«Halsabschneider»: Uli Hoeness rechnet mal wieder mit Spielerberatern ab
Uli Hoeness hat erneut Kritik an der Berater-Branche geäussert. «Wenn ein Spieler heute ins Ausland geht oder aus dem Ausland kommt, braucht er einen Berater. Es gibt sehr viele seriöse Berater, und es gibt sehr viele Halsabschneider», sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern am Rande der Ehrung des ehemaligen Frankfurter Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Steubin.«Es muss uns allen gelingen, die Halsabschneider auszusortieren.»
Hoeness stört sich unter anderem an den hohen Summen, die Agenten inzwischen verdienen: «Teilweise gibt es für drei Mittagessen zehn Millionen, das kann es nicht sein», polterte der langjährige Macher der Münchner. Beim FC Bayern sei das Thema «kontrovers diskutiert» worden. In Zukunft werde der Klub versuchen, «ein Konzept zu entwickeln, dass wir uns das nicht mehr gefallen lassen». Wie genau ein solches aussehen soll, liess er offen.
Scharfe Kritik an Alaba-Berater 2020
Seit vielen Jahren schon übt Hoeness Kritik an Beratern, die seiner Meinung nach zu viel Macht in den Vereinen bekommen würden. Erst im Februar sagte er der «Bild»-Zeitung: «Wir werden verstärkt 'Nein' sagen und diesen Wahnsinn nicht mitmachen.» Dabei müsse den Profis auch eine klare Haltung kommuniziert werden. «Man kann auch dem Spieler einmal sagen: 'Wenn dein Berater weiter so unverschämt verhandelt, werden wir mit ihm nicht mehr über deine Zukunft bei uns sprechen.' So weit muss das gehen», sagte Hoeness damals.
Vorausgegangen waren zähe Verhandlungen um die Vertragsverlängerung von Dayot Upamecano beim deutschen Rekordmeister. Hoeness hatte dessen Berater im «Kicker» scharf kritisiert. Er sei über das Verhalten «entsetzt» gewesen. Der 74-Jährige bemängelt die Art und Weise von Spielerberatern übrigens schon länger. 2020 schon hatte Hoeness den Berater von Ex-Bayern-Spieler David Alaba, Pini Zahavi, als «geldgierigen Piranha» bezeichnet. (riz/tonline)

