Nach Skandalen bei Afrika-Cup-Final: So werden Marokko und Senegal bestraft
Im Final des Afrika-Cups in Marokko setzte sich Senegal gegen den Gastgeber in der Verlängerung 1:0 durch und krönte sich zum zweiten Mal nach 2022 zum Kontinentalmeister. Nach dem Spiel sorgten aber vor allem die Szenen neben dem Feld für Aufsehen.
Marokkanische Ballkinder versuchten ständig, das Handtuch von Senegal-Goalie Édouard Mendy zu stehlen, das dieser im strömenden Regen zum Trocknen seiner Handschuhe nutzte. Auch Spieler wie Achraf Hakimi oder Ismaël Saibari wollten dafür sorgen, dass Mendy das Handtuch nicht mehr zur Verfügung steht. Und nachdem Senegal in den Schlussminuten erst ein Tor aberkannt wurde und dann auch noch ein Penalty gegen die Teranga-Löwen gepfiffen wurde, sorgten ihre Fans für Ausschreitungen. Die Spieler selbst verliessen aus Protest gegen die Schiedsrichter-Entscheidungen das Spielfeld und provozierten beinahe einen Spielabbruch.
Am Ende kehrten sie auf Geheiss von Sadio Mané zwar wieder aufs Spielfeld zurück, Marokkos Brahim Diaz vergab den Penalty und Senegal gewann doch noch. Dennoch war klar, dass die Vorgänge während des Finals in Rabat noch ein Nachspiel haben würden. Nun verkündete der afrikanische Fussballverband CAF die Strafen gegen die Spieler und Landesverbände.
Beide Seiten werden mit hohen Geldstrafen belegt, aber besonders Senegal trifft es hart:
- Cheftrainer Pape Thiaw wird für fünf Spiele gesperrt und mit einer Busse von 100'000 US-Dollar belegt, weil er sein Team in die Kabine beorderte und so «die Prinzipien des Fairplay und der Integrität verletzte».
- Die Spieler Iliman Ndiaye und Ismaila Sarr werden für «unsportliches Verhalten gegenüber dem Schiedsrichter» je zwei Spiele gesperrt.
- Der Verband wird für das «unangemessene Verhalten» seiner Fans mit einer Busse von 300'000 US-Dollar belegt.
- Der Verband muss weitere 300'000 US-Dollar Busse bezahlen, weil die Spieler und der Staff «die Prinzipien von Fairplay, Loyalität und Integrität verletzt und zum schlechten Ruf des Spiels beigetragen haben».
- Weil fünf Spieler des Nationalteams eine Gelbe Karte gesehen haben, werden weitere 15'000 US-Dollar fällig.
Insgesamt müssen die Senegalesen also 715'000 US-Dollar bezahlen – und damit deutlich mehr als die Marokkaner:
- Die Spieler Achraf Hakimi und Ismaël Saibari werden wegen «unsportlichen Verhaltens» für zwei bzw. drei Spiele gesperrt. Saibari wird zudem mit einer Busse von 100'000 US-Dollar belegt.
- Der Verband wird für das «unangemessene Verhalten der Balljungen» mit einer Busse von 200'000 US-Dollar belegt.
- Der Verband muss weitere 100'000 US-Dollar bezahlen, weil die Spieler und der Staff in den VAR-Überprüfungsbereich eingedrungen und die Arbeit des Schiedsrichters behindert haben. So hätten sie «die Grundsätze des Fairplay und der Integrität verletzt».
- Wegen der von Fans verwendeten Laserpointern wird eine Busse von weiteren 15'000 US-Dollar verhängt.
Die Höhe der Bussen zeigt also, dass der CAF den Gang in die Kabine der Senegalesen als schlimmer empfand als die Schikane von Goalie Mendy seitens der Marokkaner. Der Protest des marokkanischen Fussballverbands gegen das Ergebnis des Finalspiels wurde jedoch abgelehnt. (nih)
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