:0 in der 65. Minute – eine Ineffizienz, die sich rächte.
Nach vier Siegen zum Auftakt, dem besten Einstand eines Aufsteigers in der Super-League-Historie, gab Thun zum ersten Mal Punkte ab. Gleichwohl wird die Mannschaft von Trainer Mauro Lustrinelli die Tabelle auch nach der 5. Runde anführen.
Positiv fiel bei den Grasshoppers neben dem Torschützen Creti wiederum Samuel Marques auf. Das 20-jährige Eigengewächs verpasste das 1:0 in der 8. Minute nach einem langen Sprint bei einem Konter knapp und schlenzte nach 27 Minuten einen Ball nach einer schönen Finte von der Strafraumecke mit dem schwächeren linken Fuss an die Latte. Es waren die besten Chancen der über weite Strecken ungefährlichen Gäste.
Die Thuner befanden bis in die Schlussphase auf Siegkurs, obwohl mit Leonardo Bertone ein Schlüsselspieler ausfiel. Der zweifache Saisontorschütze unterzog sich im Vorfeld einem kleinen operativen Eingriff. Joël Roth vertrat ihn im defensiven Mittelfeld, ohne dass sich der Ausfall negativ auswirkte.
Thun - Grasshoppers 1:1 (0:0)
8311 Zuschauer. - SR Schärer.
Tore: 50. Reichmuth 1:0. 84. Creti (Lee) 1:1.
Thun: Steffen; Fehr, Montolio, Bürki, Heule; Roth, Käit; Reichmuth (79. Matoshi), Meichtry (61. Imeri); Ibayi (79. Stewart), Rastoder (61. Labeau).
Grasshoppers: Hammel; Abels, Decarli, Paloschi; Marques (83. Creti), Hassane (72. Meyer), Zvonarek, Stroscio (65. Giandomenico); Plange, Jensen (72. Clemente); Muci (65. Lee).
Bemerkungen: Verwarnungen: 38. Jensen, 80. Abels, 89. Imeri, 92. Fehr. 27. Lattenschuss Marques.
Der FC Zürich macht das 0:4 gegen Thun von letzter Woche fürs Erste vergessen. Er gewinnt das Zürcher Kantonsderby in Winterthur 3:1.
Lange musste sich der FCZ in der ausverkauften Winterthurer Schützenwiese gedulden. Lange liessen die defensiv stehenden Gastgeber hinten bis auf eine Flut an Cornern wenig zu. In den letzten 20 Minuten fielen dann gleich vier Tore, drei davon erzielten die Stadtzürcher. Matchwinner war Matthias Phaëton, der das 1:0 und das 3:1 erzielte. In der 72. Minute war der 25-jährige Offensivspieler aus Guadeloupe nach einer Flanke von Umeh Emmanuel mit einem Volley aus nicht allzu günstigem Winkel zur Stelle, in der 95. Minute setzte er mit der Vollendung eines Konters den Schlusspunkt.
Den dritten Treffer des FCZ erzielte im Nachsetzen Steven Zuber, der wiederum als Sturmspitze auflief. Das Heimteam kam in der Folge durch Christian Gomis nur noch zum zwischenzeitlichen Anschlusstor.
Winterthur wartet damit auch nach fünf Runden auf den ersten Sieg. Und FCZ-Präsident Ancillo Canepa und Sportchef Milos Malenovic können für den Moment aufatmen. Das mit seinem unzimperlichen Führungsstil aneckende Duo sorgte in Winterthur zunächst für Stirnrunzeln; nach dem durchwachsenen Saisonstart mit vier Punkten aus vier Spielen markierten die beiden wieder auf der Spielerbank ihre Präsenz.
Ob dieses ungewöhnliche Vorgehen dem neuen Trainer Mitchell van der Gaag und der Mannschaft hilft und nicht eher für neue Unruhe sorgt? Zumindest an diesem Samstag resultierte ein Sieg.
Winterthur - Zürich 1:3 (0:0)
8700 Zuschauer. - SR Kanagasingam.
Tore: 72. Phaëton (Emmanuel) 0:1. 80. Zuber 0:2. 89. Gomis (Schneider) 1:2. 95. Phaëton 1:3.
Winterthur: Kapino; Sidler, Arnold, Citherlet (82. Hunziker), Diaby (65. Ulrich); Golliard (75. Chiappetta), Cueni (75. Buess), Zuffi, Beyer (65. Maluvunu); Gomis, Schneider.
Zürich: Brecher; Comenencia, Gomez, Segura, Rodic (60. Ligue); Palacio; Tramoni (60. Phaëton), Krasniqi (71. Reverson), Tsawa (94. Sauter), Emmanuel (93. Kamberi); Zuber.
Bemerkungen: Verwarnungen: 30. Gomez, 56. Tramoni, 65. Cueni, 85. Schneider, 89. Gomis, 89. Phaëton, 92. Palacio. (abu/sda)