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Die Basler Fans in der Muttenzerkurve begruessen die Mannschaften vor dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem FC St. Gallen 1879 im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Sonntag, 2. Februar 2020. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Die Muttenzerkurve hat genug von Bernhard Burgener. Bild: KEYSTONE

Alle weg! FCB-Fans verlangen den Rücktritt der Klubführung

Die Nach-Corona-Zeit hat für den FC Basel mit dem Einzug in die Cup-Halbfinals erfolgreich angefangen. Doch noch bevor in der Super League der Ball wieder rollt, brennt am Rheinknie der Baum. Die Muttenzerkurve fordert Präsident Bernhard Burgener und seine Mitstreiter zum Rücktritt auf.



Ins Stadion können die Fans des FC Basel noch eine Weile nicht. Dennoch machen sie gehörig Lärm – im Internet. Die Muttenzerkurve hat ein Communiqué veröffentlicht, in dem sie die Klubführung um Präsident Bernhard Burgener zum Rücktritt auffordert. «Zit zum goo!» sei es – Zeit, zu gehen.

Niemand soll verschont werden. Selbst Karl Odermatt und Massimo Ceccaroni, die zwei vielleicht grössten FCB-Legenden überhaupt, sollen verschwinden. «Sie haben den Weg mitgetragen», heisst es. «Auch wenn die beiden letzteren gegenüber uns eine nicht wahrnehmbare Rolle spielten und für uns weiterhin Legendenstatus geniessen.»

ARCHIVBILD ZUM 125-JAHR-JUBILAEUM DES FC BASEL --- Der designierte neue FC Basel Praesident Bernhard Burgener , links, und Fussballlegende Karl Odermatt, rechts,.an der Generalversammlung des FC Basel 1893 im St. Jakob-Park in Basel am Freitag, 9. Juni 2017.  (KEYSTONE/Walter Bieri)

Sollen verschwinden: Präsident Burgener und sein Freund, Klublegende Odermatt. Bild: KEYSTONE

«Nicht fähig, durch die Krise zu führen»

Diesen Status besitzt Bernhard Burgener mit Sicherheit nicht. Dafür ist der Präsident, der dieses Amt seit drei Jahren bekleidet, zu umstritten. Nun ist für die organisierten Fans des FC Basel das Fass übergelaufen. Man sei nach einem intensiven Austausch mit verschiedenen Klub-Exponenten zum Schluss gekommen, «dass wir unter der aktuellen Führung keine Perspektive mehr für den FCB sehen. Wir erachten sie als nicht fähig, durch die Krise zu führen beziehungsweise die kommenden Herausforderungen zu meistern.» Zum Wohl des Klubs soll deshalb die Führung geschlossen zurücktreten.

Unter Burgener sei der FC Basel in die grösste Krise seit knapp 30 Jahren geschlittert. Zuletzt meldete der Klub einen Verlust von rund 20 Millionen Franken – und das war noch vor Corona. Die Krise sei aber bei weitem nicht nur finanzieller Natur, finden die Fans. Sie schreiben: «Der neuen Führung ist es nie gelungen, durch ihr Handeln sowie ihre Kommunikation Vertrauen zu gewinnen und in den eigenen Reihen für Geschlossenheit zu sorgen. Ganz im Gegenteil: Trotz gewissen Lichtblicken ist das Vertrauen Stück für Stück ­– und mit jedem Tiefschlag umso mehr – verloren gegangen und der Klub auseinandergebrochen.»

Degen darf bleiben – unter Vorbehalt

Neben Burgener, Odermatt und Ceccaroni werden auch Roland Heri und Peter von Büren zum Rücktritt aufgefordert. Ausgenommen von der Forderung ist Ex-Nationalspieler David Degen, der erst seit Dezember 2019 als Mitbesitzer des FCB im Verwaltungsrat sitzt. «Von ihm erwarten wir, dass er einer künftigen Lösung nicht im Weg steht», geben die Fans trotzdem auch Degen den Tarif durch.

Um einem Chaos zu entgehen, soll die Führungsriege nicht per sofort zurücktreten. Stattdessen sollen sie «einen geordneten und transparenten Übergang zu neuen Besitzern und einer neuen Führung aufgleisen, welche unsere Vision von einem lokalen und in Zukunft finanziell breit abgestützten FCB teilen.» Externe Personen sollen diesen Übergang eng begleiten – man traut Burgener und Co. schlicht nicht zu, erfolgreich zu arbeiten.

