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epa08179215 Dortmund's CEO Hans-Joachim Watzke attends the SPOBIS 2020 at CCD Congress Center in Duesseldorf, Germany, 30 January 2020. The SPOBIS is Europe's biggest sportsbusiness event for over 20 years and will take place from 29 to 30 January 2020.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL

Sein Team sei teilweise unfair behandelt worden, findet Hans-Joachim Watzke. Bild: EPA

«Wie eine Hexenjagd auf unsere Mannschaft» – BVB-Boss Watzke schiesst gegen die Medien

Die abgelaufene Bundesliga-Saison war für Borussia Dortmund offenbar eine Lehre. Aus Verärgerung über Kritik aus den Medien gibt der BVB in diesem Sommer kein Saisonziel bekannt.



Offensive Spieler, defensive Bosse: Borussia Dortmund, der Zweite der abgelaufenen Meisterschaft, verzichtet für die kommende Saison auf ein offizielles Saisonziel. Anders als einige Spieler wie Abwehrchef Mats Hummels, der noch vor gut einer Woche einen neuerlichen Angriff auf Platz 1 angekündigt hatte, äusserte sich Hans-Joachim Watzke zurückhaltender. «Dieses Spielchen spielen wir nicht mehr mit. Wir werden offiziell kein Ziel mehr ausgeben - und das geschieht nicht, weil wir keines haben», sagte der Geschäftsführer mit Verweis auf die seiner Meinung nach unfaire Berichterstattung in den Medien.

Jahrelang sei er dafür kritisiert worden, kein Meisterschaftsziel ausgegeben zu haben. «Nun hatten wir letztes Jahr das Gefühl, dass das bei zwei Punkten Rückstand angesagt war. Wir haben gesagt, wir werden alles versuchen, um deutscher Meister zu werden.»

epa08446031 Bayern Munich's Robert Lewandowski (L) in action against Dortmund's Manuel Akanji (R) during the German Bundesliga soccer match between Borussia Dortmund and FC Bayern Munich at Signal Iduna Park in Dortmund, Germany, 26 May 2020. Bayern Munich won 1-0.  EPA/FEDERICO GAMBARINI / POOL ATTENTION: The DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

Am Ende hatte Dortmund im Meister-Rennen gegen die Bayern erneut das Nachsehen. Bild: EPA

Eine vollmundige Ankündigung, den Serienmeister aus München abzulösen, sei das aber nicht gewesen. «Das hat man drei Wochen später eigenmächtig gelöscht. Dann hiess es nur noch: Die wollen deutscher Meister werden. Um uns dann ab April zu kritisieren, dass wir unser Ziel nicht erreicht haben», kommentierte Watzke.

«Da verschlägt es einem fast den Atem»

Der 61-Jährige nutzte die Gelegenheit, um seinen Unmut über den öffentlichen Umgang mit den Profis zu bekunden, denen nach dem 0:4 im letzten Saisonspiel gegen Hoffenheim zum wiederholten Mal ein Mentalitätsproblem attestiert worden war. «Bei aller berechtigten Kritik an diesem Auftritt haben wir das Gefühl, dass sich eine Hexenjagd auf unsere Mannschaft entwickelt. Wenn die Kritik dahin übergeht, dass wir von allen 18 Bundesliga-Mannschaften angeblich die schlechteste Mentalität haben, dann ist das so über das Ziel hinausgeschossen, dass es einem schon fast den Atem verschlägt. Es müsste ein Wunder sein, dass die Mannschaft mit der schlechtesten Mentalität Vizemeister wird», sagte Watzke.

Ein solcher Ruf sei zudem nur schwer mit der Bereitschaft der Profis zu vereinbaren, in der Coronavirus-Krise weiter auf Teile des Lohns zu verzichten. «Der Gehaltsverzicht von uns und der Mannschaft geht über das Saisonende hinaus. Wir verzichten bis zum 31. Dezember weiter», verriet Watzke.

Das sei der anhaltenden Unsicherheit über den Verlauf der kommenden Saison geschuldet: «Die fehlenden Einnahmen sind dramatisch. Es geht ja nicht nur um die fehlenden Zuschauereinnahmen von rund vier Millionen Euro pro Spiel, sondern auch um weniger TV- und Vermarktungsgelder. Wir stehen vor einem gigantischen Berg von Risiken.» Deshalb seien vorerst auch keine weiteren Transfers geplant.

