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Schiri-Boss Wermelinger gibt Fehler im Skandal-Spiel zu

Schiedsrichter Alessandro Dudic laesst sich von Basels Spielern Michael Lang, Wouter Burger und Darian Males, von rechts, nicht von seinem Penalty-Entscheid abbringen im Fussball Meisterschaftsspiel d ...
Die Basler Spieler haderten mit den Entscheidungen von Schiedsrichter Alessandro Dudic.Bild: keystone

Jetzt spricht auch Schiri Dudic: «Der Penaltyentscheid war falsch»

08.05.2023, 19:0408.05.2023, 20:34
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«Ich habe den Kontakt gehört und nicht gesehen, dass Michael Lang das Bein zurückgezogen hat»
Schiedsrichter Alessandro Dudic über die Penalty-Szene

Im Klassiker zwischen Basel und dem FCZ hatte Schiedsrichter Alessandro Dudic alle Hände voll zu tun. Im Interview mit blue News berichtet Dudic nun von der turbulenten Schlussphase und gibt zu, dass sein Penaltypfiff ein Fehler war.

In der 89. Minute des Spiels und beim Stand von 0:0 zeigte Dudic auf den Punkt und gab einen Penalty für die Zürcher. Er habe den Kontakt gehört, aber nicht gesehen, dass Michael Lang das Bein zurückgezogen hatte, erklärt Dudic. Nach dem Einsatz des Videoschiedsrichters wurde der Entscheid schnell bestätigt, jedoch gab Dudic zu, dass die Kommunikation mit dem VAR «nicht optimal» war und er den Entscheid nach Ansicht der Bilder in der Kabine als falsch erkannte.

L'arbitre de la partie, Alessandro Dudic, regarde un ecran de la VAR lors de la rencontre du championnat de football de Super League entre le FC Sion et le FC Zurich le dimanche 30 octobre 2022 a ...
Schiri Dudic vor dem VAR-Bildschirm (Archivbild)Bild: keystone
«Innerlich war ich ein Häufchen Elend»
Dudic über die Situation, Xhaka aus dem Spielertunnel zu holen

Auch über die Szene, als er Taulant Xhaka wieder aus der Kabine zitieren musste, berichtet Dudic. Die Augen von 28'000 Fans im Stadion und den Zuschauern im TV seien auf ihn gerichtet gewesen, das sei unschön. Und als er vor der Muttenzerkurve warten musste, sei er «innerlich ein Häufchen Elend» gewesen.

Interview-Anfragen habe er abgelehnt, weil dies direkt nach dem Match nicht förderlich sei. Nach etwa einer Dreiviertelstunde habe er sich mit Heiko Vogel und Fabian Frei konstruktiv austauschen können.

Auch sein Vorgesetzter, Schiedsrichter-Chef der Swiss Football League, Daniel Wermelinger, hat sich zum umstrittenen Spiel geäussert:

27.07.2019 Basel. Fussball Herren Saison 2019/2020 Super League FC Basel - FC St.Gallen. Im Bild : Esther Staubli Schiedsrichterin - Daniel Wermelinger Chef Schiedsrichter Aktion Einzelbild *** 27 07  ...
«Der Fehler hätte nicht passieren dürfen»: Schiri-Boss Daniel Wermelinger Bild: IMAGO / Geisser
«Da müssen wir nicht drüber diskutieren. Es ist eine Simulation.»
Schiri-Chef Wermelinger über die Schwalbe von FCZ-Krasniqi

Auch Wermelinger gibt zu, dass der Entscheid, den Penalty zu geben, «klar falsch» war. Stattdessen hätte Krasniqi für seine Unsportlichkeit verwarnt werden müssen. Der VAR meldete sich jedoch nicht. Wermelinger betont, dass der Fehler auf diesem Niveau nicht passieren dürfe und dass die Schiedsrichter nach jeder Runde analysiert werden, um Verbesserungen zu erzielen.

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Video: watson/Lucas Zollinger

Auch FCB-Goalie Marwin Hitz attackierte nach der Niederlage die Schweizer Schiris und forderte «Hilfe im Schweizer Fussball». Die Schiedsrichter seien genauso wie Spieler «nicht fehlerfrei» und der Anspruch bestehe darin, «Spiele möglichst fehlerfrei zu leiten», so Wermelinger weiter. In 93 Prozent der Fälle führten VAR-Interventionen zu einer Umkehrung des auf dem Platz gefällten Entscheids. Wermelinger erklärt, dass der Schiedsrichter-Verband sich bewusst sei, dass es diskutable Fälle und Fehler gebe, und dass sie an Verbesserungen arbeiten.

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47 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Miami Greis
08.05.2023 20:08registriert Oktober 2017
Offensichtliche Schwalben müssen im Nachhinein sanktioniert und bestraft werden. Ebenso Rudelbildungen um den Schiri herum {ausser vielleicht der Captain) und die Motzetei der Trainer. Die Fairness sollte gezielt gefördert und belohnt werden (z.B. mittels Punktesystem).
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Orfeo
08.05.2023 21:27registriert August 2017
Den Fehler beim VAR oder beim Schirri zu suchen greift viel zu kurz und lenkt vom eigentlichen Schauplatz ab: dem Unfairen, Unsportlichen und Unreifen Verhalten der Spieler! Man lässt sich fallen, greift ins Gesicht, rollt sich am Boden, schreit vor Schmerzen…. Was hier beschissen und versucht wird, gibts ja wohl in keiner anderen Sportart.
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Füdlifingerfritz
08.05.2023 19:24registriert März 2018
Dieser Tumult hätte verhindert werden können, hätte sich der Schiedsrichter 30 Sekunden Zeit genommen, um die Szene am Bildschirm nochmals anzusehen. Ich frage mich, ob einigen Refs das eigene Ego im Weg steht. Bei BVB-Bochum war es dasselbe. Der Schiedsrichter ist felsenfest von seiner (Fehl)entscheidung überzeugt und sein Ego lässt es nicht zu, dass er die eigenen Entscheidung auch nur ein wenig anzweifelt und Hilfe vom Bildschirm annimmt. Und klar, könnten die Herren im Keller helfen, aber dass die meistens pennen, ist ja bekannt. Alles sehr unnötig. Eine Entschuldigung bringt da nichts.
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