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epa07915571 Switzerland's head coach Vladimir Petkovic, left, and Switzerland's Granit Xhaka, right, during the UEFA EURO 2020 qualifiers match between Denmark and Switzerland at the Telia Parken stadium in Copenhagen, Denmark, 12 October 2019.  EPA/GEORGIOS KEFALAS

Vladimir Petkovic gibt Granit Xhaka während des Spiels gegen Dänemark Anweisungen. Bild: EPA

Und jetzt stellt sich die Frage: Wäre Petkovic der richtige Trainer für die Barrage?

Die Schweizer Nationalmannschaft steht vor dem wegweisenden EM-Qualifikationsspiel gegen Irland. Es ist für Vladimir Petkovic ein Endspiel. Gewinnt die Schweiz nicht, ist seine Zukunft als Nationaltrainer höchst ungewiss.

Etienne Wuillemin / ch media



Fussball kann faszinierend sein. Aufregend. Voller Emotionen und Glück. Fussball kann unbeschreibliche Gefühle auslösen. Und manchmal weiss eine Mannschaft gar nicht so recht, warum sie immer gewinnt.

Genauso kann Fussball aber auch frustrierend sein. Ärger auslösen. Oder Ernüchterung. Wenn sich Negativerlebnisse stetig wiederholen. Und es kaum nachvollziehbare Erklärungen dafür gibt. So fühlen sich die Schweizer Nationalspieler derzeit.

Wie nur konnte das passieren? Wie konnte dieser eigentlich gute Auftritt in Dänemark in einer 0:1-Niederlage enden? Und warum ist es wieder zum späten Kollaps gekommen? Zu einem Gegentor in den letzten Minuten, wie sich das zum Schweizer Kennzeichen entwickelt hat? Das sind die Fragen, welche die Schweizer auf der Rückreise von Kopenhagen nach Genf beschäftigen.

Es fehlt der kühle Kopf – wegen Petkovics Prinzipien?

Vor dem EM-Qualifikationsspiel in Dänemark konnte Nationaltrainer Vladimir Petkovic noch auf Zufall oder individuelle Aussetzer zur Unzeit verweisen. Nun aber verdichten sich die Anzeichen eines grundsätzlichen Problems. Innert eines Jahres hat die die Schweiz fünf Mal in der Schlussphase eine Partie noch aus den Händen gegeben. Worin liegen die Gründe dafür?

Es hatte etwas Erstaunliches, wie offen und direkt Dänemark-Trainer Age Hareide – ungefragt – über die Schweiz sprach. «Wir wussten: Irgendwann brechen sie immer ein.» Um dann zu präzisieren: «Wenn ein Team immer wieder späte Gegentore kassiert, dann beginnt jeder Spieler darüber nachzudenken, es ist ein mentales Problem.» Petkovic gab sich alle Mühe, gegen ein grundsätzliches Problem zu argumentieren. «Ich denke, niemand von uns hat daran gedacht, dass wir wieder ein spätes Gegentor erhalten könnten», sagte er. Es klang mehr verteidigend denn überzeugend. Aber was wollte er denn auch anderes sagen?

epa07915604 Denmark's head coach Age Hareide (R) during the UEFA EURO 2020 qualifiers match between Denmark and Switzerland at the Telia Parken stadium in Copenhagen, Denmark, 12 October 2019.  EPA/LISELOTTE SABROE  DENMARK OUT

Age Hareide (rechts) wusste die Schwäche der Schweizer Nati auszunutzen. Bild: EPA

Auch die Spieler waren in der Aufarbeitung sachlich und nüchtern. Der Frust war zwar allen anzusehen, in der Kabine nach dem Spiel war es sehr ruhig, war zu hören. Aber kollektiv niedergeschlagen? Nein, das waren die Schweizer nicht.

Wer dem Trainer und der Nati milde gestimmt ist, mag ein erfreuliches Muster erkennen: Petkovic hat seinem Team die Philosophie verinnerlicht, jedes einzelne Spiel unter allen Umständen gewinnen zu wollen. Egal, wie der Gegner heisst. Abwarten, Taktieren, Resultat halten – das widerstrebt ihm zutiefst. Nur hat das vielleicht die Folge, dass es diese Mannschaft verlernt hat, in den entscheidenden Momenten kühlen Kopf zu bewahren. Wer stets das eigene Tor im Sinn hat, wird schneller leichtsinnig.

Noch nie stand der Trainer so sehr unter Druck

Fakt ist: Irgendetwas ist mit dieser Mannschaft passiert. Sie hat etwas verloren. Lange war die Selbstverständlichkeit des Gewinnens zu spüren. Die natürliche Überzeugung, dass am Ende schon alles gut kommt. Diese Gewissheit ist vorbei. Die Frage ist nun, ob das wirklich nur mit Pech, Zufall und tollen Torhüterleistungen des Gegners zu erklären ist. Oder ob die Probleme tiefer liegen. Und bald erneut zur Unzeit wieder zum Vorschein kommen. Es ist abschliessend noch nicht zu beurteilen.

