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Auch Sie sind schuldig! Zwölf absolut hirnrissige Gründe, wieso wir als Fussballfans unseren Lieblingsklub unterstützen

Leider wahr

Auch Sie sind schuldig! Zwölf absolut hirnrissige Gründe, wieso wir als Fussballfans unseren Lieblingsklub unterstützen

Als Fussballfan hat man es derzeit nicht gerade leicht. Die Winterpause zieht sich zäh dahin wie gefrorenes Kaugummi und der Transfermarkt war auch schon spannender. Höchste Zeit, einmal darüber nachzudenken, aus welchen absurden Gründen wir eigentlich unsere Lieblinge unterstützen.
14.01.2015, 13:0814.01.2015, 17:30
Alex Dutler
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1. Weil es der Papi (oder das Mami) gesagt hat

Jetzt mal ehrlich: Kein Mensch zwischen 6 und 50 Jahren hört je freiwillig auf seine Eltern – nie, nie, nie, das ist ein eisernes Prinzip. Die grosse Ausnahme bildet unser Lieblingsklub. Stolz erzählen wir von damals, als wir als Dreikäsehoch mit dem Papi in der Kurve standen und bitter flennten, weil es am Fressstand keinen Pingu-Sirup gab. Dabei vergessen wir total, dass wir unser Herzblut heute wohl für den Erzrivalen vergiessen würden, wenn sich unsere Eltern damals anders entschieden hätten.

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Zumindest in Sachen Fussball ist Papi der klare Chef.gif: youtube/G4BreakingNews

2. Weil der Klub so schön erfolgreich ist

Sobald der FC Basel in der Champions League mal wieder einen Riesen tötet, holt plötzlich die halbe Schweiz ihre rot-blaue Bettwäsche aus dem Schrank. Im Stadion mampft Melanie Winiger genüsslich eine Bratwurst, während sie sich mit Christa Rigozzi via Whatsapp über den tollen Anzug von Paulo Sousa freut. Wir alle gehören gerne zu den Siegern, Klubwechsel von Modefans sind aber ein grosses No-Go.

So geht das: Aleksandar Dragovic demonstriert an Bundesrat Ueli Maurer den korrekten Umgang mit Modefans.video: youtube/SportScandal

3. Weil wir einmal an diesem Ort in den Ferien waren

«Ja weisst du, zu Real habe ich eben einen persönlichen Bezug.» Nein, nein, nein – es zählt nicht, wenn wir vor 13 Jahren einmal ein Wochenende in Madrid verbracht und danach wegen übermässigem Sonnenblumenkern-Konsum tagelang an Verstopfung gelitten haben. Schliesslich sind wir nach unseren Badeferien in Ägypten auch nicht Fan vom FC El Gouna. Basta!

Marco Streller war schon mal in der Sauna, trotzdem mag er keine finnischen Klubs.
Marco Streller war schon mal in der Sauna, trotzdem mag er keine finnischen Klubs.Bild: KEYSTONE

4. Weil uns die Trikotfarbe so wahnsinnig gut steht

Drei Worte: Fussball...ist...keine...Modenschau. Ok, das waren vier.

5. Weil wir im Suff immer so schlechte Entscheidungen treffen

Fussball geht unter die Haut, doch das sollte man nie zu wörtlich nehmen. Auch direkt nach dem gewonnen Cupfinal mit sechs Liter Bier intus ist ein Klub-Tattoo tendenziell eine suboptimale Idee. Schliesslich bleibt das Kunstwerk für immer bestehen, unser Herzensverein aber vielleicht nicht. Fragt nur mal den Typen mit dem Xamax-Tattoo, der sich nur noch im Burkini ins Schwimmbad getraut.

6. Weil einer der Spieler soooo ein Hübscher ist

Etwas für die Frauen und gleichgeschlechtlich orientierten Männer unter uns: Ins Kino gehen, weil man den Hauptdarsteller anschmachtet, das ist total ok. Dafür wird der Gute ja bezahlt. Im Stadion können und sollen aber auch Hässletten gross rauskommen. Hier zählt nur das, was der Kicker kann. Postpubertäre Schwärmereien bitte im Tagebuch ausleben – und nur dort.