Eine Rückkehr von Zuschauern in die Stadien könnte zur Entspannung beitragen. Der für seine guten Kontakte zu führenden Politikern bekannte Watzke ist zuversichtlich, dass zum vermeintlichen Saisonstart im September zumindest wieder einige Fans zugelassen werden. «Ich glaube, dass die Bereitschaft, darüber nachzudenken, vorhanden ist. Die Liga ist momentan dabei, die entsprechenden Konzepte zu erstellen und dann an die zuständigen Stellen zu versenden.» (dab/sda/dpa)

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Shabbazz 01.07.2020 10:22
    Highlight Highlight Kann die Kritik von Watzke verstehen. Jeder Fussballfan sollte wissen, dass der Kader vom BVB nicht jener ist von Bayern, Bayern hat mehr Geld, das tiefere Kader und mehr Erfahrung!
    Trotzdem ist es logisch das der BVB angreiffen will, aber sagen sie es offen, werden sie zerrissen weil es kaum machbar ist Bayern zu überholen. Sagen sie nichts zu Meisterambitionen werden sie als Klub ohne Ambitionen gesehen. Und leider tun die Medien auch verzweifelt so als hätte der BVB das gleich gute Kader wie Bayern...nur schon damit man die einseitige Bundesliga als "spannend" vermarkten kann.
  • Super8 01.07.2020 09:00
    Highlight Highlight Meiner Meinung nach ist dieser Watzke zu unprofessionel für einen Klub wie Dortmund, der ein Top-Klub sein will. Klubs mit Präsidenten mit grosser Klappe waren selten erfolgreich. Das ist schade, denn ich würde Dortmund mehr Erfolg gönnen.
  • länzu 01.07.2020 08:30
    Highlight Highlight Der Watzke entwickelt sich langsam aber sicher zur neuen Reizfigur der BuLi. Grosse Ankündigungen und Fehlentscheidungen en masse. Da nimmt der BVB riesig Kohle ein für Transfers und ist trotzdem nicht in der Lage, Leistungsträger wie z.B. Akimi zu halten. Immer wieder werden solche Spieler leichtfertig abgegeben. Dafür engagieren er und sein unfähiger Sportchef ausrangierte Spieler wie Schürle. Dazu kommt noch, dass man an Favre festhält, im Wissen, dass mit ihm kein Blumentopf zu gewinnen ist.
  • beaetel 30.06.2020 20:08
    Highlight Highlight Wer es nötig hat, als Saisonziel den „Meistertitel“ auszurufen, ist in meinen Augen einfältig blöd. Im Sport, insbesondere im Fussball gibt es nur eine vernünftige Zielsetzung, nämlich die, attraktiven Fussball zu spielen. Wer das am besten schafft, wird automatisch Meister, oder wenigstens Meister der Herzen. Aber von der Kanzel hinab, über die Köpfe der Hauptakteure hinweg grosskotzig fremdbestimmende Ziele zu fordern, die rein gar nichts mit dem Geschehen auf dem Platz zu tun haben, ist einfach nur überflüssig. Die Journalisten die nach solchen Zielen fragen sind übrigens keinen Deut besser
    • Bivio 30.06.2020 20:14
      Highlight Highlight Derjenige, welcher den attraktivsten Fussball spielt, wird Meister? Selten so gelacht.
      Dann müsste ja Holland alle EM und WM gewinnen.
    • pop_eye 30.06.2020 20:46
      Highlight Highlight beaetel
      Attraktiven Fussball? Das ist eigentlich Ansichtssache. Manche mögen Tikitaka also den Spanischen, manche mögen den Englischen, soll heissen schnell und auf Konter, manche mögen den Taktischen wie ihn die Italiener pflegen od. eher den Kämpferischen wie es die Deutschen zelebrieren.
      Mit dem Meister der Herzen ist es so eine Sache.....eine Ananas hat mehr Stellenwert!
    • Ehrenmann 30.06.2020 21:00
      Highlight Highlight Das ist absolute loser Mentalität und man sieht hier, dass du wohl nie Sport betrieben hast. Also ich meine Sport mit Meisterschaften, Turnieren etc..
      Jeder Spieler hat ein Ziel jede Mannschaft und auf das wird hingearbeitet, jeder Spieler will gewinnen will zu iberst stehen, das ist der Antrieb.
      Mit attraktivem Fussball gewinnt man keinen Blumentopf..
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bulwark 30.06.2020 18:41
    Highlight Highlight Er könnte ja wie einst Rumenigge das deutsche Grundgesetz zitieren: "Die Würde des Menschrn ist unantastbar". Würde sich dann bloss noch lächerlicher machen..
    • Bivio 30.06.2020 20:03
      Highlight Highlight @Bulwark
      Was meinst Du mit Deinem Kommentar? Warum sollte er das sagen bzw. auf was gemüntzt?
    • Mia_san_mia 30.06.2020 20:31
      Highlight Highlight @Bulwark: Was willst Du damit sagen?
    • Martel 01.07.2020 09:22
      Highlight Highlight Rumenigge hat sich genauso beklagt, dass die dt. Presse seine Bayern-Spieler zu hart anfasse und eben mit der Unantastbarkeit der Menschenwürde argumentiert, dass die Preise gefälligst nichts mehr böses gegen BM und seine Spieler sagen dürfe.

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