Schweiz
Armee

Werbung der Schweizer Armee zeigt Frau beim Putzen

Die Schweizer Armee wirbt mit einem neuen Video für Jobs und mehr Frauen in der Armee.
Die Schweizer Armee wirbt mit einem neuen Video für Jobs und mehr Frauen in der Armee.Bild: screenshot: schweizer armee

Schweizer Armee wirbt um Mitarbeiterinnen – mit putzender Frau

27.11.2025, 10:1327.11.2025, 16:22

Kürzlich hat der Bundesrat beschlossen, dass der Orientierungstag der Schweizer Armee auch für Frauen obligatorisch wird. Damit soll der Dienst auch für sie attraktiver gemacht werden. Denn die Schweizer Armee braucht mehr Leute, wie sie in der Vergangenheit selbst gesagt hat.

Um neues Personal von sich zu überzeugen, hat die Armee nun einen Videoclip auf Instagram gepostet – unter dem Slogan «Nicht meine Farbe – dafür meine Leidenschaft». Darin zu sehen ist eine Frau mit rotem T-Shirt, die mit einer Scheuersaugmaschine den Boden putzt, während eine Gruppe Männer in Uniform an ihr vorbeimarschiert.

Video: extern/Schweizer Armee

Die Vizepräsidentin der Jungen Grünliberalen und Landrätin im Kanton Uri, Loa Wild, ist genervt über den Inhalt des Videos. Sie sagt gegenüber dem Blick, dass das Video nicht nur sexistisch sei, sondern suggeriere, dass Frauen aufgrund eines veralteten Rollenverständnisses im Militär nicht erwünscht seien.

Insbesondere aufgrund der Service-Citoyen-Initiative, über die die Schweiz am Sonntag abstimmt, findet Wild die Kampagne «bemerkenswert irritierend».

Das sagt die Armee dazu

Die Schweizer Armee erklärt auf Anfrage des «Blick», dass das Video Teil einer grösser angelegten Kampagne sei. Darin soll die Schweizer Armee als Arbeitgeberin angepriesen werden.

Die abgebildete Fachfrau Betriebsunterhalt (also die Frau im roten Shirt) habe man ausgewählt, weil die Armee einen grossen Bedarf nach Mitarbeitenden im Gebäudebetrieb habe. Zudem würde dieser Beruf klassischerweise eher von Männern ausgeübt, wie die Schweizer Armee weiter sagt.

Unter dem Instagram-Post werden kritische Kommentare von Nutzern laut. Einige sagen, sie seien enttäuscht von der Schweizer Armee. Andere sagen, dass die Werbung und die Art, wie mit der Gleichberechtigung umgegangen werde, absolut verstörend sei. Mittlerweile wurde das Video gelöscht. (nib)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Türkische Armee verbietet Game of Thrones
1 / 10
Türkische Armee verbietet Game of Thrones
Emilia Clarke alias Daenerys Targaryen in der HBO-Serie «Game of Thrones». Den türkischen Zensoren enthält die populäre Serie zu viel Sex, zu viel Gewalt und zu viel Verunglimpfung des Türkentums.
quelle: ap/hbo / keith bernstein
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Video Schweizer-Armee
Video: extern
Das könnte dich auch noch interessieren:
ChatGPT-Daten können in den USA landen – Sunrise lanciert eine Schweizer Lösung
Die KI-Anwendung für hiesige Unternehmen sei «vollständig unter Schweizer Kontrolle», verspricht die Telekom-Firma. Möglich macht das ein Schweizer Start-up.
An künstlicher Intelligenz (KI) kommt keiner vorbei. Firmen erhoffen sich von ihrem Einsatz Effizienz- und Tempogewinne. Doch wenn sie ein kommerzielles Modell eines grossen US-amerikanischen Anbieters wie ChatGPT nutzen, riskieren sie, dass US-Behörden Zugriff auf die Daten erhalten. Denn diese Anbieter unterstehen dem sogenannten Cloud Act. Dieser sichert US-Behörden Zugriff auf die Daten, selbst, wenn Unternehmen kostenpflichtige Versionen nutzen und die Server in der Schweiz stehen. Bei fast allen kommerziellen Lösungen aus dem Ausland stehen Firmen vor einem ähnlichen Dilemma.
Zur Story