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08.02.2020, Nordrhein-Westfalen, Gelsenkirchen: Fußball: Bundesliga, FC Schalke 04 - SC Paderborn 07, 21. Spieltag in der Veltins Arena. Schalkes Bastian Oczipka nach dem Abpfiff. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

Schalke ist einer der 13 deutschen Profi-Klubs, die vor der Insolvenz stehen, falls es nicht bald weitergeht. Bild: dpa

Das bange Warten auf die TV-Gelder – bei Schalke ist die Situation ernst



Die Hoffnung auf eine baldige Wiederaufnahme der Bundesliga ist vertagt. Im gestrigen Corona-Gipfel der deutschen Bundesregierung und der Ministerpräsidenten wurde zwar über schrittweise Lockerungen der derzeit geltenden Restriktionen des öffentlichen Lebens debattiert, über Möglichkeiten, bald wieder Fussball zu spielen, wurde entgegen der Erwartungen der Klubs aber nicht gesprochen.

Statt eines positiven Signals folgte eine weitere Ernüchterung: Grossveranstaltungen sind in Deutschland neu bis mindestens zum 31. August verboten. Damit ist schon jetzt definitiv klar, dass auch die Bundesliga-Saison 2020/21 nicht wie geplant über die Bühne gehen kann.

epa08286773 View of empty stands prior to the German Bundesliga soccer match between Borussia Moenchengladbach and 1. FC Koeln in Moenchengladbach, Germany, 11 March 2020.  he match takes place behind closed doors due to the coronavirus (COVID-19) outbreak.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL CONDITIONS - ATTENTION: The DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

Die komplette Bundesliga hofft auf Geisterspiele. Bild: EPA

Viel schlimmer ist für die Klubs jedoch, dass weiterhin unklar ist, ob die noch laufende Saison bald fortgeführt werden kann. Eigentlich hatte die DFL angekündigt, dass es ab Anfang Mai mit Geisterspielen weitergehen wird und die Saison so bis zum 30. Juni beendet werden kann.

Eine Entscheidung darüber wird nun aber frühestens bei der nächsten Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Länderchefs am 30. April fallen. Schon jetzt ist klar: Konkrete Regelungen, etwa zur Grösse der Grossveranstaltungen, sollen von den einzelnen Bundesländern getroffen werden. Möglicherweise drohen der DFL somit je nach Region verschiedene Vorgaben, so dass gar nicht an allen Standorten gespielt werden kann. Zuletzt war von rund 240 Personen die Rede, die bei Bundesliga-Geisterspielen im Stadion sein müssten.

Das bange Warten auf die TV-Gelder

Für die Bundesliga-Klubs geht das Warten damit weiter, 13 Vereine der ersten und zweiten Liga sind offenbar unmittelbar in ihrer Existenz bedroht. Dazu gehört auch der FC Schalke 04: Die «Königsblauen» brauchen gemäss dem «Kicker» unbedingt die letzte Saisonrate der DFL-Zahlungen aus den Verträgen mit den nationalen Medienpartnern.

Demnach geht es um 15.892 Millionen Euro, die Schalke noch zustehen. Die Zahlung von insgesamt 304 Millionen Euro an die DFL hätte durch die Rechteinhaber schon am 10. April getätigt werden sollen, sei aber noch nicht erfolgt. Stichtag sei nun der 2. Mai, der mit Bangen erwartet werde.

Schalkes Vorstandsmitglied Peter Peters kündigte am Mittwoch bereits Massnahmen an, die dem Verein helfen sollen: Neben Steuerstundungen versuche man, «Ausgaben zu reduzieren». Man habe «Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt und mit den Spielern Gehaltsverzicht vereinbart.»

Blieben die Zahlungen weiter aus, drohe eine Überschuldung des Klubs. Verschärfen sich die Liquiditätsprobleme, sei noch eine kurzfristige finanzielle Hilfe von Aufsichtsratschef Clemens Tönnies möglich. Doch auch nach überstandener Krise könne langfristig nur eine Ausgliederung der Profiabteilung das Überleben des Vereins sicherstellen, schreibt der «Kicker».

Seifert: «Wir werden bereit sein»

Hinter den Kulissen laufen immerhin die Vorbereitungen für den Fall der Fälle: Die DFL arbeitet bereits seit Wochen an der Logistik für die Austragung von Partien unter Ausschluss der Öffentlichkeit. «Wir werden bereit sein», versprach DFL-Boss Christian Seifert zuletzt, er stellte allerdings klar: «Es darf nicht der Eindruck entstehen, der Fussball ignoriere in seiner Selbstbezogenheit die Realität.»

epa08298331 Christian Seifert, CEO of the DFL, attends a press conference after the general assembly of the German Football League (Deutschen Fu?üball Liga / DFL) in Frankfurt, Germany 16 March 2020. Representatives of Germany's 36 clubs from the Bundesliga and 2nd Bundesliga confirmed the decision to suspend all games up until and including 02 April over the COVID-19 coronavirus pandemic.  EPA/Arne Dedert / POOL

DFL-Boss Seifert ist auf der Suche nach einer baldigen Lösung. Bild: EPA

Diesen Eindruck will die DFL auch bei seiner bevorstehnden Sitzung in der kommenden Woche (23. April) vermeiden. Dennoch geht es in erster Linie um die 770 Millionen Euro, die bei einem Saisonabbruch verloren gehen könnten. (pre/sda)

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