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Senegal und Marokko bestraft – das sind die Folgen vom Afrika-Cup-Final

Senegal supporters protest and clash with security officers after a controversial penalty was awarded to Morocco late on during the Africa Cup of Nations final soccer match between Senegal and Morocco ...
Der Final des Afrika-Cups sorgte auch wegen der Szenen rund um das Spielfeld für Schlagzeilen.Bild: keystone

Nach Skandalen bei Afrika-Cup-Final: So werden Marokko und Senegal bestraft

29.01.2026, 10:0929.01.2026, 12:41

Im Final des Afrika-Cups in Marokko setzte sich Senegal gegen den Gastgeber in der Verlängerung 1:0 durch und krönte sich zum zweiten Mal nach 2022 zum Kontinentalmeister. Nach dem Spiel sorgten aber vor allem die Szenen neben dem Feld für Aufsehen.

Marokkanische Ballkinder versuchten ständig, das Handtuch von Senegal-Goalie Édouard Mendy zu stehlen, das dieser im strömenden Regen zum Trocknen seiner Handschuhe nutzte. Auch Spieler wie Achraf Hakimi oder Ismaël Saibari wollten dafür sorgen, dass Mendy das Handtuch nicht mehr zur Verfügung steht. Und nachdem Senegal in den Schlussminuten erst ein Tor aberkannt wurde und dann auch noch ein Penalty gegen die Teranga-Löwen gepfiffen wurde, sorgten ihre Fans für Ausschreitungen. Die Spieler selbst verliessen aus Protest gegen die Schiedsrichter-Entscheidungen das Spielfeld und provozierten beinahe einen Spielabbruch.

Die Highlights des SpielsVideo: YouTube/Sportdigital FUSSBALL

Am Ende kehrten sie auf Geheiss von Sadio Mané zwar wieder aufs Spielfeld zurück, Marokkos Brahim Diaz vergab den Penalty und Senegal gewann doch noch. Dennoch war klar, dass die Vorgänge während des Finals in Rabat noch ein Nachspiel haben würden. Nun verkündete der afrikanische Fussballverband CAF die Strafen gegen die Spieler und Landesverbände.

Beide Seiten werden mit hohen Geldstrafen belegt, aber besonders Senegal trifft es hart:

  • Cheftrainer Pape Thiaw wird für fünf Spiele gesperrt und mit einer Busse von 100'000 US-Dollar belegt, weil er sein Team in die Kabine beorderte und so «die Prinzipien des Fairplay und der Integrität verletzte».
  • Die Spieler Iliman Ndiaye und Ismaila Sarr werden für «unsportliches Verhalten gegenüber dem Schiedsrichter» je zwei Spiele gesperrt.
  • Der Verband wird für das «unangemessene Verhalten» seiner Fans mit einer Busse von 300'000 US-Dollar belegt.
  • Der Verband muss weitere 300'000 US-Dollar Busse bezahlen, weil die Spieler und der Staff «die Prinzipien von Fairplay, Loyalität und Integrität verletzt und zum schlechten Ruf des Spiels beigetragen haben».
  • Weil fünf Spieler des Nationalteams eine Gelbe Karte gesehen haben, werden weitere 15'000 US-Dollar fällig.
Senegal's head coach Pape Thiaw sits on the bench before the Africa Cup of Nations semifinal soccer match between Senegal and Egypt, in Tangier, Morocco, Wednesday, Jan. 14, 2026. (AP Photo/Moham ...
Trainer Pape Thiaw wird für fünf Spiele gesperrt und muss eine Busse von 100'000 US-Dollar bezahlen.Bild: keystone

Insgesamt müssen die Senegalesen also 715'000 US-Dollar bezahlen – und damit deutlich mehr als die Marokkaner:

  • Die Spieler Achraf Hakimi und Ismaël Saibari werden wegen «unsportlichen Verhaltens» für zwei bzw. drei Spiele gesperrt. Saibari wird zudem mit einer Busse von 100'000 US-Dollar belegt.
  • Der Verband wird für das «unangemessene Verhalten der Balljungen» mit einer Busse von 200'000 US-Dollar belegt.
  • Der Verband muss weitere 100'000 US-Dollar bezahlen, weil die Spieler und der Staff in den VAR-Überprüfungsbereich eingedrungen und die Arbeit des Schiedsrichters behindert haben. So hätten sie «die Grundsätze des Fairplay und der Integrität verletzt».
  • Wegen der von Fans verwendeten Laserpointern wird eine Busse von weiteren 15'000 US-Dollar verhängt.
epa12659670 Achraf Hakimi of Morocco looks on during the CAF Africa Cup of Nations 2025 final match between Senegal and Morocco in Rabat, Morocco, 18 January 2026. EPA/JALAL MORCHIDI
Marokko-Captain Achraf Hakimi warf das Handtuch von Senegal-Goalie Édouard Mendy über die Werbebande.Bild: keystone

Die Höhe der Bussen zeigt also, dass der CAF den Gang in die Kabine der Senegalesen als schlimmer empfand als die Schikane von Goalie Mendy seitens der Marokkaner. Der Protest des marokkanischen Fussballverbands gegen das Ergebnis des Finalspiels wurde jedoch abgelehnt. (nih)

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Die beliebtesten Kommentare
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ray7
29.01.2026 10:59registriert Oktober 2020
Das ist alles lächerlich. Pape Thiaw, welcher die Entscheidung des Schiedsrichters nicht akzeptierte -> lebenslange sperren. Achraf Hakimi und Ismaël Saibari für 4 Jahre Sperren. Diese ewigen Alibi-Entschuldigungen auf den Sozialen Medien im Nachhinein sind lächerlich. Marokkanischer verband für die nächsten 4 Jahre von WM & Afrika Cup ausschliessen. Wir sind uns wohl alle einige, dass die Unsportlichkeiten auf sämtlichen ebenen massiv zunehmen. Ohne konsequente Sanktionen droht eine weitere Erosion des Fairplay und eine Zunahme von Unsportlichkeiten.
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