«Wir sind uns bewusst, dass wir eine Menge fordern», betonen die Fans. Trotzdem würden sie ihren Schritt als unausweichlich betrachten. Ihre Mitteilung schliesst mit dem Wunsch: «Die ganze FCB-Familie muss an einem Strang ziehen und zukunftsgerichtet handeln, damit wir allen Widrigkeiten zum Trotz diese Krise gemeinsam überwinden und es wieder aufwärts geht.» (ram)

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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bert der Geologe 17.06.2020 17:50
    Highlight Highlight Die Einschätzung der Kurve über den jetzigen Zustand stimmt wahrscheinlich. Aber ein Grossteil der Fans muss sich auch an der eigenen Nase nehmen. Als noch alles Heusler-Heitz-paletti war, wurde wohlstandsverwahrlost kritisiert und ein Inzucht-Sauglattisimus gefordert und gefördert. Dieser unsägliche Geist war neben den absehbaren Risiken auf der Einnahmeseite, die Mutter des missratenen "Konzeptes" der aktuellen Crew. Sollten nun nicht noch Wunder auf dem Rasen geschehen, muss ein radikaler Umbruch erfolgen. Karli kann schon mal Betteltouren vorbereiten, wie anno Nati-B.
  • Jekyll & Hyde 17.06.2020 17:38
    Highlight Highlight Was die FCB-Fans nicht bedenken. Es giebt ein grund warum Heusler sich zurück gezogen hat.

    Es wird für CH-Teams zukünftig schwieriger sich für die CHL zu Qualifizieren und so von den enormen Geldtöpfen zu profitieren. Und nur mit den SL und Cup einnahmen lässt sich das Budget nicht refinanzieren.

    Was passiert wenn man jahrelang über den Verhältnissen lebt, sieht man bei GC
    • Nick Tamer 17.06.2020 17:55
      Highlight Highlight Du hast nicht das ganze Statement gelesen, das würde durchaus bedacht..
    • Jekyll & Hyde 17.06.2020 18:12
      Highlight Highlight @Nick Tamer:
      Stimmt, aber ich hab in meinem umfeld genug FCB-Fans und sympathisanten die dies gekonnt ignorieren, von daher bezweifle ich das dies die Mehrheit so sieht.

      P
  • Black Cat in a Sink 17.06.2020 17:31
    Highlight Highlight
    Burgener kann Filme aber Fussball kann er nicht.
    Die Fans sehen das ganz richtig
  • Peter Panther 17.06.2020 17:07
    Highlight Highlight Zeit, dass unser Rotschi den verein kauft, dann kommt's gut.🤗😁👍
  • Ohniznachtisbett 17.06.2020 16:30
    Highlight Highlight Jöö... Herzig.
  • Barracuda 17.06.2020 16:28
    Highlight Highlight Mal abgesehen von den ganzen Besitzverhältnissen, etc... Burgener war mir von Anfang an unsympathisch. Keine Emotionen, kein Feuer, eine miserable Kommunikation, einfach nur ein Geschäftsmann für den der FCB ein Projekt ist.
  • Elpampa 17.06.2020 16:21
    Highlight Highlight Für einen FC Basel findet sich ziemlich sicher eine Nationale Lösung. Alles andere wäre der totale Ruin für diesen Club.

    Ich glaube, dass Umfeld würde 2-3 Jahre „Umbau“ einer gescheiten Führung verzeihen.
  • Schlichtungsbehörde 17.06.2020 15:41
    Highlight Highlight Bravo!
  • Zanzibar 17.06.2020 15:27
    Highlight Highlight Rücktritt heisst auch Aktien verkaufen. Hat die Kurve jemand der die Aktiwn bezahlt? Oder wäre es ihnen lieber wenn Chinesen oder Araber einsteigen?
    • derEchteElch 17.06.2020 16:07
      Highlight Highlight Der Verein „FC Basel 1893“ hat einen Verwaltungsratssitz in der „FC Basel Holding AG“. Leider ist dieser durch Burgener besetzt, doch das kann die GV ändern.

      Auch besitzt der Verein (!) und nicht die Holding die Markenrechte am FC Basel (Logo, Farben, Name).

      Burgener kann also ohne dem Verein vieles machen, aber nicht als FC Basel, sondern als FC Burgener.

