Fanzonen in WM-Städten kosten neu Eintritt – New Yorks Bürgermeister von FIFA genervt
Mit Freunden und Fremden aus aller Welt abhängen, Fussball schauen, ein kühles Bier geniessen – Fanzonen sind an grossen Turnieren oft ein Ort des gemütlichen Zusammenkommens. Sie sind kostenlos und bieten all jenen eine Gelegenheit mit dem Turnier in Kontakt zu kommen, die sich ein Ticket entweder nicht leisten konnten oder in der Verlosung leer ausgingen, als es um deren Beschaffung ging.
«Diese Bereiche sind für das WM-Erlebnis unverzichtbar», sagte denn auch Alex Lasry, der Geschäftsführer des lokalen Organisationskomitees in New York/New Jersey, gegenüber «The Athletic».
Zwei von drei Fanzonen in New York kosten Eintritt
An der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko wird eines jedoch anders sein als an früheren Turnieren: Nicht in allen offiziellen Fanzonen wird es einen freien Eintritt geben. Dort muss jeder bezahlen, nicht bloss diejenigen, die in einen VIP-Bereich gelangen wollen.
Lasry bestätigte, dass für zwei der drei im Raum New York geplanten, offiziellen Fanzonen ein Ticket gekauft werden muss. Im Liberty State Park unweit der Freiheitsstatue kostet ein Eintritt, beispielsweise für den Samstag mit den Partien Katar gegen die Schweiz und Brasilien gegen Marokko, 12.50 Dollar – zur Zeit. Auf der offiziellen Website ist von Early-Bird-Tickets die Rede, die Preise steigen also womöglich noch.
Auch für eine Fanzone im Stadtteil Queens – mit dem Louis Armstrong Stadium, wo die US Open im Tennis ausgetragen werden, als Herzstück – muss Eintritt berappt werden. Die Preise werden zu Beginn des nächsten Jahres bekannt gegeben. Kostenlos wird der Besuch eines (kleineren) Fan-Dorfs beim Rockefeller Center im Herzen von Manhattan sein.
Kritik von New Yorks Bürgermeister
Begründet wird der Ticketverkauf damit, dass es bei der Planung helfe, wenn man wisse, wie viele Leute erscheinen. Städte wie Philadelphia, Kansas City oder das kanadische Vancouver, gehen diese Herausforderung anders an als New York. Dort wird es freien Eintritt in die offiziellen Fanzonen geben.
Losgelöst von der Diskussion um – zugegebenermassen bezahlbare – Tickets für die Fanzonen, bleiben die generell hohen Eintrittspreise für die WM-Spiele ein Thema. Zohran Mamdani, der am 1. Januar sein Amt als Bürgermeister von New York antreten wird, kritisierte die Praxis des Weltverbands FIFA.
«Das schöne Spiel muss für alle da sein»
«Ein sogenanntes Fan-Ticket, das 60 Dollar kostet und nur für 1,6 Prozent der Sitze erhältlich ist, ist nicht genug», schrieb Mamdani auf X. «Nicht wenn die FIFA gerade die höchsten Ticketpreise in der Geschichte der Weltmeisterschaften festgelegt hat.» Tausende Fussballfans hätten sich beschwert und verlangt, dass es ein Turnier werde, dessen Besuch sich New Yorker leisten können.
Mamdani hat konkrete Forderungen an FIFA-Präsident Gianni Infantino. Er verlangt die Abschaffung dynamischer Preise, eine Limite beim Wiederverkauf von Tickets und dass 15 Prozent der Kapazität zu vergünstigten Preisen an lokale Fans verkauft werden. «Das schöne Spiel muss für alle da sein.»
Zuvor hatte sich schon der britische Premierminister Keir Starmer für Fussballfans stark gemacht. Die Ankündigung von günstigeren Fan-Tickets begrüsse er, teilte er mit. «Aber als jemand, der einst selber Geld gespart hat, um England spielen zu sehen, ermutige ich die FIFA, noch mehr zu tun, um Tickets erschwinglicher zu machen.» Ansonsten, so Starmer, würde «der Kontakt zu den echten Fans» verloren gehen, die das Spiel so besonders machen würden.