Kein Schönling, aber trotzdem ein richtiger Fussballgott: Franck Ribéry
Kein Schönling, aber trotzdem ein richtiger Fussballgott: Franck RibéryBild: Bongarts

7. Weil wir gegen den Strom schwimmen wollen

Wer kennt sie nicht, die Spezialisten: Sich extra vor dem WM-Final noch ein Argentinien-Trikot kaufen, um damit im Public-Viewing die ganze Meute an Deutschland-Fans zu ärgern – und das, obwohl man ausser diesem Messi, von dem immer alle reden, keinen einzigen Argentinier kennt. Nein, danke! Das gilt auch für den Klubfussball. Hipster mit Profilneurose sollen sich stattdessen bitte eine Hornbrille kaufen und sich einen lässigen Bart wachsen lassen.

Hauptsache anders!
Hauptsache anders!bild: skysports

8. Weil wir mit dem Klub in FIFA unschlagbar sind

Hat der Kollege wieder einmal sein Joypad zerdonnert, weil wir mit Doumbia einfach nicht zu stoppen sind? Keiner von uns sollte deswegen gleich Fan von ZSKA Moskau werden. Die Sache mit den wöchentlichen Russlandreisen geht auf Dauer extrem ins Geld und ausserdem ist Putin ja angeblich einer von den Bösen.

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Tolles Solo, aber kein Grund gleich den Herzensklub zu wechseln.gif: youtube/EA SPORTS FIFA

9. Weil ein ehemaliger Spieler unser grosses Kindheitsidol war

Ratinho, Ceccaroni, Zellweger – dauernd liegen wir unseren Kollegen mit Heldengeschichten aus Urzeiten in den Ohren. Hallo, damals war ein Handy noch so gross wie ein durchschnittlicher Reisekoffer und die Spice Girls waren in den Charts – so gut kann das alles nicht gewesen sein.  

Der junge Marc Zellweger – ein feuchter Fussballtraum für alle Fussballnostalgiker aus der Ostschweiz.
Der junge Marc Zellweger – ein feuchter Fussballtraum für alle Fussballnostalgiker aus der Ostschweiz.Bild: KEYSTONE

10. Weil der Klub so einen saucoolen Namen hat

Wenn wir Crystal Palace, Batman Petrolspor oder den FC Santa Claus als unseren Lieblingsklub bezeichnen, dann sollten wir vielleicht lieber nicht erwarten, dass wir als ernstzunehmende Fussballfans wahrgenommen werden.

Am 6. Dezember cool, sonst eher nicht so – der FC Santa Claus.
Am 6. Dezember cool, sonst eher nicht so – der FC Santa Claus.bild: fcsantaclaus

11. Weil wir einem der Spieler gleichen – echt jetzt!

Es ist wie im Spiegelkabinett: Bei jedem Auftritt von grossen Stars wie Cristiano Ronaldo kriecht eine Armee von Möchtegern-Klonen aus ihren Kinderzimmern. Zuletzt war dieses Phänomen anlässlich der Ballon-d'Or-Vergabe eindrücklich vor dem Kongresshaus in Zürich zu bestaunen. Schlechte Nachrichten Jungs: Ihr gleicht mehr dem Milchbubi von der Kinderschokolade als den grossen Fussball-Giganten.

Leider nein!
Leider nein!bild: footballburp

12. Weil der Ex-Trainer ein Ritter war und Ritter einfach coole Säue sind

Hier sind ausschliesslich Fans von Manchester United betroffen. Ab Ende der Neunzigerjahre hat sich dieses Klientel auch in der Schweiz viral vergrössert. Ein Grund: Ex-Trainer Alex Ferguson wurde von der Queen zum Ritter geschlagen. Ein echter Ritter, wow, so cool – was kostet das Trikot?

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