      Folglich wird die Kurve über den Verein schon für den Druck sorgen. Im Endeffekt braucht es trotzdem einen Käufer. Dieser fehlt. Burgener muss also etwas leisten, damit alle wieder zufrieden sind.

      Ich war von Beginn an gegen ihn.
  • Glenn Quagmire 17.06.2020 15:07
    Highlight Highlight Und sie können die Forderungen nicht mal mit einem Stimmungsboykott untermauern.
  • Vogelsucht 17.06.2020 14:41
    Highlight Highlight Starkes Statement von der Kurve. Herr Burgener, sie wissen jetzt, was zu tun ist.
    • humpalumpa 17.06.2020 14:48
      Highlight Highlight Uuuuuh badass. Die kurve xD
    • Nathan der Weise 17.06.2020 15:15
      Highlight Highlight Weiss er das wirklich?
    • leu84 17.06.2020 15:28
      Highlight Highlight Die Kurve kann mal anfangen Geld zu sammeln um die Aktienmehrheit zu übernehmen. Dann können sie den Klub führen wie sie wollen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • smartash 17.06.2020 14:27
    Highlight Highlight «Zit zum goo!» sei es – Zeit, zu gehen


    Schön, dass Watson diese komische Sprache für ihre Leserschaft übersetzt 🤣🤣🤣
  • Rellik 17.06.2020 14:14
    Highlight Highlight Lol. Man kann von Burgener halten was man will (ich nicht so viel), aber momentan sieht man gut dass Fans im Stadion noch weniger wichtig sind als gedacht. Wäre eine gute Zeit für die Fans einfach mal die Klappe zu halten, anstatt sich wichtig zu machen und zu fordern
    • Mate 17.06.2020 14:29
      Highlight Highlight Wenn du denkst, dass Fussball in der Schweiz ohne Fans möglich ist, wer soll den sonst diese Gehälter ermöglichen?
    • Snowy 17.06.2020 14:33
      Highlight Highlight Wir beide haben vom Thema Briefmarkensammeln keine Ahnung.

      Der Unterschied zwischen uns beiden:

      Ich würde mich bei einem Post zum Thema Briefmarken nicht derart weit zum Fenster hinauslehnen, dass es offensichtlich wird, dass ich keine Ahnung habe.
    • Snowy 17.06.2020 14:35
      Highlight Highlight Zum Thema:
      Fans im Stadion sind im Schweizer Fussball im Vergleich zum europäischen Fussball überdurchschnittlich wichtig. Dies weil fette TV-Verträge fehlen.

      Und bezüglich wichtig machen:

      Die Muttenzerkurve hat sich sehr bewusst zurückgehalten und ist nicht in den breiten Kanon der Burgenerkritiker miteingestimmt und verfasst erst jetzt - nach 3 Jahren, unzähligen Vermittlungsversuchen und nachdem alle Stricke gerissen sind diese breit abgestützte Forderung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DarkRessiveSystem 17.06.2020 14:09
    Highlight Highlight Leider wird das Herrn Burgener nicht beeindrucken und die Fans werden dem Verein auch nicht schaden wollen...

    Träume darf man zum glück noch haben :D

    Heusler chumm zrugg!
    • schönreder 17.06.2020 14:59
      Highlight Highlight drs army woldwide :D
    • Thanatos 17.06.2020 16:10
      Highlight Highlight Geils Profilbild ^^

Kommentar

Bernhard Burgeners Achillesferse ist getroffen – er hat seinen letzten Rückhalt verloren

Die Fans des FC Basel fordern Präsident Bernhard Burgener sowie die komplette Führung dazu auf, zurück zu treten. Sie trauen ihr nicht mehr zu, den Club aus der Krise zu führen. Damit verliert Burgener seinen letzten Rückhalt.

Bernhard Burgener ist ein Mensch des Entertainments und der Filme. Seine Videothek machte ihn zum Millionär, mit seiner Firma Constantin Film produziert er laufend Blockbuster, welche die Massen ins Kino locken. Und so bedient sich der cinephile Burgener oft bei Metaphern aus der Welt der Filme. «Momente des Misserfolgs schweissen zusammen. Und auch Helden müssen leiden», sagte der Präsident des FC Basel beispielsweise nach dem desaströsen 1:7 bei YB 2018. Ob Burgener sich selbst damals …

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