Ob Krise oder Betriebsunfälle, gefordert ist nun in erster Linie der Trainer. Als Vladimir Petkovic die Schweiz im Sommer 2014 übernahm, startete er gleich mit zwei Niederlagen. Die Reaktion danach war überzeugend. Doch seither war Petkovic nie mehr so sehr unter Druck wie jetzt. Und es fragt sich, ob es ihm nochmals gelingt, sein Team aufzurichten.

Der Erfolg war es, der Petkovic bisher vor heftiger Kritik schützte. Mit ihm nahmen die Schweizer an der EM 2016 und der WM 2018 teil. Stets führte der Weg in den Achtelfinal. Das ist eine gute Bilanz. Und lässt die vielen Misstöne neben dem Platz etwas erträglicher erscheinen.

In guten Zeiten gelang es Petkovic häufig, mit Inputs von der Bank auf das Spielgeschehen zu reagieren. Auch das hat sich jüngst verändert. Seit dem feurigen 5:2 gegen Belgien Ende des letzten Jahres haben seine unglücklichen Entscheidungen zugenommen. Natürlich, die Schweiz konnte auch in Dänemark nicht verbergen, wie wichtig die Kreativität eines Xherdan Shaqiri ist. Auch die Absenz von Steven Zuber hat einen erstaunlichen Einfluss. Captain Lichtsteiner hatte bei seiner Rückkehr nicht die Luft für 90 Minuten – und fehlte darum in den fatalen Schlussminuten.

Switzerland's Stephan Lichtsteiner, left, and Denmarks Martin Braithwaite challenge for the ball during the Euro 2020, Group qualifying soccer match between Denmark and Switzerland in Telia Parken in Copenhagen Saturday, Oct. 12, 2019. (Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix via AP)

Captain Lichtsteiner schaffte nicht die vollen 90 Spielminuten und fehlte dadurch im Entscheidenden Moment. Bild: AP

Und was bedeutet das nun für das Spiel gegen Irland vom Dienstag? Es ist der vorgezogene Final für die EM-Qualifikation. Ein überzeugender Sieg könnte einiges nochmals in gute Bahnen lenken. Ein Misserfolg – und das wäre bereits ein Unentschieden – würde die Position von Petkovic so heftig wie noch nie zur Diskussion stellen. Die Frage nach seiner Zukunft würde gar eine neue Dringlichkeit erhalten. Zwar betonte Natidirektor Pierluigi Tami, die Schweiz würde die Barrage im März 2020 selbstverständlich mit Petkovic bestreiten. Wahrscheinlich wäre es aber besser, mit einem neuen Trainer frische Energie und damit einen Umschwung heraufzubeschwören. (bzbasel.ch)

Die Nati-Noten zur Niederlage gegen Dänemark

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • hopplaschorsch12 14.10.2019 09:58
    Highlight Highlight Jetzt schicken wir die Iren mit einer Packung zurück auf die Insel und gut ist. HOPP SCHWIIZ!!
  • N. Y. P. 14.10.2019 09:39
    Highlight Highlight Petkovic stand ausserhalb seiner Zone, als er Xhaka Anweisungen gab.

    Der Pausentee war in der Halbzeitpause kalt.

    Der Fuchs ist nachtaktiv.
  • redneon 14.10.2019 09:36
    Highlight Highlight Leider kann Petkovic keinen Stürmer aus dem Hut Zaubern. Weil es anscheinend keinen gibt der nur annähernd an die Leistungen von Frei herankommt. Was er aber machen kann ist Embolo nicht mehr aufbieten bis er mal 10 - 20 Tore Schießt in der Bundesliga! Und wenn Lichtsteiner nicht 90 Min. kann. Soll er ihn ab der 2 Hälfe rein bringen. Um der Mannschaft zu Signalisieren. Wenn schon das Runde nicht ins Eckige will dann nehmen wir ein Unentschieden gerne mit! Aber denke schon das der Herr Petkovic nach der EM aufhören sollte. Und in Italien einen Trainerjob annehmen. Italienisch steht im Besser;)
  • Eisenhorn 14.10.2019 09:27
    Highlight Highlight Petkovic und die Nationalmanschaft ist eine nun Jahre andaurende Stagnation. Ich denke es würde maybe gut tun wenn wir uns dieses mal nicht qualifizieren, damit dann maybe mal Bewegung in das ganze kommt. Die Truppe spielt konstant unter ihren Möglichkeiten (Qualität der Spieler), aber solange wir uns immer brav Qualifizieren um dann später zu versagen wird sich nicht viel ändern.
    • Die verwirrte Dame 14.10.2019 10:47
      Highlight Highlight Was hast du gegen das Wort "vielleicht" ?
    • do u know Xonco The Muffin Man -The Muffin Man 14.10.2019 11:29
      Highlight Highlight Erstens. Vielleicht wäre maybe besser?

