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«Sunderland 'til I Die».
«Sunderland 'til I Die».Bild: imago

Sunderland – London kommt diesem Fussballfan günstiger, wenn er via Menorca reist

Der vielen von der Netflix-Serie bekannte AFC Sunderland kämpft am Samstag um den Aufstieg in die Championship. Mit dabei sein wird auch der Anhänger James Jelly – nach ungewöhnlicher Anreise. Sein Motto: Geld ist wichtiger als die Umwelt.
17.05.2022, 11:0317.05.2022, 12:40

Am Samstag um 16 Uhr trifft Sunderland im Wembleystadion auf die Wycombe Wanderers. Im Final wird nach Wigan und Rotherham der dritte Aufsteiger in die Championship ermittelt, Englands zweithöchste Liga. Dort waren die «Black Cats» zuletzt in der Saison 2017/18.

Im legendären Stadion wird auch Sunderland-Fan James Jelly sein Team unterstützen. Der 33-Jährige wird dann eine ungewöhnliche Anreise hinter sich haben. Jelly wird die rund 450 Kilometer in den Süden nicht mit dem Zug und auch nicht mit einem Car hinter sich bringen. Stattdessen fliegt er einen Umweg über Spanien. Das komme ihn wesentlich günstiger, behauptet Jelly gegenüber dem Portal «Lad Bible».

«Ich sah die Werbung und dachte mir: ‹Wieso auch nicht?›»

51 Pfund (umgerechnet 63 Franken) gibt der Anhänger für seine Anreise aus, die schon am Donnerstag beginnt. So viel kosten die zwei Flüge von Newcastle auf die Insel Menorca und von dort nach London – und auch die Nacht in einem Hostel (mit Frühstück) ist in diesen 51 Pfund schon dabei.

Die Reise mit dem Car hätte zwar auch nur 40 Pfund gekostet. «Aber ich dachte mir, dass es bestimmt noch andere Optionen gibt, als sechs Stunden lang in einem Bus zu sitzen oder hunderte Pfund für eine Zugfahrt zu bezahlen», so Jelly zur BBC. Mit dieser Erkenntnis habe er einen Flug von Newcastle nach London gesucht. «Der hätte mich 162 Pfund gekostet und das bezahle ich nicht. Ich sah dann die Werbung für einen Retour-Flug nach Menorca für 23 Pfund und dachte mir: ‹Wieso auch nicht?›»

Der Rechtsaussen-Politiker Nigel Farage meinte: «Vielleicht ist das ein Statement darüber, wie teuer es in diesem Land ist, mit dem Zug zu reisen.» Seine Kollegen würden zwischen 200 und 300 Pfund für den Auswärts-Trip bezahlen, sagt Jelly. «Für Menorca habe ich mich einerseits wegen des Preises entschieden, andererseits habe ich so einen schönen Tag in Spanien.»

Keinen Gedanken an die Umwelt verschwendet

Um 18 Uhr wird er am Freitag nach seinem Blitzbesuch auf Menorca wieder englischen Boden unter den Füssen haben. Für die Fahrt vom Flughafen in die Stadt hat sich der Rappenspalter eine Mitfahrgelegenheit bei anderen Fans organisiert. In London kostet ihn die Übernachtung nichts, er schläft bei den Grosseltern. Und auch die Rückfahrt in Englands Norden ist gratis, er kann bei anderen Fans im Auto mitfahren.

Sunderland könnte am Samstag einen grossen Erfolg feiern. Für das Klima ist James Jellys ungewöhnliche Anreise dagegen eine Niederlage. «Darüber habe ich nicht wirklich nachgedacht», gibt er zu. «Bezüglich des CO2-Fussabdrucks ist mein Trip sicher nicht toll, aber ganz ehrlich: Ich wollte einfach den besten Deal machen.»

Karma oder nicht? Nachdem Jellys Vorhaben gestern in vielen englischen Medien bekannt und er selber eine kleine Berühmtheit wurde, ist der Trip nun in der Schwebe. «Ich habe eine elende Mandelentzündung und die schlimmste Nacht meines Lebens hinter mir», meldet er am Dienstagmorgen. «Bitte einfach nicht in dieser Woche!» (ram)

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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Glenn Quagmire
17.05.2022 12:50registriert Juli 2015
Ist nich sein Fehler, dass die Reise so möglich ist.
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ThePower
17.05.2022 12:44registriert März 2016
Nun ja, wirklich Geld sparen wird er durch seinen Menorca-Trip ja nicht, der Bus wäre billiger gewesen und auf Menorca wird er sicher auch noch etwas Geld brauchen..Trotzdem ist es schon fragwürdig, wie billig fliegen z.T ist. Um solchen Unsinn abzustellen, wäre es eine gute Idee wenn wir mal die Subventionen für die Fluggesellschaften hinterfragen würden. Würde absolut nichts kosten und hätte einen riesigen Effekt, wenn man wieder die effektiven Kosten einer Flugreise bezahlen müsste...
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Plan B
17.05.2022 13:19registriert Oktober 2019
Es ist einfach Fragwürtig warum die öffentlichen Verkehrsmitteln, weiterhin ein solch teures Fortbewegungsmittel sind.
Es sollte längst Gratis oder für einen kleinen Betrag erhältlich sein. Wenn ich sehe was der Zug von St. Gallen nach Genf kostet in der grössten Klimakrise!
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