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Diese Underdogs sind auf Champions-League-Kurs

epa11254418 Bologna's players celebrate the victory after the Italian Serie A soccer match between Bologna FC and US Salernitana at Renato Dall'Ara stadium in Bologna, Italy, 01 April 2024.  ...
Bologna schafft die Sensation und sichert sich einen Champions-League-Platz.Bild: keystone

Die «Kleinen» auf der grossen Bühne – diese Underdogs sind auf Champions-League-Kurs

Die Fussballsaisons in den europäischen Topligen neigen sich dem Ende zu. Bereits jetzt steht fest, dass sich neben den üblichen Verdächtigen auch Teams auf Champions-League-Kurs sind, die im höchsten europäischen Wettbewerb noch nie oder schon sehr lange nicht mehr zugegen waren. Eine Übersicht.
14.05.2024, 17:0314.05.2024, 21:34
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Bundesliga

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Von der Relegation in die Champions League

Die Bundesliga hat in der 33 Spiele alten Saison bereits zwei grosse Überraschungen offenbart. Rekordmeister Bayern München verpasst nicht nur den Gewinn der Meisterschaft, sondern steht in dieser Saison ganz ohne Titel da – zum ersten Mal seit 2011/12. Profiteur von der vergleichsweise schwachen Saison des Bundesligadominators ist nicht etwa der etwas überraschende Champions-League-Finalist Dortmund, sondern Bayer Leverkusen, das sich zum ersten Mal in der Bundesliga-Geschichte zum Meister krönt.

Für eine weitere Überraschung sorgt derweil der VfB Stuttgart, der innerhalb von nur einem Jahr eine erstaunliche Reise zurückgelegt hat. Spielte der VfB Ende Saison 2022/23 in der Relegation gegen den Hamburger SV gegen den Abstieg, konnte er sich in dieser Saison für die Champions League qualifizieren. Rein theoretisch hat Stuttgart sogar noch die Möglichkeit, Bayern München im letzten Spiel den Vize-Meistertitel wegzuschnappen.

Für das Team um Trainer Sebastian Hoeness ist es freilich nicht das erste, sondern bereits das fünfte Gastspiel in der Königsklasse. Die letzte Teilnahme liegt aber schon einige Zeit zurück. Vor 14 Jahren (Saison 2009/10) schafften es die Süddeutschen bis in den Champions-League-Achtelfinal, wo man am FC Barcelona scheiterte. Auf der etwas kleineren europäischen Bühne reichte es im UEFA-Cup (1988/89) und im Europapokal der Pokalsieger (1997/98, mit dem heutigen Nati-Trainer Murat Yakin) bis in den Final.

Premier League

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Es winkt die erste Champions-League-Teilnahme seit 41 Jahren

In der Premier League bleibt nicht nur die Ausgangslage im Titelrennen – Manchester City und Arsenal machen ihn unter sich aus – bis zum Schluss spannend, sondern auch in der Vergabe des letzten Champions-League-Platzes gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Vor den letzten Spielen liegt das Überraschungsteam Aston Villa auf Platz vier und darf auf die erste Champions-League-Teilnahme seit 41 Jahren (damals noch Europapokal der Landesmeister) hoffen. Tottenham Hotspur könnte den «Villans» aber noch in die Suppe spucken.

Zwar gewann Villa im Duell mit Liverpool am Montag einen wichtigen Punkt, das war aber zu wenig, um sich schon jetzt aus eigener Kraft für die Champions League zu qualifizieren – Tottenham liegt fünf Punkte hinter Aston Villa, hat aber zwei Spiele weniger auf dem Konto. Mit Manchester City trifft Tottenham heute Abend (21 Uhr) aber auf den schwerstmöglichen Gegner. Da Manchester City die Punkte für den erneuten Titelgewinn braucht, dürfte Tottenham maximal gefordert sein.

Serie A

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Drei Schweizer auf historischer Mission

Im Schatten von Inter Mailands überlegenem Scudetto-Gewinn mit dem Nati-Goalie Yann Sommer im Tor, spielten sich in dieser Saison drei weitere Schweizer mit ihrem Team etwas überraschend in die Champions League. Dem FC Bologna gelang mit dem aktuell dritten Platz in der Serie A eine kleine Sensation. Seit dem Sieg über Napoli (2:0) und der Niederlage der AS Roma bei Atalanta Bergamo am vergangenen Wochenende kann Bologna nicht mehr aus der Top-5 verdrängt werden. Die Champions-League-Qualifikation ist also in trockenen Tüchern.

Für Bologna mit den Nati-Spielern Dan Ndoye, Michel Aebischer und Remo Freuler ist es zwar nicht die erste Champions-League-Teilnahme überhaupt, aber die erste seit 59 Jahren. 25 Jahre lang war Bologna gar in gar keinem europäischen Wettbewerb vertreten – der letzte europäische Auftritt datiert aus der Saison 1999/2000, als sich die Norditaliener über den UEFA Intertoto Cup für den UEFA-Pokal qualifizierten.

Primera Division

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Eine europäische Feuertaufe

Der FC Girona hat in der erst vierten Saison in der höchsten spanischen Liga bereits Geschichte geschrieben. Bis kurz vor dem Jahreswechsel grüsste Girona in der Primera Division von der Tabellenspitze, lieferte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Champions-League-Finalist Real Madrid, ehe das Team ab dem 23. Spieltag etwas an Konstanz einbüsste. Drei Runden vor Schluss liegt Girona – nur einen Punkt hinter dem FC Barcelona – auf Rang drei und hat die Qualifikation für die Champions League auf sicher.

Für das Team aus dem Nordosten der iberischen Halbinsel ist es die erste Europacup-Teilnahme in der Vereinsgeschichte – sollte ihnen die Vereinspartnerschaft mit Manchester City nicht doch noch in die Quere kommen.

Ligue 1

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Die Gemüsehändler auf Champions-League-Kurs

Das Titelrennen liess in Frankreich erwartungsgemäss wenig Raum für Spannung, zu dominant war Paris Saint-Germain auch in dieser Saison. Überraschend ist jedoch ein Team, das nicht etwa Investoren aus Saudi-Arabien oder der USA gehört, sondern einem Gebrüderpaar, das sich mit Gemüsehandel ein kleines Imperium geschaffen hat: Stade Brestois. Mit ihrer Firma «Le Saint Fruit et Légumes» sind sie in Frankreich Marktführer im Gemüse-Vertrieb.

Dass das Team, das noch nie in einem europäischen Wettbewerb gespielt hat, dieses Jahr seine Feuertaufe erleben wird, steht bereits fest. Um den Platz in der Champions League muss Brest aber gewaltig zittern, denn Nizza ist den Bretonen mit vier Punkten Rückstand und einem Spiel weniger dicht auf den Fersen. Sollten die Südfranzosen das Team der Gemüsehändler noch einholen, winkt aber mit der Europa League dennoch eine europäische Premiere.

Stade Brest schaffte dieses Kunststück nicht nur mit dem viertniedrigsten Etat aller Teams der Ligue 1, sondern auch mit einem Trainer (Eric Roy), der vor seinem Engagement in der Bretagne fast elf Jahre lang keine Profi-Mannschaft mehr trainiert hatte. Sollte es mit der Champions League-Qualifikation tatsächlich klappen, müsste Brest seine Heimspiele aufgrund der UEFA-Regularien aber in einem anderen Stadion – zum Beispiel in Rennes – austragen.

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quelle: www.imago-images.de / imago images
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