      Zweitens. Recht hast du. Habe auch seit Jahren das Gefühl, das die unter ihren Möglichkeiten spielen.

      Aber deswegen ein ganzes Turnier lang versagen?
      Ich finde die verantwortlichen oben müssten sowas früher schon erkennen...
  • Chili5000 14.10.2019 08:52
    Highlight Highlight "Natürlich, die Schweiz konnte auch in Dänemark nicht verbergen, wie wichtig die Kreativität eines Xherdan Shaqiri ist. Auch die Absenz von Steven Zuber hat einen erstaunlichen Einfluss. Captain Lichtsteiner hatte bei seiner Rückkehr nicht die Luft für 90 Minuten – und fehlte darum in den fatalen Schlussminuten." Man fragt ständig wieso ein verletzer Läufer das Rennen nicht gewinnt, es nervt gewaltig...
  • Kampfsalami 14.10.2019 08:50
    Highlight Highlight Es braucht halt einfach mal einen Knipser der die Tore einfach macht...
    • Curly Turkey 14.10.2019 09:27
      Highlight Highlight Es braucht einfach ein einfach. So einfach ist das.

      Seferovic hat in der letzten Saison in der schätzungsweise sechstbesten Liga der Welt 23 Tore geschossen. Embolo hat diese Saison in sieben BL-Spielen fast so viele Treffer (3) erzielt wie in bislang 34 Länderspielen (4).

      Es liegt nicht am Personal.
    • herrkern (1) 14.10.2019 11:26
      Highlight Highlight Alex ... bitte nicht zu sehr blitzen. Aber Alex hat die Tore dann halt gemacht.
  • Drizzt 14.10.2019 08:26
    Highlight Highlight Ja, die Schweiz verliert 1:0. Das ist mehr als ärgerlich. Aber diese Notengebung von Watson find ich gar übertrieben. Die Noten widerspiegeln als hätte die Schweiz miserabel gespielt, das haben sie aber NICHT. Wenn auf der Gegenseite nicht ein Schmeichel mehrfach gehext hätte, hätte die Schweiz einen Sieg gefeiert oder zumindest ein Unentschieden.
    Natürlich ist so das Problem mit den Gegentore gegen Spielende nicht gelöst.
    • PlayaGua 14.10.2019 11:45
      Highlight Highlight Das ist nicht direkt Watson, sondern CHMedia. Und dieser Wuillemin ist fast so schlimm wie Böni. Watson hat sehr gute Sportredaktoren und sollte auf diese setzen.
  • rodolofo 14.10.2019 08:16
    Highlight Highlight Ja, Petkovic IST der RICHTIGE Trainer des RICHTIGEN Teams!
    ALLES ist richtig!
    Wir sind alle zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort!
    Denn so ist der Wille Gottes, bzw. unseres Schicksals!
    Hört doch mal auf, überall und ständig nur nach Fehlern zu suchen!
    ES GIBT KEINE FEHLER!!!
    So, und jetzt seid still und wartet brav auf das nächste Spiel!
    Und nachher könnt Ihr meinetwegen wieder stänkern und nörgeln und täubeln.
    Wenn es Euch Spass macht?
    Dann macht Euch das eben Spass...
    • mukeleven 14.10.2019 12:27
      Highlight Highlight wiedermal was geraucht gestern?
    • rodolofo 14.10.2019 13:46
      Highlight Highlight Nein, aber der Fussballgott hat mit mir gesprochen.
  • Allion88 14.10.2019 08:12
    Highlight Highlight ich war nie ein riesen fan von petkovic, aber so kurz vor einer barrage den trainer noch zu wechseln würde höchstens noch mehr unsicherheit ins team bringen.

    der neue trainer würde die spieler wenige tage vor der barrage zum ersten mal versammeln können.
  • Lümmel 14.10.2019 08:07
    Highlight Highlight Wie konnte es soweit kommen? Nach all den Welt- und Europameister Titeln die die Schweizer Fussball Nationalmannschaft schon gewonnen hat. 🤷‍♂️😆
  • Nelson Muntz 14.10.2019 05:53
    Highlight Highlight hat Petkovic nicht nur dem Böni, sondern auch dem Wuillemin eine Freundin ausgespannt 🤷🏻‍♂️?
    • Amboss 14.10.2019 08:51
      Highlight Highlight Vor allem ist Petkovic im Gegesatz zu Hitzfeld keinen Vertrag mit Ringier eingegangen für " kommunikative und repräsentative Auftritte für Ringier sowie eine redaktionelle Zusammenarbeit"...

      Aber ob Petkovic Herr Wuillemin die Freundin ausgespannt hat, das weiss ich nicht, könnte natürlich schon sein...

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