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Was ist «absichtliches Spielen»? FIFA passt die Offside-Regel leicht an

Mbappé startet beim Siegtor im Nations-League-Final gegen Spanien aus einer Offside-Position.
Mbappé startet beim Siegtor im Nations-League-Final gegen Spanien aus einer Offside-Position.Bild: espn

Was ist «absichtliches Spielen»? Die FIFA passt die Offside-Regel leicht an

28.07.2022, 10:1228.07.2022, 14:54
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Das Tor sorgte vergangenen Oktober für grosse Schlagzeilen: Kylian Mbappé traf im Nations-League-Final gegen Spanien zum Sieg für Frankreich und das Tor zählte, obwohl der Stürmer aus einer offensichtlichen Offside-Position gestartet war.

Der Grund: Spaniens Verteidiger Eric Garcia lenkte den Ball noch ab. Und wenn ein verteidigender Spieler den Ball noch absichtlich spielt, hebt diese Aktion die Offside-Position des Stürmers auf. Der Videoassistent bestätigte damals die Entscheidung von Schiedsrichter Anthony Taylor. Doch Roberto Rosetti, Schiedsrichterchef bei der UEFA, forderte schon damals eine Anpassung dieser Regel.

Nun kommt das International Football Association Board (IFAB), das für Regelanpassungen im Fussball zuständig ist, dem Wunsch nach. Es gibt zwar offiziell keine Regeländerung. Aber es wurde neu definiert, wie ein absichtliches Spielen («deliberate play») des Balls vom verteidigenden Spieler auszusehen hat, damit das Abseits aufgehoben wird.

Neu gilt ein Eingreifen des verteidigenden Spielers nur als absichtliches Spielen des Balls, wenn …

  • … der Ball aus der Distanz kommt und für den Spieler gut sichtbar war.
  • … der Ball nicht übermässig scharf gespielt war.
  • … die Richtung des Balls nicht unerwartet war.
  • … der Spieler Zeit hatte, seine Bewegung zu koordinieren. Natürliche und instinktive Streck- oder Sprungbewegungen, die zum Ballkontakt führen, zählen nicht als absichtliches Spielen.

Ferner legt das IFAB fest, dass Schiedsrichter einbeziehen sollen, ob der Ball am Boden oder in der Luft war. Ein flacher Ball gilt als einfacher spielbar als ein Ball in der Luft. Konkret bedeutet das: Wird der Ball in einem Kopfballduell vom verteidigenden Spieler nach hinten zu einem Gegner abgefälscht, wird die Abseits-Position tendenziell eher nicht aufgehoben.

Bei missglückten Rückpässen, gescheiterten Befreiungsschlägen und anderen absichtlich gespielten Bällen der verteidigenden Mannschaft wird das Offside aber weiterhin aufgehoben.

Beispiel 1: Kein Offside, weil der Verteidiger einen absichtlichen Rückpass spielt

Beispiel 2: Offside, weil der Verteidiger den Ball nicht erwartet und dann unabsichtlich ablenkt

Mit diesen angepassten Definitionen hätte Mbappés Tor gegen Spanien nicht gezählt. Der Ballkontakt von Garcia wäre als instinktive Streckbewegung gewertet und das Offside deshalb nicht aufgehoben worden. (abu)

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